Lange ist’s her, aber nun wird es mal wieder Zeit für einen kleinen Blogeintrag.
Bevor ich mich nun entgültig aus Bremen verabschiede, wollte ich doch wenigstens ein paar Städte hier im Norden gesehen haben. Wer weiß, wann ich das nächste Mal die Chance dazu bekomme!?
Auf dem Plan standen Lübeck, Stralsund, Greifswald und Schwerin und das alles Anfang Februar.
Und so sah meine Reise aus:
Tag 1 – Lübeck
Los ging es sehr früh an einem Montagmorgen über Hamburg Richtung Lübeck. Immerhin kann man in der Bahn ja ganz gut schlafen 😀 In Lübeck angekommen besorgte ich mir als erstes einen Stadtplan und versuchte mir einen Überblick zu verschaffen. Nebenbei bemerkt war es unheimlich kalt! Gegen 11 Uhr war ich in Lübeck angekommen und auch noch Stunden danach waren sämtliche Wiesen bereift, Bänke vereist und Flüsse zugefroren.
Brrr… kein Wunder, dass mein Kameraakku da schon nach kurzer Zeit den Geist aufgegeben hat.
Das gebuchte Hostel konnte ich leider erst ab 18 Uhr beziehen und so lief ich stundenlang durch die Altstadt und auch drumherum. Erstes Highlight war natürlich das Holstentor, welches die Besucher direkt bei ihrer Ankunft begrüßt. Außerdem sah ich mir das Burgkloster, das Rathaus, sämtliche Kirchen und den Museumshafen an. Auf eine der Kirchen, die St. Petri Kirche, kann man sogar mit einem Fahrstuhl auf eine 50m hohe Plattform hinauffahren und von dort theoretisch bis zur Ostsee gucken. Bei einer Sichtweite von maximal 100m konnte ich an diesem Tag allerdings nicht mal den nächsten Kirchturm erkennen.
Was es noch zu sehen gab? Zum Beispiel viele kleine Gassen, die zu privaten Innenhöfen führten welche mit viel Liebe zum Detail dekoriert wurden und natürlich das Café Niederegger, das Statussymbol für die Hochburg des Marzipans. Hier gab es eine riesige Auswahl an Marzipanspezialitäten und eine Etage höher, neben dem edlen Café, auch eine kleine Ausstellung zur Geschichte.
Nach mehreren Stunden Fußmarsch war ich ziemlich durchgefroren und froh, endlich in das Hostel ziehen zu können. Durch die geringe Belegung in der Nebensaison bekam ich sogar ein Doppelzimmer alleine für den Preis eines 6er Zimmers – Schnäppchen 🙂 Abends spazierte ich noch einmal durch die Stadt, bewunderte das beleuchtete Holstentor und fand sogar eine Eislaufbahn mit Disco Party.
Tag 2 – Stralsund
Am frühen Morgen machte ich mich bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg nach Stralsund an die Ostsee. Nach der 3 stündigen Fahrt war ich endlich da, deckte mich zunächst wieder mit einem Stadtplan ein und marschierte schnurstraks aufs Meer zu. Und hier hab ich zum ersten Mal die Ostsee zugfroren gesehen. Auf dem zugefrorenen Meer lag Schnee und die Nachbarinsel
Rügen schien nur wenige Meter entfernt zu sein. Auch die Gorch Fock war vom Eise eingeschlossen. Mehrere Stunden lang bin ich einfach nur am Hafen entlang gelaufen, hab auf das zugefrorene Meer geguckt und bei einem Fischbrötchen die frische Luft genossen. Neben mehreren Kirchen und einem Kloster hab ich mich dann auf mein kleines Highlight gestürzt, das Ozeanum und Meeresmuseum. Letzteres befand sich in einer umgebauten Kirche und erinnerte stark an ein Museum aus der DDR. Die dort ausgestellten Fischdosen waren zum Beispiel alle mit DM Preisen versehen und auch das Design der gesamten Ausstellung erinnerte stark an ein Heimatmuseum.
Das Ozeanum hingegen war eher mit dem Klimahaus in Bremerhaven zu vergleichen. Groß, modern und durchdachte Besucherlenkung. (Wenn man sowas studiert hat, achtet man da auch mehr drauf 😉 ) In den vielen Aquarien konnte man die verschiedenesten Fische und Korallen begutachten, viel über die Geschichte und aktuellen Probleme der Nord- und Ostseegewässer lernen (das Ozeanum beschränkt sich vorrangig auf die deutschen Meere) und an vielen Stationen auch selbst aktiv werden. Highlight des Ganzen war ein riesiger Saal in dem die größten Walarten in Lebensgröße von der Decke hingen und durch perfekte Inszinierung von Licht und Ton das Gefühl vermittelten, direkt unter ihnen zu schwimmen. Dazu konnte man sich auf Liegen legen und von unten das ganze Geschehen betrachten.
Am Abend ging die Reise dann schon weiter nach Greifswald wo ich wiedermal ein Doppelzimmer mit eigenem Bad für mich alleine bekam.
Tag 3 – Greifswald
Greifswald war für mich immer eine Stadt, die man mal gesehen haben muss. Also startete ich schon früh am Morgen mit der Suche nach einem Fotostudio, welches meine Kameraakkus aufladen konnte. Glücklicherweise konnte ich auch eins finden und hab mit dem Besitzer erst mal eine nette Unterhaltung über Fotobücher, Auslandssemester und traumhafte Fotomotive geführt.
Im Anschluss sah ich mir die Stadt mit ihren Kirchen, dem schönen Marktplatz und dem Museumshafen an bevor ich mit dem Bus den Stadtteil Wieck besuchte, welcher sich direkt an der Ostsee befindet.

Und wiedermal staunte ich über die zugefrorene Ostsee und die Weite des Meeres. Auch hier hab ich wieder mehrere Stunden damit verbracht, einfach nur auf das Meer zu gucken und die Gedanken schweifen zu lassen. Außerdem hab ich mir die einzigartige Zugbrücke aus Holz und die Klosterruine Eldena angesehen. Schon idyllisch dieses kleine Fleckchen Land.
Ziemlich gefroren machte ich mich am Abend auf den Weg zu meiner letzten Station, nach Schwerin. Nebenbei muss ich mal erwähnen, dass während meiner gesamten Reise mit der Bahn, und das waren insgesamt immerhin 11 Stunden, nicht ein einziges Mal ein Zug Verspätung hatte oder ausgefallen ist!
Tag 4 – Schwerin
Den Tag in Schwerin begann ich sehr früh. So früh, dass die Sonne noch nicht mal richtig schien, auf den Straßen kaum was los war und die Kälte erbarmungslos zuschlug. Mein erster Anlaufspunkt war das Schloss von Schwerin, in dem sich auch der Landtag von MeckPom befindet. Von Außen war der Anblick unbeschreiblich. Hier hab ich zum ersten Mal gedacht, wie schön es doch wäre, Prinzessin zu sein und in dem Schloss zu wohnen. (Bin ja sonst nicht so der Prinzessin Typ).
Von Innen sah es allerdings ziemlich einfach aus, also nahm ich mir lieber die Schlossinsel vor und wanderte um das ganze Schloss
herum. Von allen Seiten kann man auf den Schweriner See gucken, der natürlich auch zugefroren war, und ich würde nur zugerne wissen, wie das ganze im Sommer aussieht, wenn alles blüht und es warm ist. Die Insel war super aufwendig gestaltet mit einer Grotte, vielen Aussichtspunkten, Freitreppen, Gärten und und und. Im Sommer muss es hier echt wunderbar sein.
Nachdem ich das Schloss umrundet hatte, sah ich mir den Schlosspark an, eine riesige Gartenanlage nach exakt symmetrischen Vorgaben. Hier sind also die Könige und Prinzessinen flanieren gegangen wenn sie mal nichts zu tun hatten. Hmm…
Nach der ganzen Schlossgeschichte sah ich mir noch die Stadt selbst an mit ihren kleinen Gassen, vielen Geschäften und großen Einkaufsstraßen. Ich wurde sogar spontan Gast einer Hochzeit 😀
Danach hatte ich aber eigentlich auch schon alles gesehen, was es in Schwerin zu sehen gab. Dummerweise waren es bis zur Rückfahrt noch Stunden. Ausgerechnet die einzige Strecke, für die ich ein billiges IC Ticket gebucht hatte, hätte ich besser nicht buchen, sondern spontan den etwas teureren Regio nehmen sollen. So bummelte ich irgendwie die Stunden ab, wanderte nochmals um das Schloss herum und starrte auf den See, während ich versuchte irgendeinen Plan für meine Zukunft zu schmieden.
Dann war es endlich soweit, die Heimreise konnte angetreten werden und um ehrlich zu sein, sehnte ich mich nach meinem eigenen Bett und und konnte es kaum erwarten, den Rucksack abzulegen und nicht mehr frieren zu müssen.
Zusammengefasst war es ein erlebnisreicher, interessanter und sehr kalter Trip. Wenn man die selbe Reise wie ich im Winter unternehmen will, sollte man seine Zeitplanung etwas ändern und für Städte wie Lübeck und Schwerin weniger Zeit einplanen. Aber es war sehr interessant, die Städte, vor allem die Ostsee, mal im Winter zu sehen.Im Sommer wäre dieser Trip aber bestimmt noch viel entspannter gewesen, weil man sich dann einfach mal auf eine Wiese oder Parkbank setzen könnte und nicht ständig Angst haben muss, dass das Handy- oder Kameraakku den Geist aufgibt.
In diesem Sinne, viel Spaß mit den etwas anderen Ostsee Bildern.