World’s end und Safari – Sri Lanka Tour Part 4

Sister Act 3.0 goes Asia!

Noch vor Sonnenaufgang verließen wir am vierten Tag unser Hotel. Zuvor gab es noch eine Kanne Ceylon Tee und ein Lunchpaket für Jeden. Leider konnten wir davon keinen Gebrauch machen, als es nötig gewesen wäre. Aber dazu später …

Wir fuhren also knapp 30 km immer weiter hinauf in das Bergland bis wir in 2.100m die Hochebene Horton Plains erreichten. Früher wurde die Ebene von Kolonialbriten zur Leopardenjagd genutzt, heute ist sie mit Rhododendron- und Farnwäldern eher den Wander- und Naturfreunden vorbehalten. Zu sehen gibt es hier den Baker’s Waterfall sowie das „große und kleine Ende der Welt„.

DSC00813Zunächst einmal mussten wir uns in eine riesige Schlange von Autos und Kleinbussen einreihen, bei denen es immer genau auf der Seite vorwärts ging, auf der wir nicht standen :D. Dann auf einmal stieg Roshan aus und lief los. Was er genau machen wollte, konnte er uns nicht verständlich machen, also warteten wir im Auto bis er eine halbe Stunde später wieder kam. Wir fuhren in den Naturpark hinein und hielten an einer Art wildem Parkplatz – hier sollte es also sein. Er reichte uns noch das Ticket, welches er vorher gekauft hatte, zeigte uns in welche Richtung wir gehen sollten und dass er genau hier warten würde.

Wir liefen also nur mit unseren Kameras bepackt los und kamen schließlich an eine Weggabelung mit Hinweisschildern. Und dann kam der Knaller: Bis zum kleinen und großen Weltende sollen es 1,5 bzw. 2,5 km sein, bis zum Wasserfall sogar knapp 5. Heißt insgesamt haben wir eine Strecke von rund 10 km vor uns und waren bereits gute 500 m gelaufen. Hatte ich schon erwähnt, dass wir kein Frühstück gegessen und nur unsere Kameras dabei hatten? Kann man nicht vorher mal den Hinweis geben, dass wir 20160210_074006nun 10 km zu laufen haben und unser Lunchpaket und eine Flasche Wasser besser mitnehmen sollten??? Wir hatten damit gerechnet, dass wir wie immer irgendwo aussteigen sollten um irgendetwas zu fotografieren und weiter geht’s. Ich war ja schon froh, dass wir alleine drauf gekommen waren, feste Schuhe anzuziehen… Zurück konnten wir auch nicht mehr also blieb uns nichts Anderes übrig, als loszulaufen und das Beste zu hoffen.

Ohne Plan und Info was uns nun erwarten würde, liefen wir fast alleine durch den Park. Wo waren eigentlich die ganzen anderen Leute, die in der Schlange gewartet hatten? Wir kletterten also über Steine, kämpften uns auf schmalen Wegen durchs Gebüsch und überquerten weite Felder mit wahnsinns Ausblick. Die Ebene war tatsächlich sehr beeindruckend. Aber mehr durch ihre Vegetation denn Tiere haben wir kaum gesehen. Dabei sollen die Horton Plains als „Super-Biodiversitäts-Hotspot“ gelten und viele endemische Arten beheimaten. Nur wo waren die?

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Great world’s end

Wir erreichten zuerst das „Little world’s end“ mit einer 600m Steilwand. Der Ausblick über die gesamte Ebene und das Urwaldtal war wirklich beeindruckend. Beim „Great world’s end“ war der Ausblick an Sich der selbe, nur dass wir jetzt auf 2.395m waren und eine 900m Steilwand vor uns hatten. Wirklich abgesperrt war hier nichts. In Deutschland hätte hier der TÜV schon längst die Tore abgeschlossen 😀 Wir marschierten weiter, kämpften uns durch den Dschungel und erreichten schließlich den „Baker’s Waterfall„, ein 20m hoher Wasserfall. Verena fand ihn wenig spektakulär, aber ich glaube sie war einfach genervt soweit zu laufen, ohne etwas essen zu können und hatte sich wenigstens einen großen WOW-Effekt erhofft 😀 Ich fand ihn aber super, vor Allem weil er nicht nur hoch sondern auch breit war und viele kleine Wasserfälle und Rinnsale zu einem Großen vereinte. Da ich ja im ersten Leben Bergziege war, musste ich natürlich auf sämtlichen Steinen herumklettern, um möglichst dicht heran zu kommen und Fotos zu machen. 🙂 Und es hat sich gelohnt – werdet ihr ja sehen…

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Baker’s Waterfall

So, nun hatten wir alles gesehen und mussten die gesamten 5 km wieder zurücklaufen. Langsam meldete sich der Magen und auch dem Kreislauf hätte mal ein Schluck Wasser gut getan. Aber uns blieb ja nichts anderes übrig, als ein kurzes Päuschen mitten im Farnwald zu machen und neue Energie zu sammeln. Ein Glück sind wir beide wirklich sportlich und haben eine gute Kondition, sonst hätten wir wohl schlapp gemacht und was wäre dann gewesen? Oder was wäre, wenn mein Knie mal wieder einen Aussetzer gehabt hätte? Da wäre zu Beginn der Tour schon eine kurze Info über Länge und Art der Strecke hilfreich gewesen… die Kommunikation wieder …

Naja wir haben es natürlich zurück geschafft und stürmten gleich mal den kleinen Kiosk und deckten uns mit Cola ein. Soll ja gut für den Kreislauf sein. Immerhin sind wir ganze 3 Stunden am Stück gelaufen, auf mehr als 2.200m Höhe und bei tropisch feuchtem Klima.

Als nach 15 Minuten Wartezeit immer noch kein Roshan in Sicht war, liefen wir zum Parkplatz zurück – wie war das? Er werde am Eingang bzw. Ausgang warten? Yes, yes … Naja am Auto trafen wir ihn dann quatschend mit einem Kollegen. Im Auto versuchte ich ihm klar zu machen, dass 10 km ohne Wasser und Frühstück ganz schön gefährlich seien. Lächelnd antwortete er „yes, yes“ und damit war die Sache abgehakt. Dass ich damit sagen wollte, er hätte uns das ruhig vorher sagen können, hat er natürlich nicht verstanden. Hätte mich auch gewundert… 😀

Wir erkundigten uns nach dem nächsten Ziel und schafften es dann endlich mal uns durchzusetzen. Es sollte mehr oder weniger direkt in den Yala Nationalpark gehen, wo wir den Nachmittag frei hätten. Am nächsten Morgen sollte dann die Safari stattfinden. Das passte uns ja nun gar nicht. Wir wären am frühen Nachmittag dort und sollten dann den Rest des Tages rumsitzen? Die Safaris würden nur früh und nachmittags um 2 starten, deshalb könnten wir es am selben Tag nicht mehr schaffen. Da war es gerade mal zwischen 11 und 12. Die Frage, wie lange man denn dort hinfährt, ist eigentlich einfach aber selbst mit „how long?“ oder „how much time to Yala?“ kam ich nicht bei ihm an. Man ey, langsam verzweifelte ich. Keine Ahnung wie, aber irgendwie hat er es dann doch verstanden, dass wir die Safari noch am selben Tag machen wollen und was soll ich euch sagen? Das war die beste Idee überhaupt! Später hat er auch eingesehen, dass die Tour nur so funktioniert hätte.

Auf dem Weg zum Park hielten wir noch in Ella, einem unbedeutenden, kleinen Ort, aber mit einer wahnsinns Aussicht über das südliche Bergland. Vor Allem die Ella’s Gap, eine riesige Schlucht, bot ein unglaubliches Panorama. Dies auf Kamera festzuhalten war einfach unmöglich.
Auf der Weiterfahrt wollte unser Fahrer noch an diversen Wasserfällen halten, aber leider konnten wir nicht mehr die gewohnte Motivation aufbringen um bei Jedem auszusteigen. Schließlich saß uns die Zeit im Nacken und Wasserfälle hatten wir in den letzten Tagen ja nun genug gesehen.

Er raste also gen Süden und erreichte kurz nach 14:00 Uhr die Lodge Coconut Garden, unsere Unterkunft für den Abend. Vorher hatte er per Telefon angekündigt, dass wir später kommen werden und Punkt halb 3 standen wir bereit zur Expedition 🙂 Es gab einen kurzen Welcome Drink und dann fuhren wir mit dem Jeep die Straßen von Tissa entlang bis wir den Eingang des „Yala West Nationalparks“ erreichten und es losgehen konnte.

DSC00901aDer Nationalpark ist das älteste und bekannteste Naturschutzgebiet des Landes und mit 1.500 km² auch eines der größten. Der Fahrer kannte sich sehr gut im Park aus und schoss über die unebenen Strecken, dass wir nur so durchgerüttelt wurden und der Staub aufflog. Mit wahnsinniger Schnelligkeit konnte er die unterschiedlichsten Tierarten entdecken, egal wie klein oder entfernt sie auch waren. Unter Anderem sahen wir Wasserbüffel, Affen, Eisvögel, Tukan, Pfauen und Pelikane und den Nationalvogel von Sri Lanka, das Ceylon-Huhn 😀 Auch Warane, Krokodile, Bambis und einen Sri-Lanka-Leoparden bekamen wir zu Gesicht. Angeblich soll es hier auch Tigerpythons geben.
DSC00998Das Highlight waren aber ganz klar die ganzen Elefanten! Fast an jeder Ecke konnte man sie antreffen, alleine oder in einer Gruppe mit ihren kleinen Babys. In allen Größen liefen sie einfach vor uns über den staubigen Weg und bedienten sich an den großen Wiesenflächen. Das erste Mal sahen wir beide freilebende Elefanten und dann gleich so viele!!
Als die Sonne langsam anfing unter zu gehen, hielten wir noch kurz am süd-östlichsten Punkt des Parks, direkt am Indischen Ozean. Endlich Mal wieder Strand und Meer! Es herrschte ein ganz schöner Wind, sodass die Wellen ziemlich stark und hoch auf die vorgelagerten Felsen rollten.

Anschließend ging es auf fast direktem Wege zurück zum Ausgang und wieder raste der Fahrer, überholte an den unmöglichsten und engsten Stellen und die Tiere am Rand waren nun scheinbar uninteressant. Was war da los? Als wir schließlich am Ausgang ankamen und uns in die zwei Reihen mit ungefähr je 10 Autos einreihten, wussten wir warum. So viele Autos waren gleichzeitig im Nationalpark? Gut, dass wir davon nichts mitbekommen haben …  Generell muss ich sagen, ich bin ja ehrlich, dass die Tour zwar schön war und die Tiere hier auch in freier Natur leben. Aber den Sinn von Nachhaltigkeit und Tierschutz haben die Leute hier wohl noch nicht verstanden. Es wurde kontinuierlich gerast so dass der Staub nur so aufwirbelte. Die Pflanzen am Wegesrand waren komplett eingestaubt und beim Überholen schienen Bäume und Sträucher auch keine Bedeutung zu haben, zumindest wurde so dicht dran vorbei gefahren, dass öfter mal ein Zweig abknickte oder gegen das Auto peitschte. Und wenn man schon eine Elefantenherde trifft, muss man dann gleich mit 10 Autos drum herum stehen, die alle den Motor laufen lassen oder ständig starten und wieder ausmachen? Mal ganz abgesehen von dem Lärm, den die Raserei erzeugt.

Auf dem Rückweg ging es wieder über normale Straßen, der Fahrer schien aber gedanklich noch im Park zu sein. In der Dunkelheit raste er immernoch um die Kurven und überholte jede Art von Fahrzeug. Dass in dem Jeep keine Anschnallgurte vorhanden waren, machte die Sache nicht ungefährlicher. Man musste wirklich alles festhalten, sich selbst inklusive und ehrlich gesagt hab ich ein paar Mal gedacht, dass wir gleich aus der Kurve fliegen.  Roshan, der auch mitgefahren war, hatte das wohl gesehen und dem Jeep Fahrer am Ende der Fahrt auch mitgeteilt.

Wie zwei laufende Besen kamen wir nun in unserer Lodge an. Die Klamotten waren durch den ganzen Sand komplett braun gefärbt, die Haare hatten ebenfalls einen Beige-Stich und standen klebrig in alle Richtungen. Da war der Sand auf Armen und Beinen ja noch das geringere Übel. Und so hätten wir ins Roshans feinen Mercedes einsteigen und einen ganz Tag lang durch Sri Lanka fahren sollen?? Im Ernst?? Da verstand er auch endlich, warum wir so darauf gepocht hatten, die Safari am Abend zu machen.

Die Zeit reichte noch für eine kurze Gesichtswäsche und sandig wie wir waren gingen wir zum Abendessen, sahen ja irgendwie alle so aus 😀 Das Essen war fast genau wie am Vortag und wieder dachte ich mir nur: „Bringt den Leuten hier Service bei!“ Wieder wurden die Teller abgeräumt, kaum hatte man das Besteck abgelegt. Und wieder wurde Verenas Teller abgeräumt bevor ich überhaupt fertig war. Diesmal sagte sie aber gleich beim Abräumen, dass sie mit der Nachspeise auf mich warten wolle. Braves Mädchen 🙂 :*

Anschließend freuten wir uns nur noch auf die Dusche, und die war zur Abwechslung mal richtig geil! Regenwasserdusche und gegenüber ein Fenster, mit dem man direkt in den Urwald gucken konnte. Da nutzten wir die Chance auch gleich mal, um unsere Klamotten zu waschen – die braune Plörre im Abfluss sprach für sich.

Das Zimmer in der Lodge war so toll, mit eigenem kleinen Balkon und Blick auf den Dschungel, dass wir es kaum fassen konnten und noch nie so gut geschlafen haben.
Für den nächsten Tag war zwar um 9 Uhr Abfahrt angesetzt, wir handelten das aber auf 8 Uhr herunter, denn ins Bett kamen wir eh früh genug und so hatten wir am nächsten Tag noch mehr Zeit.

Und wie der letzte Tag der Tour verlaufen ist, gibt es wie immer im nächsten Bericht zu lesen …

Verena und Viola

Tour 4

die Haltepunkte an Tag 4

 

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