Tagesarchiv: 21/02/2016

Buddhas, Dagobas und Ruinen – Sri Lanka Tour Part 1

Sister Act 3.0 goes Asia!

Um 5 Uhr morgens sollte also unsere Rundreise durch Sri Lanka mit Fahrer Roshan starten. Bei einer Tasse Ceylon Tee versuchten wir einigermaßen wach zu werden und steckten das Lunchpaket schnell ein, damit es losgehen konnte.

Vorne weg habe ich hier ein paar Infos über Sri Lanka für euch zusammengetragen:
(Lieben Dank dafür an Marco Polo! Ich sollte die wirklich mal anschreiben … 😀 )

lk mapSri Lanka hängt tropfenförmig am südlichen Ende Indiens und beherbergt auf 65.525 km² (sogar Bayern ist größer) rund 21 Mio. Einwohner. Gut drei Viertel davon gehören der Gruppe der Singhalesen an, zweitgrößte Gruppe ist mit 17% die der Tamilen. Auf der Insel existieren alle Religionen friedlich nebeneinander. Im selben Straßenverlauf findet man Hindutempel, Moscheen, Kirchen und Buddhistische Tempel. Für die Einwohner ist das selbstverständlich! Da sich 99% der Einwohner einer der Glaubensrichtungen zuschreiben, zählt Sri Lanka zu den Top 3 der gläubigsten Länder weltweit.

Die Insel liegt keine 700 km vom Äquator entfernt und damit in den Tropen was sich am Klima und der Vegetation bemerkbar macht. Die Temperaturen liegen ganzjährig im Schnitt knapp über 30°C, die Wassertemperatur knapp unter 30°C 😀 Bei einer rel. Luftfeuchte von rund 75% hat man mit langen, dicken Haaren wie ich also schon mal verloren…
Über die gesamte Insel hinweg findet man Palmenhaine, Reisfelder, Bananen-, Papaya- und Ananas Plantagen und in nahezu allen Höhelagen auch Teeplantagen. Große Teile des Landes stehen aufgrund der vielfältigen Vegetation und Tierwelt unter Naturschutz.

Erstmals besiedelt wurde die Insel im 5. Jh. v. Chr. durch Singhalesen und Tamilen, später wurde sie durch die Inder, Portugiesen und Holländer besetzt. 1802 wurde das Eiland zur British Crown Colony of Ceylon bis es sich 1848 schließlich seine Unabhängigkeit erkämpfen konnte. Gekämpft wurde auch im Bürgerkrieg von 1983 bis 2009, seitdem hat sich die Lage aber stabilisiert und seit 2013 herrscht ein wahrer Tourismusboom auf der inzwischen sehr sicheren Insel. Mehr als 1.300 km Küstenlinie sind auch mehr als verlockend.

Seit 1972 trägt das Land den Staatsnamen Sri Lanka, übersetzt „die Ehrwürdige Schöne“.

Was es in Sri Lanka alles Sehenswertes gibt werdet ihr im Laufe der Rundreise erfahren, denn wir haben nahezu alle wichtigen Stätten und Teile des Landes abgegrast.

Und nun geht’s los 🙂

TAG 1

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Dagoba in Kalutara

Der erste Tag startete sehr früh, also noch vor dem Aufstehen. Im Dunkeln ging es von unserem Ausgangspunkt in Bentota Richtung Norden, vorbei am morgendlichen Fischmarkt in Beruwela in die 30 km entfernte Stadt Kalutara. Hier sieht man schon von Weitem die riesige Dagoba (eine Erklärung dazu kommt später), die zur Tempelanlage Gangatilaka Vihara gehört und für alle buddhistischen Fahrer letzter Haltepunkt ist, um kurz zu beten, ein kleines Opfer in Form von Münzen oder Blumen da zu lassen und sich damit eine gute Fahrt und glückliche Heimkehr zu sichern. Auch unser Fahrer Roshan, ein Buddhist, folgte natürlich dem Brauch. Bei einer 5-tages Fahrt um die ganze Insel kann das ja nicht schaden.

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frischer geht’s kaum

Langsam wurde es hell und wir konnten eine Vielzahl alter Kolonialbauten entdecken und Bananen- und Kautschuk Plantagen bestaunen. Vieles hier sahen wir das erste Mal in unserem Leben. So auch eine kleine Farm am Straßenrand, wo Ananas, Papaya und Kokosnusspalmen angebaut und die Erträge verkauft wurden. Nach einem kleinen Rundgang wurde uns eine frische Ananas aufgeschnitten und wir kamen in den Genuss der frischesten und leckersten Ananas, die wir je gegessen hatten. Sogar Verena, ein überzeugter Ananas-Verweigerer, probierte ein Stück davon und was soll ich sagen?, seitdem ist sie süchtig danach geworden! Keine Mahlzeit verging mehr ohne dass sie mit einem Teller frischer Ananasstücke am Tisch saß. Das nenne ich mal „den kulinarischen Horizont erweitern“!

Es folgte eine sehr lange Fahrt durch den Dschungel Sri Lankas in den mittleren Norden des Landes nach Polonnaruwa, der zweiten Königsstadt und laut Marco Polo einem „nichtssagenden Distrikthauptstädtchen“ von 15.000 Einwohnern. Die Stadt war in mehreren Jahrhunderten Residenz der Herrscher von Anuradhapura, der ältesten Königsstadt, wurde viele Jahre später aber von Tamilen überfallen und aufgegeben. Einige Jahrhunderte später begannen die Briten dann mit den Ausgrabungen und legten ein sehr weiträumiges Ruinenfeld frei, welches wir mit einem Führer erläutert bekamen.

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Buddha in Giritale

Vorher hielten wir noch kurz in Giritale, nur wenige Kilometer von Polonnaruwa entfernt, an einer großen stehenden Buddhastatue an einem kleinen See. Zur Bedeutung konnte unser Fahrer aber leider nichts sagen.

Im Museum von Polonnaruwa erklärte uns der Guide zunächst den Unterschied zwischen einer Dagoba und einer Stupa. Eine Stupa ist ein halbkugel- oder glockenförmiger buddhistischer Sakralbau in dem ursprünglich Reliquien Buddhas aufbewahrt wurden. Durch eine lange Spitze auf der Stupa wird diese zur Dagoba und ist in dieser Form sehr häufig in Sri Lanka anzutreffen.

Der Rundgang startete bei der Königsstatue, einer aus dem Felsen geschlagenen Figur die einen bärtigen Mann zeigt, der einen länglichen Gegenstand in den Händen hält. Was dieser genau darstellen soll scheint nicht genau bekannt zu sein, auch unser Guide konnte nur Vermutungen anstellen.
Es folgten weitere Ausgrabungen von Palastbezirken und Tempeln sowie dem Rundtempel Vatadage an dessen vier Eingängen je eine Buddhafigur steht. Wir fanden auf einmal auch einen Fruchtbarkeitstempel, in dem uns eine Frau rote Punkte auf die Stirn setzte. Wenn das mal nicht den Storch angelockt hat …

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man beachte die Fußstellung

Schließlich kamen wir in Gal Vihara an, wo man vier in Granit geschlagene Buddhafiguren in unterschiedlichen Positionen vorfindet. Zwei davon in meditierender Pose, eine stehend und eine stellt den sterbenden Buddha dar, vor seinem Eintritt ins Nirvana. Und jetzt kommt der große „Aha-Moment“: liegen die Füße des liegenden Buddhas parallel, also großer Zeh an großer Zeh, schläft der Buddha, ist der untere Fuß leicht vorgeschoben, stirbt er gerade. Achtet mal drauf!
Während der Führung konnten wir aber auch verschiedene Tierarten bewundern wie Chamäleons, Leguane und lustige Affen, die versuchten an das Innere der Kokosnuss zu kommen. Unser Guide hatte uns leider ziemlich gehetzt und die 35°C waren da nicht gerade hilfreich. Außerdem muss man ja vor jedem Tempel, auch deren Ruinen, die Schuhe ausziehen und barfuß über heiße Steine und den Sand laufen. Aber das war ja erst der Anfang …

Auf dem Weg zu unserer ersten Unterkunft hielten wir an einem kleinen Fluss an, wo ein kleiner Haufen Warane herum lief. Wieder eine Neuheit. Warane unterscheiden sich von den Leguanen vor Allem durch ihre lange, blaue Zunge! Ein junger Typ versuchte sie mit Stöcken und rohem Fleisch anzulocken. Für seine „Vorführung“ bekam er anschließend vom Fahrer ein paar Rupies zugesteckt. Hier versucht man auch mit Allem Geld zu machen…

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Spaziergang im Reisfeld

Unsere erste Unterkunft hieß „Hotel Sanda Diya“, eine 1* Anlage im Landesinneren. Auch hier gab es wieder einen schönen Pool mitten im Grünen aber sehr einfache Zimmerausstattungen. Immerhin war das Essen sehr lecker. Ein Stern halt 😉
Da wir relativ früh im Hotel angekommen waren, blieb uns nach einer Erfrischung im Pool noch genug Zeit, durch die Reisfelder zu spazieren und ein bisschen Dschungelfeeling aufzuschnappen. Die paar Sri Lankenesen, die uns mit Tuk Tuk, Fahrrad oder zu Fuß entgegen kamen, waren alle überraschend nett und lächelten uns zu, die kleinen Kinder grüßten sogar. Und endlich konnten wir uns mal ansehen, wie eigentlich Reis angebaut und gewonnen wird. Langsam wurde ein richtiger Bildungsurlaub draus.

Entspannt krochen wir am Abend wieder in unser Moskitonetz, verarbeiteten das Geschehen des Tages und sammelten Kraft für den Nächsten. Und dieser war von vorne bis hinten vollgestopft und endete ziemlich frustriert …

Warum genau lest ihr im nächsten Bericht!

Verena und Viola

Tour 1

die Haltepunkte am ersten Tag unserer Tour

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Kategorien: 2016, Sri Lanka 2016 | Hinterlasse einen Kommentar

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