Und schon wieder war eine Woche rum und schon wieder war ich mit dem Auto unterwegs.
Diesmal sollte es zu einer kleinen Schlucht in den Süden gehen, wo Andi vor einigen Wochen irgendein Loch im Berg mit Wasser gefunden hat. Klingt spannend dachte ich mir und fuhr Richtung Westen vorbei an Heraklion und dann direkt durchs Landesinnere nach Süden. Leider war der Weg dahin nicht soo gut ausgeschildert, und so musste ich mehrmals anhalten und auf der Karte nachgucken und ein paar Typen in einer Autowerkstatt nach dem Weg fragen. Als ich auf Griechisch gefragt hab, kannten alle auf einmal doch den Weg dorthin..
Bevor es zur Schlucht ging, stoppte ich noch in Vori, einem Miniörtchen oberhalb von Matala, und besuchte das angeblich best ausgestattetste Volkskundemuseum auf der Insel. Tatsächlich gab es erstaunlich viele Ausstellungsstücke, die auch sehr interessant dargestellt und erklärt waren. Nach einem ausführlichen Rundgang durch das Museum war ich 15 Minuten später aber schon wieder draußen. Also weiter in Richtung Süden.
Ich schlängelte mich also durch die Dörfer bis ich auf eine Schotterstraße kam und nicht genau zu erkennen war, wie weit diese befahrbar ist. Aber egal… Irgendwo wird man schon umdrehen können.. Also fuhr ich soweit es ging über Stock und Stein, seit meinem Roadtrip im Westen bin ich ja Rally erprobt, bis ich irgendwann doch aufgeben und das Auto in einem vertrockneten Flussbett parken musste.
Den Rest des Weges ging es zu Fuß bis ich endlich den Eingang der Schlucht erreichte.
Der Weg durch die Schlucht dauerte nur ungefähr 30 Minuten, war aber umso schöner. Die Schlucht wurde durch zwei Rinnsale geformt, die an einer kleinen Kirche zusammen treffen und in einem kleinen, kieseligen Strand münden. Der größte Teil der Schlucht ist ein Engpass zwischen riesigen Felswänden mit unzähligen Höhlen. Und obwohl der Fluss nicht mehr bis zum Meer reicht, wachsen bis ans Ende der Schlucht Sträucher mit Blüten in allen Farben.
Am Strand angekommen musste ich erstmal ins Meer springen und mich abkühlen. Und wieder einmal stellte ich fest, dass das Lybische Meer sich deutlich anders anfühlt als das kretische Meer auf der Nordseite… Den Rest des Tages verbrachte ich am Strand und versuchte meine Neoprenabdrücke zu bräunen. 🙂
Nach viel Schlaf und ein paar gelesenen Buchseiten ging es schon wieder zurück durch die Schlucht zum Auto. Unterwegs machte ich meine erste Begegnung mit einer Schlange :O Mit den Augen irgendwo in der Luft latschte ich auf etwas langes, dunkles, dünnes und erschrak mich extrem, als es sich auf einmal bewegte und beim Drauftreten nicht wie ein Stock zerbrach sondern weich war. Ich konnte gar nicht so schnell gucken, wie die Schlange im Gebüsch verschwunden war aber so erschreckt habe ich mich schon lange nicht mehr.
Am Auto angekommen musste ich nur noch irgendwie das Auto aus dem trockenen Flussbett augeparkt bekommen, aber gegen das, was ich hier teilweise mit dem Auto leisten muss, war das noch ein Klacks. Pünktlich zum Sonnenuntergang war ich zu Hause und schaffte es gerade noch ein Paar Seiten zu lesen bis mich die Müdigkeit einholte und niederstreckte.
Und so ging mal wieder ein toller freier, erlebnisreicher Tag zu Ende. Das Loch, von dem Andi erzählt hatte, hab ich allerdings nichts gefunden. Später hat er mir erzählt, dass man dazu eine der Steilwände am Strand hochklettern hätte müssen aber das kann ich zur Not auch ein anderes Mal nachholen 😛
So, nächste Woche ist erst mal Reisepause, irgendwann muss ich auch mal ausschlafen und Kraft tanken.
Bis dahin sonnige Grüße (Bei uns stehen gerade 33°C bei kaum Wind, schöööööön warm 🙂 )