… zwischen Bergen und Meer, Sonne und Wolken.
Es ist zwar schon eine ganze Weile her seit ich diesen tollen Trip unternommen habe, aber wie ihr wisst, ist Zeit hier ein teures Gut, was man sich erarbeiten muss 😛
Vor knapp 2 Wochen machte ich mich also früh am Morgen auf den Weg nach Westen, vorbei an Heraklion und über viele kleine Dörfer bis nach Zaros. Auf dem Weg dahin habe ich mich diesmal nur ein paar wenige Male verfahren, die Straßenschilder sind ja leider nicht immer sooo genau und wenn die Kreter nicht mal ihre eigene Insel kennen ist das schon schade. Aber ein Taxifahrer konnte mir dann schließlich den entscheidenden Tipp geben, sodass ich pünktlich zum Mittag im Bergdörfchen Zaros ankam.
Das Dorf liegt in 340m Höhe am Südhang des Ida-Gebirges und ist für seine Forellenzucht und die vielen Wandermöglichkeiten bekannt.
Natürlich sah ich mir die Forellenzuchtanlage an, klein aber fein, und probierte den guten Fisch gleich mal aus – seehr lecker. Ich bestellte eigentlich nur den Fisch, Tzatziki und ein Getränk. Gebracht bekam ich neben den bestellten Gerichten aber noch einen Teller Oliven, Brot und ein Gläschen Weißwein zum Fisch und immer mal wieder setzte sich einer der Griechen zu mir und plauderte eine Runde. Zum Abschied bekam ich noch eine umfangreiche Wegbeschreibung für mein nächstes Ziel und ein großes Glas voll Raki.
Wie war das mit der 0,0 Promille Grenze in Griechenland?? 😀
Bevor es zum nächsten Ort ging, machte ich noch einen Abstecher zum Votomos-Lake, dem See von Zaros. Besonders spektakulär war er nicht, ein grünlicher See mitten in den Bergen. Aber die Kulisse konnte sich sehen lassen und hätte man Zeit gehabt, hätte man sogar einmal um den See herumspazieren können.
Im Anschluss fuhr ich weiter bis an die Südküste nach Agia Galini, einem Touristenörtchen mit vielen
Shops, Cafes und Bars, einem kleinen Strand am Ende des Ortes und einem kleinen Hafen von dem aus mehrmals täglich Ausflugsboote in die benachbarten Buchten oder zum Fischen aufs Meer fahren. Ich nutzte den Zwischenstopp zum Entspannen und ausruhen, denn so eine lange Fahrt rächt sich doch immer wieder mit Müdigkeit.
Von Agia Galini aus ging es an der Küste entlang nach Agia Pavlos. Der kleine Strand scheint so unbekannt zu sein, dass er nicht mal in meiner Reisebibel dem Marco Polo aufgelistet ist, in anderen Büchern habe ich jedoch traumafte Bilder gesehen – also nichts wie hin da. In Agios Pavlos angekommen fand ich zwar einen kleinen und fast leeren Strand am Berghang vor, leider aber auch einen bedeckten Himmel. Am Ende der Bucht von Agios Pavlos führte ein kleiner Weg mit 55 Treppen steil nach oben und ermöglichte eine tolle Aussicht auf den gesamten Strand. Dabei war die Beschaffenheit der Felsen dort oben das eigentlich spannende am Aufstieg. Wie bei Schieferplatten waren die Schichten schräg in einander geschoben und präsentierten nahezu alle möglichen Erdfarben von braun über weiß und rot bis schwarz.
Viel mehr Spektakuläres gab es aber auch nicht, also auf zum letzten Stop nach Spili.
Spili ist ein Bergdorf auf dem Weg von Rethymnon nach Agia Galini und hat eigentlich nur eine Besonderheit bzw. Sehenswürdigkeit – einen venezianischen Brunnen mit Löwenköpfen. In Kos hieß der Ort mit dem Löwenbrunnen Pili, hier Spili – irgendwie kam mir das ganze gleich bekannt vor.
Der Brunnen ist auf jeden Fall schmal und lang und um ein Gebäude herum gebaut. Auf der ganzen Länge sind in regelmäßigen Abständen Löwenköpfe an der Wand angebracht und spucken ohne Ende Wasser 🙂 Um den Brunnen herum ranken sich zahlreiche Mythen und Sagen aber wie immer weiß niemand wie es wirklich war.
Nach einem kurzen Stop im Minimarkt in Spili trat ich so langsam die Heimreise an. Erstmal ging es Richtung Norden nach Rethymnon zurück auf die Autobahn und dann mit Höchstgeschwindigkeit an der Küste entlang Richtung Osten. Zu erwähnen ist vielleicht noch, dass ich anfangs selbstverständlich die falsche Autobahnauffahrt gewählt habe und die Küste zunächst rechts an mir vorbei zog, bis ich endlich merkte, dass es eigentlich andersrum sein sollte. Also bei der nächsten Gelegenheit abgebogen, eine kleine Stadtrundfahrt gemacht und wieder zurück auf die Autobahn, diesmal in die richtige Richtung 😉 Die Fahrt hat dann auch nur knapp 2 Stunden gedauert, dank meines „rasanten“ (den Griechen angepasten) Fahrstils…
Am Abend war ich dann echt ziemlich müde und hab es nicht einmal mehr geschafft, die Bilder durchzugucken.
Ein paar Tage später hatte ich endlich Urlaub und nutzte diesen um den lange erwarteten Überraschungsbesuch in der Heimat anzutreten. Außer Schwesterchen Verena wusste niemand bescheid, umso größer waren die Augen und die Begeisterung bei den Verwandten. Die Tage zu Hause waren sehr lang, vollgepackt und seeehr sehr schön.
Ich arbeite, studiere und reise zwar schon einige Jahre über längere Zeit im Ausland, aber irgendwie ist es doch immer wieder schön, die Familie um sich herum zu haben.
Nach 5 schönen Tagen ging es zurück auf die Insel und diesmal konnte ich es kaum erwarten wieder am Strand hin und her zu rennen und meine Waspojungs um mich herum zu haben. Glücklicherweise hat sich Chefchen Andi dazu durchringen können, mich früh um halb 5 zum Flughafen zu fahren und mich am Abend auch wieder abzuholen. Sonst häte ich wohl laufen müssen 😀 DANKE !!
Hier nochmal meine Route (wie sie hätte verlaufen sollen also ohne Verirrungen 😀 )
In diesem Sinne, sonnige Grüße von der Insel und bis bald
Eure Viola