Kos Stadt – endlich mal Kultur

Juhuu endlich war es wieder soweit – FREI-FREU-TAG – und endlich bin ich nach Kos Stadt gefahren.

Nach ausgiebiger Recherche im Marco Polo hatte ich eine große To Do Liste und viele „Sehenswürdigkeiten“ vor mir. Auf ging es mit dem Überlandbus Richtung Osten und eine knappe halbe Stunde später war ich auch schon da. Ganze 18.000 Einwohner leben in Kos Stadt – weniger, als die Zahl der antiken Steine und Säulen 😀 Vom schicken Hafen aus starten regelmäßig Boote zu den Nachbarinseln oder der Türkei. Die ganzen Ansammlungen von Säulen, Mosaiken und alten Mauern sind fast alle frei zugänglich und so arbeitete ich mich von einer Ausgrabung zur nächsten.

DSC09226aLos ging es mit dem antiken Marktplatz, der Agorá. Gebaut wurde der Marktplatz im 4. Jh. v. Chr., im April 1933 wurde er dann aber durch ein starkes Erdbeben wieder zerlegt und bis auf ein paar aufgerichtete Säulen auch so belassen. Mit viel Fantasie und Hilfe der Infotafeln kann man sich ein wenig vorstellen, wie es damals ausgesehen haben kann. Schon spannend!

Durch leichte Orientierungsschwierigkeiten kam ich nicht ganz da an, wo ich hinwollte, aber ich stand immerhin auf einmal vor der berühmten Platane des Hippokrates. Hippokrates soll sie angeblich vor  mehreren tausend Jahren selbst gepflanzt und darunter seine Schüler unterrichtet haben. Das genaue Alter kann man wohl nicht bestimmen. Sie ist aber so alt, dass sie von innen völlig hohl ist und von Trägern gestützt werden muss.

Über eine kleine Brücke gelangte man schließlich zum Johanniterkastel, einem der für mich schönsten Orte in Kos Stadt. Die Burg DSC09326abegrenzt den Hafen Kos‘, den Mandraki Hafen, nach Osten hin und wurde im 14, Jh. von den Johanniter umgebaut und neugeplant. Als im 15. Jh. die Bedrohung durch das Osmanische Reich stieg, bauten sie einen zusätzlichen Mauerring zum Schutz; er half allerdings nichts und die Festung ging samt Insel 1523 in türkischen Besitz über. (Ihr sollt ja auch etwas lernen… 😉 )
Überall verteilt liegen Säulen, Fresken, steinernde Girlanden und Statuen verteilt und von den Mauern aus hat man traumhafte Aussichten zu allen Seiten. Das türkische Festland scheint zum Greifen nah, ist allerdings auch nur 5km entfernt.

Nach einem kleinen Spaziergang am Hafen war es dann auch schon halb 3 – Zeit zum Mittag essen. DSC09362aUnd in einer steilen Seitenstraße fand ich dann eine super tolle Taverne namens „Fish House„. Unbedingt dort hin gehen, wenn ihr in Kos sein solltet!! Die Deko ist extrem aufwendig und mit sehr vielen Details. Bougainvillean ranken sich an den weiß gekalkten Wänden entlang und setzen so die kleinen Tischchen mit den blauen Stühlen in Szene. Von meinem Platz aus konnte ich toll auf den Hafen gucken und das Essen war nicht nur lecker sondern erstaunlich günstig. Da hab ich mir dann auch gleich mal einen gegrillten Feta und einen griechischen Salat gegönnt.

Nach der Mittagspause folgte die Markthalle (mit viel frischem Obst und leckerem Süßkrams), die angrenzenden Moscheen (in denen nun nur noch Geschäfte untergebracht sind) und ein Spaziergang Richtung Süd Westen. Hier wollte ich mir eigentlich die Casa Romana angucken, in der man das Leben der Römer nachvollziehen können soll, aber aufgrund von irgendwelchen Arbeiten war sie leider geschlossen. Also weiter zum nächsten Punkt. Rechts am Straßenrand fand ich das sogenannte „westliche Grabungsgebiet“. Hier fand man alte Säulen eines Gymnasions, also der Turnhalle, und Mauerreste eines römischen Bades und viele Bodenmosaike über Götter und Gladiatoren. Und da niemand weit und breit zu sehen war, nutzte ich die Gelegenheit für ein paar dumme Selbstauslöser Fotos 😀 Lasst euch überraschen !

Der letzte Stop war dann das Odeon , ein kleines römisches Theater, in dem im 2. Jh in der Antike musikalische und pantomimische Aufführungen und Lyrikveranstaltungen stattfanden. Naja … eine Zypressenalle sollte dort hin führen. Die erste Zypressenalle, die ich nahm führte jedoch zu einem kleinen Friedhof für deutsche Urlauber und italienische Soldaten, die von den Deutschen wann auch immer ermordet wurden…
Die nächste Allee führte dann aber zum Theater und es war zwar sehr klein und einfach, aber wenn man so ganz allein ganz oben im Rang sitzt und ein wenig die Fantasie spielen lässt, kann man sich in die Zeit versetzen und sich die Künstler auf der Bühne vorstellen…

Kurz vor der Abfahrt zog es mich noch einmal zum Strand, wo ich fast verpasst hätte, zum Busbahnhof loszulaufen. Hat dann aber doch ganz gut geklappt, immerhin hatte ich die Stadt zu Fuß gut erkundet und den Weg dadurch schnell gefunden.

Zu Hause angekommen hüpfte ich noch einmal ins Meer, bibberte dann dem Sonnenuntergang entgegen und sah mir bei einem  Weinchen die Bilder vom Tag an.
Ein schöner Tag!! Wenn es nur mehr davon geben würde… Aber immerhin schaffen es diese Tage, dass ich ein wenig abschalten und die Zeit ein genießen kann.

Sonnige Grüße

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Kategorien: Beiträge Apr-Sep | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „Kos Stadt – endlich mal Kultur

  1. Frosch

    wie immer ein toller artikel und tolle bilder!!! vorallem die selbstauslöser bilder ^^ und du kannst bestimmt keine säule wegschieben also lass es 😀 super witzig 😀

    • Anonymous

      gez. Verena 😀

    • ein Versuch war es wert 😉
      freut mich, dass es dir gefällt. Ich hoffe, du lernst auch ein wenig was dabei – wozu erzähl ich sonst was von Römern, Antike und türkischen Eroberer? 😛

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