Sister Act 3.0 goes Asia!
Nachdem wir also vom verrückten Taxifahrer vor unserem Hotel abgesetzt wurden, standen dort ein paar Sri Lankenesen (Eigenkreation von Verena..) und telefonierten erst einmal herum, da die Rezeption bereits geschlossen war. Dank des ausgedruckten Hotelvouchers konnten wir klarmachen, wer wir sind und bekamen schließlich unser Zimmer gezeigt.
Das Hotel lag in einem tollen tropischen Garten, der grüner kaum sein konnte. Die Zimmer waren landestypisch und sehr einfach. 4 Wände aus Stein, ein kleines Fenster und ein kleines Bad, alles von einem einfachen Wellblechdach geschützt. Immerhin hatten wir ein großes Moskitonetz über dem Bett und einen funktionierenden Lüfter. An dem Abend war uns das aber egal, wir waren einfach nur müde von der Reise und gut 30 Stunden ohne Schlaf, Verena hatte am Tag des Abflugs ja auch noch voll gearbeitet. Also ab ins Bett, die ersten Eindrücke notiert und weg waren wir.
Da praktischerweise direkt hinter unserm Hotelgarten eine Bahnstrecke verlief, war ich schon relativ früh wach.. Schon verrückt, von der Terrasse aus eine Regionalbahn vorbeiziehen zu sehen und über die Gleise zu laufen, um zum Strand zu kommen. Sämtliche Vogelarten im Garten sorgten für den nötigen Biolärm sodass wir schließlich nachgaben und uns auf zum Frühstücksbuffet machten. Die Auswahl am Buffet war sehr überschaubar und irgendwie nicht ganz ansprechend. Das Obst lag wohl schon länger dort, zumindest hatten sämtliche kleinere Fliegen es bereits für sich entdeckt, und mit dem Rest konnten wir nicht viel anfangen. Ein paar Brote mit Marmelade, Spiegelei und eine Kanne Tee kamen dann aber doch zusammen und der Tag konnte starten.

der spontane Reiseplan
Nach einem kurzen Besuch am Strand mussten wir uns erst einmal bei der Rezeption melden und einchecken. Relativ fix kamen wir mit den Leuten ins Gespräch und ich legte ihnen meine Liste von sehenswerten Orten vor, die ich durch meine Reisebibel, den Marco Polo, zusammen getragen hatte. (Eigentlich sollte ich mich langsam mal von Marco Polo sponsern lassen… 😀 ) Schnell wurde uns klar, dass man viele Orte nicht an einem Tag besuchen kann und mindestens eine Übernachtung einplanen muss. Auf die Frage, wie viele Tage wir Zeit hätten, antworteten wir leichtfertig 5 und schon wurde uns ein 5 tägiger Reiseplan mit den Highlights des Landes zusammengestellt und vorgelegt. Im angegebenen Preis seien unser Fahrer samt Auto, sämtliche Eintrittspreise und Führungen sowie Übernachtungen mit HP inbegriffen. Etwas überrumpelt baten wir um Bedenkzeit und fuhren mit dem Tuk Tuk in die Stadt, um uns mit Wasser und Knabbereien einzudecken. Das erste Mal Tuk Tuk fahren war mega aufregend! Irgendwie ist man mitten drin im Verkehrsgeschehen und das ist in Bentota ziemlich aufregend, schnell und laut.
Das Nötigste war schnell besorgt und ehe wir im Hotel ankamen, waren wir schon auf dem Weg zum Strand.
Der erste Strandbesuch im Urlaub hat irgendwie immer etwas Befreiendes. Warmer Sand zwischen den Zehen, Sonne im Gesicht und warmes Wasser mit tollen Wellen holen einen doch immer wieder runter. Wie angekündigt, ist die Strömung hier nicht zu unterschätzen. Die Wellen brechen teilweise sehr kraftvoll und das ablaufende Wasser zieht einen seitlich davon. Immerhin seitlich und nicht aufs Meer. Bei einem kleinen Strandspaziergang entdeckten wir ein paar Surfstationen, die Wellenreitunterricht anboten, leider aber zu aufdringlich um Kundschaft warben und einen kleinen Mangrovenwald, der zu einer weiteren traumhaften Bucht mit weichem, weißen Sand führte. Die Küstenlandschaft ist schon leicht paradiesisch hier.
Irgendwann wurde es uns aber zu schwül, an das tropische Klima mussten wir uns erstmal gewöhnen, und wir wechselten zum Pool inmitten von Bananenstauden, Palmen und Frangipani Bäumen.
Der Rezeption teilten wir unseren Entschluss zur Reiseplanung mit, gaben ein paar Änderungswünsche vor und schon war die Sache geritzt. Im Nachhinein staune ich selbst, dass ich als Reiseplanungs-Freak mich mit einem so einfachen Plan überzeugen lassen hab, ohne die genauen Stopps der Tage oder die Besichtigungsziele zu kennen.. Pro Tag wurde uns lediglich eine Stadt genannt, zu der es gehen sollte und alles Weitere würde der Fahrer unterwegs ansteuern. Dass wir uns darüber noch sehr oft aufregen werden, wussten wir zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht ..
Kurz vor dem Essen mussten wir das nötige Geld für die Tour abheben und mir war schon etwas unwohl mit mehreren hundert Euros also mehr als 100.000 Rupies durch die Stadt zu laufen. Aber zum Glück hatte Verena ihren Hello Kitty Brustbeutel dabei 😀 Für die Ausflüge musste noch die passende Kleidung besorgt werden und so suchten wir in den Batikläden nach einer luftigen Hose und wurden beide fündig. Nun nannten wir je eine Fantihose unser Eigen. (Auf den Bildern werdet ihr sehen, was damit gemeint ist. Achtet auf eine schwarze bzw. rote Hose mit Elefanten drauf 😉 )
Zurück im Hotel bezahlten wir die Tour und probierten unser erstes Curry, einmal klassisch mit Hühnchen und einmal mit Rindfleisch. Ich dachte immer, die Kühe sind denen hier heilig… Unter wenig bzw. mittelscharf verstehen die Sri Lankenesen wohl auch etwas anderes als wir. Zumindest brauchten wir viel Brot und frische Getränke um die Schärfe zu ertragen. Wer mich kennt weiß, dass ich NIE scharfes Essen esse und auf die geringste Schärfe bereits reagiere 🙂 Die lokale Livetruppe gab ihre Sri Lanka Songs zum Besten und erfreute eine Seniorengruppe, die wohl einen Geburtstag zu feiern schien. Wenn ich es irgendwann mal schaffe, einen Film aus dem ganzen Videomaterial zu schneiden, werdet ihr auch in den Genuss dieser Musik kommen!
Da unsere Rundreise bereits am nächsten Tag starten sollte, packten wir unsere Rucksäcke mit Klamotten für alle möglichen Situationen, man hat uns ja nicht genau gesagt was wir machen werden und wo es hingehen wird. Kurze Zeit später verschwanden wir in unserem Moskitonetz und ließen uns vom Meeresrauschen in den Schlaf wiegen, oder waren es doch nur die Palmen vor der Terrasse??
Und dann ging es los, einmal rund herum um Sri Lanka…
Geneueres gibt es im nächsten Bericht 😛
Verena und Viola