Nach langer Zeit des Wartens und Ausruhens stand mal wieder ein kleiner Ausflug an.
Zufälligerweise waren gerade zwei Freunde auf der Insel zu Besuch, so dass ich mich gleich mal als Reiseleitung beweisen konnte.
Los ging es Richtung Osten, vorbei an Agios Nikolaos und dann südwärts nach Ierapetra an die Lybische Küste. Von dort schlängelten wir uns weiter nach Osten bis nach Koutsourani zum Milonas Wasserfall, unserer ersten Station.
Eine ganze Weile ging es, mal wieder im Rallye Style, über Schotterstraßen und Gräben, bis wir vor einer kleinen Infotafel halt machen und aussteigen mussten. Von dort führte uns der Weg in das Gebirge hinein, vorbei an Thymian Büschen, Olivenbäumen und Akazien. Stückweise läuft man nur auf schmalen Wegen oder den einstigen Wasserleitungen. Am Wasserfall angekommen, freuten wir uns alle über die verdiente Abkühlung und einen wunderschönen Anblick. Ich war zwar im letzten Jahr schon dort, aber trotzdem war es wieder einmal toll.
Nachdem wir uns ausreichend abgekühlt und gestärkt und alle nötigen
Aufnahmen gemacht hatten, ging es wieder zurück zum Auto und schnurstracks Richtung Ierapetra zurück. Etwas nördlich davon befindet sich der Bramiana Stausee. 1986 wurde er angelegt und ist mit einem Fassungsvermögen von 16 Mio. l Wasser der Größte Kretas und soll zur Bewässerung der zahllosen Gewächshäuser in der Umgebung dienen. Wenn man in der Nähe von Ierapetra herum fährt, glaubt man echt, es gibt nichts weiter außer Gewächshäuser.
Der Stausee war ziemlich ruhig gelegen, riesig groß und strahlend blau, ansonsten aber nicht weiter spektakulär. Von den angeblich vielfältigen Vogelarten, die den See für Ornitologen so interessant machen sollen, haben wir nicht wirklich viel gesehen..
Unser nächster Stop war eine meiner Lieblingsstädte, Agios Nikolaos. Zunächst gönnten wir uns ein leckeres Mittagessen in meiner Lieblingstaverne direkt am kleinen See mitten in der Stadt. Als wir dann die Getränkekarte und vor allem die frisch gepressten Fruchtsäfte entdeckt hatten, probierten wir ungelogen die komplette Fruchtsaftpalette aus. Frischer ging es gar nicht. Unsere kleine Auswahl an Vorspeisen mit Fisch, Salat und Saganaki Käse war die perfekte Ergänzung dazu.
Gestärkt und gesättigt schlenderten wir durch die Stadt und ihre Geschäfte, vorbei am Hafen und dem Strand. Besonders schön ist immer wieder der Blick auf die Innenstadt mit ihrem kleinen See von einem Aussichtspunkt weiter oben in Agios Nikolaos.
Gegen Abend stand unser letzter Tourstop an, Jannis‘ Taverne in Stalis! Ich kann doch meinen Gästen unseren Freund Jannis nicht vorenthalten… Hier gaben wir uns dann endgültig den Rest und fühlten uns nach Zucchinis, gefülltem Gemüse, Brot mit allerlei Aufstrich Varianten und einem tollen Dessert vom Haus wie kleine Kugeln. Jannis hat uns mal wieder mit vielen selbstgemachten Kleinigkeiten verwöhnt und zum Abschied noch jedem ein Tütchen Oregano aus eigenem Anbau mitgegeben.
Glücklich und müde setzte ich die Beiden vor ihrem Hotel ab und steuerte mein zu Hause und mein Bett an. Ich glaube, es hat nicht mal mehr zum Bilder anschauen gereicht, so müde war ich. Anstrengend war es, aber mal wieder erlebnisreich und schön. Und ich konnte wieder zwei Leute von der Schönheit und Vielfalt der Insel überzeugen.
Hier noch unsere Route von 170 km.
In diesem Sinne viel Spaß mit den Bildern.
Liebe Grüße Viola
