Südküstenflair und Tsunami Opfer – Sri Lanka Tour Part 5

Sister Act 3.0 goas Asia!

Da war er also schon, der letzte Tag unserer Rundreise durch Sri Lanka.

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Coconut Garden Hotel

Man sagt ja immer, das Beste kommt zum Schluss. Und was die Unterkunft betrifft, war das auch so. Bei Sonnenaufgang wurden wir von Pfauenschreien geweckt und das Erste, was wir vor dem Fenster sahen, waren vollbehängte Kokosnusspalmen und Bananenstauden. Aber auch das Frühstück war umwerfend. Spiegelei und gekochte Eier, frischer Obstsalat und Fruchtshake und Brot mit leckerer Marmelade. Verena verputzte gleich eine Viertel Ananas am Stück 😀 Und das alles auf einer offenen Veranda mitten im Grünen.

So konnten wir gestärkt und ausgeruht den letzten Tag angehen. Um Missverständnissen vorzubeugen hielt ich Roshan noch vor Abfahrt meine Landkarte hin und ließ mir genau zeigen, wo er halten möchte und was es dort zu sehen gibt. Bei 2 der geplanten Haltepunkte entschieden wir uns, diese wegzulassen und nach seinen Angaben sollten wir so gegen 17:00 Uhr zurück im Hotel in Bentota sein. Na mal sehen…

Nur ein paar hundert Meter von unserer schönen Lodge entfernt befand sich unser erstes Fotoziel, die Dagoba von Tissa „Tissamaharama Vihara“ aus dem 1. Jh. v. Chr.

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50m hoher Buddha

Dann ging es eine ganze Weile an der Südküste entlang Richtung Westen. Endlich gab es mal wieder Strand und Meer zu sehen! Auf meinen Wunsch hielten wir schließlich in einem Ort namens Wewurukannala. Hier soll sich die mit 50m größte Buddhastatue der Insel befinden – das mussten wir natürlich gesehen haben. Zum Kopf der Statue führte auch ein zehnstöckiges Gebäude. Der erste Anblick war tatsächlich recht beeindruckend und gerne hätte ich mir die Statue genauer angesehen, aber nach kurzer Zeit kam schon ein Sri Lankenese und wollte Eintritt kassieren. Darauf hatten wir aber keine Lust, zumal im Marco Polo Eintritt frei stand.

Nach einem weiteren „Buddha-Stopp“ ging es endlich an’s Meer zu einigen Stränden, die allesamt Wellenreit-Hotspots sein sollen. Als erstes steuerten wir die Bucht von Mirissa an, ein angebliches Lieblingsziel für Traveller und Wellenreiter laut Marco Polo. Tatsächlich haben wir einen menschenleeren Strand vorgefunden 🙂 Ok, großartig Wellen zum Wellenreiten gab es nicht, aber trotzdem ein malerischer Strand.

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Stockfischer in Weligama

Dann war Weligama an der Reihe. Eigentlich hatte ich mich hier auf die in Sri Lanka so berühmten Stockfischer gefreut, die es nur in Weligama geben soll. Stattdessen kamen wir an einen großen, flachen Sandstrand mit Surfschulen soweit das Auge reicht ❤ Hier tummeln sich also die ganzen Wellenreiter! Auch hier gab es nicht die super Wellen zum Wellenreiten, aber für die vielen Anfänger dort hat es super gepasst. Eine schöne Atmosphäre hatte es hier und auch bei der Weiterfahrt durch das Städtchen mit seinen vielen Shops, Cafés und Restaurants wären wir am Liebsten eine Weile dort geblieben.
Als wir kurz hinter dem Ortsausgang waren endeckten wir dann doch noch meine Stockfischer. Dabei sitzen die Angler auf einer einfachen Konstruktion auf dünnen Pfählen und warten auf Erfolg 🙂

Unser nächstes und fast schon letztes Ziel war die Großstadt Galle im Südwesten der Insel. Besonders das Fort aus dem 16. Jh. sowie die Altstadt soll man gesehen haben. Letztere vor Allem soll Sri Lankas besterhaltene Altstadt aus der holländischen Zeit (17./18. Jh.) sein. Und wenn da nicht wieder diese Kommunikationsschwierigkeiten gewesen wären, hätten wir die Stadt bestimmt noch viel mehr genießen können… Aber immer der Reihe nach!

Wir kamen genau zum Schulschluss in Galle an. Die Straßen waren vollgestopft mit Autos, Bussen, Kindern und Jugendlichen in Schuluniform. Wir kamen kaum voran und schoben uns langsam durch die Straßen. Als wir dann an einer alten Mauer ankamen, kam von Roshan nur die Anweisung, dass wir hier austeigen und bis zum Ende durchlaufen sollen wo er dann warten würde. Einfach so ohne Vorwarnung, vorher hatte ich ihn noch drum gebeten uns einfach in der Altstadt abzusetzen und uns alleine herumlaufen zu lassen. Ich hab dann auch zu spät verstanden, dass die alte Mauer das Fort war und mich im Nachhinein geärgert, dass wir nicht aussteigen wollten. Laut meiner Reisebibel konnte man nämlich auf der Festung einmal ums Fortviertel herumlaufen und sich die ganzen Bastionen ansehen.
Aber wir wollten ja die Altstadt sehen, also bat ich Roshan dort anzuhalten. Er verstand aber nur City und setzte uns mitten an der Hauptverkehrskreuzung in der Stadt ab. Wir vereinbarten uns in 2 Stunden wieder zu treffen (yey, endlich konnten wir mal alleine rumlaufen) und wurden von ihm zu Beginn gleich mal in die falsche Richtung geschickt. Statt zur Altstadt schickte er uns zur Hauptkreuzung, wo man schon beim Zuschauen Panik bekommen hat. Und Infos, was wir uns am besten ansehen sollten, bekamen wir auch nicht. Verena war schon total genervt von dieser schlechten Kommunikation und sagte kaum noch etwas. 😀 Da wir nun also keine Ahnung hatten, hefteten wir uns einfach an die Fersen der Einwohner um wenigstens über die Straßen zu kommen.

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Altstadt von Galle

Völlig planlos standen wir irgendwie an der Kreuzung herum und egal wohin wir sahen, es sah nicht nach kleiner gemütlicher Altstadt aus. Also liefen wir zurück zum Auto um Roshan zu fragen, doch er hatte sich bereits für ein Schläfchen verabschiedet. So liefen wir einfach mal in die andere Richtung durch ein großes Steintor hindurch und tadaa, da war sie schon, die Altstadt – hätte man auch leichter haben können… 😀

Die Altstadt war wirklich schön und man konnte sehr deutlich den Einfluss der holl. Kolonialherren sehen, die von 1640 bis 1796 die Stadt beherrschten. Der ursprüngliche Name der Stadt war übrigens Gallo, portugiesisch für Hahn, denn auch sie hatten im 16. Jh. die Stadt besetzt und den Hahn als Stadtwappen hinterlassen. Ob deshalb auch das Ceylon-Huhn als Nationalvogel gilt…?
Die Altstadt war fast Autofrei, nur ein paar Tuk Tuks fuhren umher und alles wirkte so ruhig und friedlich mit den ganzen Blumen vor den kleinen Häusern. Nach und nach entdecken wir immer mehr kleine Souvenirläden und Shops, deckten uns mit Postkarten sowie größeren und kleineren Mitbringseln ein und genossen die Ruhe und das schöne Wetter. Eigentlich wollten wir hier gar nicht mehr weg und hätten uns gerne in eines der Cafés gesetzt und entspannt. Ist euch übrigens mal aufgefallen, dass wir nie Mittagspausen gemacht haben? Wir hatten ja zum Glück Kekse dabei, aber so wirklich nahrhaft ist das ja nun auch nicht bei dem Aktivitätspensum und wie hielt Roshan das eigentlich durch?

Als wir schon eine gute halbe Stunde über der verabredeten Zeit drüber waren, mussten wir uns wohl oder übel zum Auto zurück begeben. Wir hatten zwar kurz vorher seine Visitenkarte bekommen, aber wenn wir mal ehrlich sind hätte ein Anruf doch nichts gebracht. Per Telefon hätte er noch weniger unser Anliegen verstanden und was so ein Anruf von einem deutschen Telefon kostet will ich gar nicht wissen. Ich staune sowieso, dass er sich nicht mal eine Nummer von uns geben lassen hat. Hätte ja sein können wir wären auch nach 5 Stunden nicht von unserer Wanderung zum Wasserfall am Vortag wieder gekommen oder hätten uns verletzt oder …
Am Auto angekommen kam von ihm auch keine Reaktion zu unserer Verspätung, er hätte vermutlich einfach so lange gewartet, bis wir gekommen wären, wann auch immer das gewesen wäre 😀

Es wartete nun tatsächlich nur noch ein Stopp auf uns – das Tsunami Memorial in Kahawa an der Westküste. Auch Sri Lanka spürte damals im Dezember 2004 die Wucht des Tsunamis und war nach Indonesien mit 30.000 – 40.000 Toten am schwersten getroffen worden (die Zahlen in den Quellen schwanken da stark). Die Ostküste wurde dabei natürlich am stärksten getroffen, aber überall in den Küstenstädten rund um die Insel herum wurden Tote gemeldet. Auch von unserem Hotelort Bentota gibt es Videos im Internet bei denen die Welle die Hotels am Strand überflutete, allerdings nur mit 1-2m Höhe.

Am schlimmsten und leider völlig untergegangen in den Medien war ein Zugunglück im Fischerort Pereliya, welches mit mehr als 1.500 Toten als schwerstes Zugunglück der Geschichte gilt. Mit der ersten Welle wurde einer der Wagons 10m ins Landesinnere gespült und die Wagons überflutet. Das Wasser lief aber ab, der Wagon blieb aufrecht stehen und die Passagiere des entgleisten Wagons flüchteten in die Übrigen. Hinzu kamen unzählige Dorfbewohner, die sich auf die Dächer der Wagons retteten. Doch dann kam die zweite Welle und der gesamte Zug wurde bis zu sieben Meter hochgerissen, sogar die 80 Tonnen Lok. Zwei Wagons sollen ins Meer gespült worden und die Lok später 50 m von der Bahnstrecke entfernt gefunden worden sein. Nur 200 Passagiere überlebten dieses Unglück und nahmen einige Jahre später an einer Gedenkfahrt auf der selben Strecke teil.

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Tsunami Memorial

Mit wird ganz komisch, wenn ich das so lese und schreibe :/ Wie viel Pech muss man denn haben, um genau zu dieser Zeit mit dem Zug dort langzufahren? Zur falschen Zeit am falschen Ort… Wir versuchten noch an Palmen und Häusern irgendwelche Rückstände zu erkennen, aber ich glaube, nach mehr als 10 Jahren sollte so gut wie alles beseitigt sein.
Das Memorial war also den tausenden Toten in Sri Lanka gewidmet und bestand aus einer großen Steinplatte mit vielen Namen drauf und einer Art Steinskulptur in Form einer großen Welle, die Menschen, Palmen, Häuser und Autos und sämtliches Geröll mit sich zieht. Warum das Denkmal allerdings auf der Westseite steht, wo die Auswirkungen nicht so stark waren, weiß ich nicht. Vermutlich kommen hier einfach mehr Menschen vorbei. In der Diashow sieht man nochmal ein großes Bild von der Steinwelle.

Das Ende unserer Rundreise kam nun immer näher und nur noch wenige Minuten trennten uns von unserem Ausgangsort Bentota. Wie hätten wir das bitte alles schaffen sollen, wenn sowohl die Safari als auch die 2 geplanten Stopps, die wir gestrichen hatten, auch noch am 5. Tag stattgefunden hätten? Verena war einfach nur froh, wieder da zu sein und ich stand noch zwischen froh über die Rückkehr und schade, dass die Tour nun vorbei war. Aber ich tue mich ja immer schwer damit, irgendetwas als beendet anzusehen… 😀 Wir verabschiedeten uns von unserem Fahrer und bedankten uns für die sichere Fahrt und die Tour mit einem netten Trinkgeld und dann kannten wir nur noch ein Ziel – den Strand!!!

Im gegenüberliegenden Hotel kündigten wir schon mal unsere Ankunft für den nächsten Tag an und dann genossen wir den Sonnenuntergang am Strand. Endlich wieder ein Stückchen Ruhe und das Gefühl nicht ständig wieder weg zu müssen. Zur Abkühlung sprangen wir noch ein letztes Mal in den „Dschungel-Pool“ und dann stand Kofferpacken und ein letztes Abendessen im Susantha Garden an. Hier unterhielten wir uns noch mit einem der Angestellten über die Tour, gaben ein Feedback mit Tipps für weitere Touren und äußerten auch unsere Kritikpunkte. Ich hoffe, er nimmt wenigstens ein bisschen davon für die nächsten Tourenplanungen mit…
Den Abend ließen wir auf unserer Terrasse zwischen Bananenstauden und Palmen ausklingen, bis uns die Mücken schließlich zu viel wurden 🙂

Zusammenfassend kann ich so eine Rundreise nur empfehlen!! Wenn man vor hat möglichst viel von der Insel zu sehen, bleibt einem gar nichts Anderes übrig. Allerdings sollte man sich das vorher bei der Hotelbuchung überlegen um sich unnötige Kosten zu ersparen. Am besten bucht man eine vorgefertigte Rundreise bei den vielen Veranstaltern oder man wendet sich an die kleineren Hotels, die einem ziemlich gute Touren zusammenstellen. Die größeren Hotels versuchen meist nur die Standard 2-3 Tagestouren vom Veranstalter zu verkaufen. Auf jeden Fall sollte man sich genau den Tourenverlauf mit allen Haltepunkten inkl. Hotels und Kosten nennen lassen um eine Übersicht zu haben.

Uns standen nun 4 volle Tage Entspannung und Ruhe bevor. Aber auch in diesen Tagen haben wir das Eine oder Andere erlebt. Was genau, erfahrt ihr im letzten Bericht…

Verena und Viola

Tour 5

die Haltepunkte an Tag 5

 

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Kategorien: 2016, Sri Lanka 2016 | Hinterlasse einen Kommentar

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