Endlich war er wieder da, der ersehnte freie Freitag.
Und wieder musste ich meinen Plan, nach Kos Stadt zu fahren verschieben, denn guter Wind zum Surfen war angesagt. Auf dem Weg
zum Strand sah ich schon die Schaumkämme auf dem Meer, toll dachte ich, die Windrichtung passt auch. Aber am Strand angekommen hab ich meinen Plan ganz schnell wieder vergessen. Die Wellen draußen waren teils bis 2m hoch und der Strand, der vor einigen Wochen so mühsam aufgeschüttet wurde, war weg. Pro Stunde wurde ein Meter strand abgetragen und nun ist unsere Station nur noch knappe 3m vom Wasser entfernt, statt ca. 6 oder 7 wie vorher.
Man kann die Natur halt nicht beeinflussen, sie holt sich was ihr gehört. Und wenn sie entscheidet, sich den Strand zu holen, bringt es auch nichts, ihn mühsam wieder aufzuschütten. Die Naturgewalten werden immer die stärkeren sein! 😉
Naja statt dessen ging es dann mit dem Body Board ins Wasser. Für die, die sich jetzt fragen, „Was ist denn bitte ein Body Board?“, das ist ein Styropor-artiges Brett auf dem man liegend die Wellen abreitet. Profis können dabei sogar noch Tricks wie Drehungen. Ich blieb beim bloßen Abreiten und schluckte ordentlich Wasser. Die Strömung war soo extrem stark, dass man in Null komma nichts ein paar Meter weiter rechts stand ohne überhaupt etwas getan zu haben. Da half es auch nicht, sich mit den Zehen in den Sand zu graben.
Nach einer Pita (könnte zum Standart-Frei-tag-Mittagessen werden… ) und einem Schläfchen am Strand machte ich mich zu Fuß auf zum nächsten Ort Marmári. Dabei lief ich Kilometer um Kilometer am Strand entlang und fragte mich ab
und zu, ob ich nicht vielleicht doch an der Ostsee gelandet sei. Links das brausende Meer mit einigen Surfern und Kitern und rechts eine tolle Dünenlandschaft und vereinzelt ein paar weidenden Kühen. Ob ich nun tatsächlich in Marmári angekommen bin weiß ich nicht, aber als nach einer Stunde die ersten Laternen und befestigten Straßen hinter der Düne auftauchten, sah es schon danach aus… Naja ein Stündchen Bräunungspause am leeren Strand und auf ging es zurück.
Insgesamt hatte ich nun einen schönen 2,5 Stunden langen Strandspaziergang hinter mir und dank Wind standen meine Haare auch in alle Richtungen.
Bei einer Tüte Gummibärchen und einem Gläschen Cola, muss ja auch mal sein, ließ ich dann den Tag ausklingen und hoffe nun, dass bald wieder FreiTag ist!
Und für die besorgte Family: Mir gehts soweit ganz gut, die Sonne scheint (fast immer) und auch wenn das Kantinen Essen nicht das Beste ist, noch bin ich nicht vom Fleische gefallen. Eingelebt und angefangen, mich wohl zu fühlen hab ich leider immernoch nicht und abgesehen von zwei, drei Teamabenden fehlte mir bisher jegliche Energie, nach Feierabend noch etwas zu unternehmen.
Aber Kopf hoch und nicht in den Sand stecken, immerhin gibts ja die Freitage. Immerhin hab ich mich eben im Fitnessstudio ordentlich ausgepowert und kann nun ruhiger schlafen.
Kali nichta,
Eure Viola