Cádiz, Tarifa, Gibraltar-Sherry und Mee(h)r

Das Jahr geht zu Ende und die Ferien kommen näher.

Grund genug vorher noch einmal auf große Reise zu gehen. Auf dem Plan standen diesmal gleich mehrere Städte, darunter: CÁDIZ, JEREZ de la Frontera, TARIFA und GIBRALTAR.

Unsere Reisegruppe bestand aus Isi, Christina und Vanessa (studieren alle in Passau), Philipp (aus München), mir  und unserem Seat Ibiza 😀 in 4 Tagen wollten wir so die Südwestküste Spaniens erkunden.

Tag 1 – Donnerstag

CádizVom Flughafen aus steuerten wir zunächst Cádiz an. Nachdem wir alle schon schwärmerische Berichte über die Stadt gehört hatten waren unsere Erwartungen dementsprechend hoch. Aber leider wurden wir ordentlich enttäuscht. Die besten Zeiten sind hier schon lange vorbei. Viele Gebäude stehen leer und der Putz bröckelt von den Wänden. Das Stadtzentrum allerdings war an sich überschaubar und recht nett gestaltet. Mit letzter Kraft bestiegen wir den 14m (!!!) hohen Turm, von dem aus man die ganze Stadt begucken konnte. Wie eine Halbinsel liegt Cádiz im Atlantik und schläft vor sich hin. Das aufregendste an Cádiz war die Kamera obscura im Turm. Im Turmdach befindet sich ein Spiegel, der den Blick auf die Stadt auf eine Halbkugelförmige Leinwand unter dem Dach projiziert. Dreht man den Spiegel, dreht sich auch das Bild auf der Leinwand und man kann quasi in Echtzeit einen 360° Blick über die Stadt bekommen.

Am Nachmittag, als es auch noch anfing zu regnen fuhren wir weiter nach Jerez de la Frontera. Einer Stadt, von der wir nichts erwartet hatten und umso mehr begeistert wurden. Wir wurden zwar im Regen empfangen, konnten aber in eine super schöne Pension mit einem sehr freundlichen und hilfsbereiten Portier einchecken. Nach einem Paella Dinner mit leckerem Rosé gingen wir früh zu Bett um für den nächsten Tag fit zu sein.

Tag 2 – Freitag

Der Tag der Bodegas (Weinkellereien). Dass wir am Ende des Tages leicht betüdelt nach Hause stolperten sei uns verziehen, nach 8 verschiedenen Sherry Proben ergibt sich das von selbst 🙂

SandemanJerez ist vor Allem bekannt für seine königliche Hofreitschule (wo Isi und Christina ihren Vormittag verbrachten) und für seinen Vino de Jerez, im Ausland eher bekannt als Sherry. Am Vormittag besuchten Philipp, Vanessa und ich eine der bekanntesten Bodegas, die „Sandeman Bodega“ im Norden der Stadt. Wir bekamen eine Privattour durch die gesamte Anlage mit einer Unmenge an Sherryfässern und lernten so einiges über die Herstellung, Lagerung und die Entstehung der verschiedenen Geschmacksrichtungen. Am Ende gab es dann 3 leckere Kostproben von trocken (Vino Fino) bis süß (oluroso). Im Anschluss kauften wir noch den Sherryshop leer und deckten uns mit allerlei Leckereien ein.

Nun musste der Magen erst einmal gefüllt werden. Nachdem wir die Catedral de Asidonie-Jerez besichtigt hatten fanden wir direkt davor ein sympathisch wirkendes Café und bestellten uns Café und Bocadillos (belegte Brötchen). Beim Bezahlen fiel uns dann allerdings die Kinnlade runter. Nachdem die Bedienung uns nicht einmal die Einzelpreise im Vorraus verraten wollte, zahlten wir einen Preis, der mehr als doppelt so hoch wie normal war. Beim Gehen durften wir uns dann noch als schlecht erzogen beschimpfen lassen, weil ihr 50 cent Trinkgeld zu wenig waren. Schweinerei.

tio-pepeEgal, die nächste Bodega wartete. Diesmal gingen wir alle zusammen zur „Tio Pepe Bodega“, die weltweit bekannte Marke mit der Flasche, die einen roten Hut und eine Weste trägt. Auch hier gab es wieder eine Führung, diesmal sogar mit Bimmelbahn, durch das riesige Gelände auf dem Sherry und Brandy produziert werden. Der Führer der Tour, ein immerhin gut aussehender Spanier, schien nicht sehr motiviert zu sein, erklärte nur das Nötigste und nahm die Hände nur im Notfall aus den Taschen. Bei der anschließenden Verkostung, wir hatten für 2 !!! Proben bezahlt, hatten wir doch freundlicherweise gleich 3 Mal das Vergnügen, den Sherry zu testen. Der Kellner meinte es wohl gut mit uns. Auch hier plünderten wir anschließend den Shop und auf einmal war unser Führer ganz aufgeschlossen. Es war die letzte Führung am Tag, demnach kaum noch Gäste in der Bodega und so bekamen wir im Shop noch Kostproben vom Brandy und seinem Lieblingssherry, bei beiden Proben trank er natürlich gleich mit. Besser kann man den Feierabend ja nicht starten 🙂 Jetzt kann sich ja jeder selber denken, wie angeheitert wird nach diesem Tag waren.

Auf Empfehlung vom Portier, gingen wir am Abend in einem Lokal in der Stadt essen – für denselben Preis, wie unser Mittagessen, nur mit mehr als doppelt so viel zum Essen. Auf dem Weg dorthin trafen wir zufällig „unseren“ Kellner vom Abend, der uns gleich erkannte und freundlich grüßte. Nach dem Essen spazierten wir noch durch die Stadt, die übrigens viel mehr Einwohner hat als Cádiz (was niemand wusste – Cádiz: 130 000, Jerez: 200 800 Ew.) und auch viel schöner aussieht. An dem Abend fand auch noch ein Stadtfest statt bei dem gesungen, getanzt und auf Trommeln gespielt wurde. Was genau gefeiert wurde wussten wir nicht genau. Aber da am Tag vorher und am folgenden Tag Feiertage waren, ist das auch so Grund genug zum Feiern  😉

Tag 3 – Samstag

Nach einer großen Portion Schlaf ging es für die anderen 4 zu einer Vorführung der Hofreitschule. Ich als bekennender NICHT-Pferdefan vertrieb mir derweil die Zeit in Jerez. Leider hatte ich vergessen, dass Feiertag war, das hieß, dass sowohl mein Institut für Flamenco als auch sämtliche Bodegas geschlossen waren. Schlussendlich landete ich wieder bei Tio Pepe um auf die anderen zu warten. Zufälligerweise saß unser Führer vom Vortag an der Kasse und fragte, ob ich nicht gleich noch eine Tour machen wolle. Leider war die Zeit zu knapp…

Auf dem Programm stand noch die Besichtigung der Alcazár von Jerez, die uns glücklicherweise, dank Studentenrabatt nur ein Viertel des Preises kostete. Viel gab es nicht zu sehen und nach 20 Minuten waren wir schon wieder draußen. Nun wurden die Sachen gepackt und samt den Sherrykäufen im Auto verstaut. Weiter ging es Richtung Südosten.

Playa BoloniaWir legten einen kurzen Zwischenstop in Vejer de la Frontera, einem der weißen Dörfer ein. Mehr als weiße Häuser gab es hier nicht also fuhren wir weiter. Gerade noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang erreichten wir den Strand von Bolonia, einen der schönsten Strände weit und breit. Und nachdem die Sonne langsam im Meer versunken war und einen Himmel voller Rot- und Orangetönen zurückgelassen hat, fuhren wir weiter nach Tarifa.

In Tarifa, dem Surferparadies schlecht hin bezogen wir unser Hostel und suchten nach einer Gelegenheit zum Essen. Nach 5 Minuten waren wir bereits am anderen Ende der Stadt angekommen und fanden tatsächlich ein sehr hübsches, kleines Restaurant mit leckeren Gambasgerichten. (Gambas – Garnelen). Man merkte sehr stark, dass Nebensaison in Tarifa war. Die Stadt ist ansich ja sehr klein und um die Uhrzeit traf man nur auf ein paar der Einwohner oder einige dagebliebene Mitarbeiter von Surfstationen. Wir spazierten dann noch am Meer entlang und betrachteten den unglaublichen Sternenhimmel über dem Meer.

Tag 4 – Sonntag

Der letzte Tag unserer Reise war angebrochen. Wir begannen mit einem Ausflug zum Strand und dem untersten Ende von Tarifa. Das erstaunliche hier: wenn man auf dem kleinen Überweg zum untersten Ende von Tarifa, und damit auch von Spanien, steht, hat man auf der einen Seite das Mittelmeer, welches ruhig vor sich hinschlummert und den Anglern vorbehalten ist, und auf der anderen Seite den Atlantik, wo die Wellen brechen. Mir war nie richtig bewusst, dass Tarifa wirklich das letzte Ende vor Afrika ist. Vom Strand aus konnten wir sogar die Afrikanische Küste mit ihren Bergen sehen.

GibraltarUnser letzter Haltepunkt war Gibraltar. Als wir die Halbinsel befuhren, von akribischen Kontrollen, vor denen uns gewarnt wurde, übrigens keine Spur, merkten wir gleich, dass wir im Vereinigten Königreich gelandet sind. Englische Straßenbezeichnungen, rote Telefonboxen und schwarze Briefkästen und Mülleimer. Selbst die Werbung auf den Bussen und die Angebote sämtlicher Pubs waren in Englisch. Bezahlen konnte man hier je nach Laune mit britischen Pfund oder Euros. Mit dem Cable Car, einer Seilbahn ging es steil bergauf, auf den Felsen von Gibraltar, wo wir uns die berühmten Affen ansehen konnten. Von groß bis klein war alles dabei. Dass die Affen sehr schlau und schon an die Touristen gewöhnt waren, konnte man daran sehen, dass sie sich gezielt auf den Reißverschluss am Rucksack oder die offene Handtasche stürzten. Wir waren aber schlauer 😛

Wieder unten angekommen, suchten wir eine Möglichkeit zum Essen und fanden sie in einem kleinen Pub. Bei Fish und Chips und englischem Fußball im TV fühlte man sich nach einiger Zeit tatsächlich wie in England. Über Gibraltar hing durchgängig, very british natürlich, eine dicke graue Wolke – man sollte ja wirklich das Gefühl haben, in England zu sein.

Gegen Nachmittag ging es wieder zurück nach Spanien hehe und Richtung Heimat. Das Auto wurde pünktlich am Flughafen abgegeben und auch den Transport der ganzen Einkäufe bis nach Hause meisterten wir. Somit endete die letzte große Tour in diesem Jahr.

Das Fazit:

  • Cádiz: hat leider sehr enttäuscht, nicht nur wegen dem zusätzlich schlechten Wetter. Die Stadt kann man mal gesehen haben, man sollte aber nicht zu viel erwarten und ein Besuch reicht völlig aus
  • Jerez de la Frontera: meine positivste Überraschung überhaupt, was nicht nur am Sherry lag. Eine superschöne und süße Stadt mit schicken Häusern, vielen Bodegas und sehr netten und hilfsbereiten Einwohnern. Seit dem Besuch bin ich auch zum Sherryfan geworden!
  • Tarifa: ist natürlich mein perönliches Paradies auch wenn ich nicht zum Surfen gekommen bin. Aber die Strände sind wunderschön und die Atmosphäre im verschlafenen Städtchen irgendwie sehr sympathisch.
  • Gibraltar: ist einfach nur kurios. Hinter der Grenze betritt man eine andere Welt mit Leuten, die britischer als britisch sprechen und Allem, was man sonst in England findet. Jedes kleine Detail von den Wegweisern bis zu der Dekoration ist an die englischen Vorbilder angepasst. Sogar das Wetter ist britisch 😀 In ganz Spanien schien am Wochenende die Sonne, nur in Gibraltar hing die dicke Wolke fest und ließ sogar ein paar Tropfen runter.

Den Rest erklären die Bilder. Viel Spaß damit!

Sonnigste Grüße von der Hafenpromenade 😛

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Kategorien: 2012, Beiträge Sep-Dez | Schlagwörter: , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Beitragsnavigation

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Bloggen auf WordPress.com.