irgendwie kann ich immernoch nicht glauben, dass das wirklich pasiert ist …
Nichts ahnend saß ich letzten Montag in meiner Mittagspause an der Waspo und plauderte mit Andi, als mich auf einmal jemand von hinten ansprach und nach Plätzen zum Schnuppersurfen fragte. Als ich mich dann umdrehte, wurden meine Augen auf einmal ganz groß und mir verschlug es die Sprache, denn wie aus dem nichts standen Mama und Papa auf einmal vor mir!! War das ein schönes Wiedersehen!
Glücklicherweise hatte ich gleich am Dienstag meinen freien Tag und so starteten wir den Überraschungsbesuch mit einer Tour über die Insel. Eigentlich war ich seit Tagen extrem müde und wollte den freien Tag nutzen, um zu schlafen und mal wieder neue Energie zu tanken… Aber ganz ehrlich, selbst wenn ich vor Müdigkeit auf allen Vieren gegangen wäre, einen unverhofften, ganzen freien Tag mit meinen Eltern lasse ich mir nie im Leben nehmen!
Wir fuhren Richtung Osten bis ans Südöstlichste Ende nach Xerokambos. Laut meiner Reisbibel („Marco Polo“) ist dies ein Geheimtipp für Liebhaber stiller Strände, da es dort mehrere kleine Buchten und Sandstrände gibt. Die Anfahrt allein war schon spektakulär genug. Unser Plan war es, auf der Autobahn an der Nordküste entlang bis nach Sitía zu fahren und von dort südwärts durchs Gebirge. Dummerweise führt die Autobahn aber auch schon durchs Gebirge und verlängert dadurch die Fahrtzeit ungemein. Später ging es dann noch steil bergauf und steil bergab über unglaubliche Serpentinen mit engen Haarnadelkurven. Wahnsinn, wie sich unser kleiner Fiat da durchgekämpft hat 😀
Die Aussicht unterwegs war mehr als beeindruckend. Die Insel ist immernoch erstaunlich grün und von Olivenhainen, Weinfeldern und Oleandern als Straßenbepflanzung habe ich glaube ich schon oft genug geschwärmt.. Einfach herrlich.
In Xerokampos hatten wir aufgrund der langen Fahrtzeit nur ein paar Stunden Zeit um das Meer zu genießen. Die Strände waren teils sandig, teils felsig und das Meer türkis und schön warm. Irgendwie ist das Wasser auf der Südseite der Insel viel weicher, das habe ich auch schon in Makrigialos vor ein paar Wochen festgestellt.
Rückzu haben wir uns für die Strecke entlang der Südküste bis nach Ierapetra entschieden um dann an der schmalsten Stelle der Insel wieder nach Norden zu fahren. Und tadaa… die Strecke war mal eben 2,5 Stunden lang statt 4 Stunden wie bei der Hinfahrt. Da ich diesmal Papa ans Steuer gelassen hab, konnte ich auch mal den Ausblick in Ruhe genießen und die Eindrücke mit der Kamera festhalten.
Am Abend waren wir mal wieder bei unserem Freund Jannis in Stalida essen und es kam mir den ganzen Tag lang vor, als würde ich einen ganz normalen Urlaub mit meinen Eltern auf Kreta verbringen. Allerdings hat dabei noch eine wichtige Person gefehlt, mein Schwesterchen Verena :*
Völlig geplättet fuhr ich nachts wieder zurück ins Hotel und fand mich wieder im Alltag wieder.
An den folgenden beiden Tagen habe ich netterweise die Abende frei bekommen (normalerweise müssen wir sogut wie jeden Abend bis 24 Uhr an der Bar bleiben und präsent sein) und konnte somit jeden Abend mit dem Auto zu meinen Eltern fahren und gemütlich essen gehen, über Gott und die Welt plaudern und einfach mal wieder jemanden haben, der einen kennt, versteht und in den Arm nimmt 🙂 ❤
Hach waren das anstrengende aber seeeehr schöne Tage! Die beste Überraschung, die mir seit Ewigkeiten gemacht wurde (soweit ich mich erinnern kann)
Und jetzt noch eine Neuigkeit an alle, nun wo es entgültig feststeht..
Ich werde nicht, wie geplant Mitte September zurück nach Deutschland kommen, sondern erst Anfang/ Mitte November. Keine Angst Oma, zu deinem Geburtstag bin ich natürlich wieder da!!!! Und zusätzlich habe ich meinen Vertrag nicht nur bis zum Ende der Saison verlängert, sondern gleich für die komplette nächste Saison zugesagt.
Und passend dazu kam nun die Zusage zum Masterstudium im Saarland für nächstes Jahr. Na toll.. Aber studieren kann man später immernoch 😉
Wer also mit dem Gedanken spielt, mal die wunderschöne Insel zu besuchen, die ich hier ständig beschreibe, darf schonmal seinen Urlaub für nächstes Jahr planen und mich gerne besuchen kommen!!
So liebe Familie, erinnert ihr euch daran, wie ich schon mit 14 Jahren beschlossen habe, mal nach Kreta auszuwandern und dafür angefangen habe, Griechisch zu lernen? tadaaa … Plan umgesetzt.
In diesem Sinne, viele Grüße von der Insel


