Um weitere Fragen und Verwirrungen zu vermeiden – Wer ist eigentlich T-Rex? Hinter dem Namen steckt niemand geringeres als Janina, meine Mitbewohnerin. Abgefangen hat sie ihn in der Vorbereitungszeit wo sie sich „ständig“ über ein zu geringes Fleischangebot in der Kantine geäußert hatte 😀 Ein süßer T-Rex auf jeden Fall! 🙂
Nach der schnellen „Flucht“ vom Festland hab ich sie erst mal bei mir aufgenommen und zusammen mit Kathi und Andi wollten wir sie nun auf andere Gedanken bringen und ihr die Insel zeigen, die zu unserer zweiten Heimat geworden ist und auch für sie ein Stückchen Heimat geworden wäre.
Erstes Ausflugsziel war der Palmenstrand von Preveli im Süd-Westen der Insel.
Nach einem kurzen Stop mit Mittagspause fuhren wir diesmal von der anderen Seite an den Strand heran, von wo aus es steil bergauf über einen kleinen Berg und dann genauso schnell wieder bergab zum Strand ging. Für T-Rex, mit durch die Proben geschädigten Knien und Füßen natürlich ein Traum … 😀 An der bekannten Flussmündung am Eingang des Waldes angekommen war noch lange nicht Schluss. Wir folgten einem schmalen Weg durch den Palmenwald hindurch bis wir zu einer schönen Stelle am Fluss kamen und uns eine lange Pause gönnten. Das Flusswasser war gar nicht mal so kalt wie gedacht … Und so sonnten wir uns auf den Steinen, ließen uns von den kleinen und großen Wasserfällen berieseln und Andi und ich konnten unsere „Actionkameras“ mal wieder zum Einsatz bringen.
Neugierig wie wir sind, folgten wir beide dem Flusslauf der Quelle entgegen um zu sehen, wie weit man wohl kommt und in der Hoffnung, noch ein paar Wasserfälle zu finden. Ein paar 100m kamen wir noch voran bis uns die zu überwindenden Felsbrocken dann doch zu groß wurden und keine wirklichen Highlights mehr in Sicht waren. Immerhin sind uns ein paar Wasserschildkröten über den Weg gelaufen.
Gegen Nachmittag ging es den ganzen Weg wieder zurück und ab nach Hause ins heimische Milatos 🙂
Tag 2 begann mit einem entspannten Käffchen in Sissi bei strahlendem Sonnenschein. Gegen Mittag brachen wir schließlich auf Richtung Lassithi Hochebene und zeigten Janina, wie vielfältig Kreta doch sein kann. Vom Aussichtspunkt beim Homo sapiens Dorf hat man einen beeindruckenden Rundumblick über Berge, Ebene und Meer. Immer wieder ein schöner Platz!
Später fanden wir dann mehr oder weniger zufällig eine weitere Höhle, die Cave Trapéza (auch Kronio) bei Tzermiado, zu der man über eine steile Treppe gelangt. Die Tropfsteinhöhle ist relativ gut zu begehen und besteht aus zwei Räumen, in einem davon soll sich auch eine Begräbnisstätte befinden, in der man Skelette aus venezianischer Zeit gefunden hat. :O Dann kann ich ja auch sagen, dass wir auf der Treppe dorthin schon eine tote Ziege gefunden haben…
Nächster und letzter Halt war das versunkene Dorf Sfendili, welches ich mir letztes Jahr schon angesehen hatte. Durch den Bau eines Staudamms in Potamies wurden nach und nach die umliegenden Dörfchen einfach überflutet und ich wollte unbedingt vorbei fahren und sehen, ob schon Atlantis draus geworden war oder ob das Dorf aus seiner Versenkung auferstehen konnte. Und tatsächlich ist der Wasserspiegel um bestimmt gute 2-4m gesunken! Auf einmal waren wieder Häuser sichtbar, die bei meinem letzten Besuch im Hochsommer verschwunden waren.
Nach so vielen Fahrten mussten wir uns zunächst mal einen Ruhetag gönnen und verbrachten den Tag bei Käffchen und Tee auf der Terrasse oder bei einem Spaziergang in Milatos. Auf dem Rückweg fanden wir noch einen Weg durch ein ausgetrocknetes Flussbett und entschieden uns prompt für diesen Weg. T-Rex mit ihren Knien war leider nicht soo begeistert weshalb wir bei der nächsten Möglichkeit durch einen Olivenhain zurück auf die Straße flüchteten :). Übrigens war das Wetter die ganze Zeit über so gut, dass wir beinahe jeden Tag im Meer baden gehen konnten. Schon praktisch wenn der Strand direkt vor der Haustür beginnt 🙂
Den nächsten Tag gingen wir relativ früh an, denn es sollte nach Süden zur Schlucht von Agiofarago gehen. Auch hier war ich im letzten Jahr schon gewesen und suchte verzweifelt das von Andi angepriesene Loch im Gebirge. Von Heraklion aus fuhren wir schnurstracks nach Süden bis es nur noch auf holprigen Schotterpisten weiterging. Den restlichen Weg von 30 min ging es über Stock und Stein durch die Schlucht, wo man wieder viele Kletterer sehen konnte. Kurz vor Ende der Schlucht trennten sich unsere Wege. Während Kathi und Janina weiter zum Strand liefen und an ihrer Sommerbräune arbeiteten, stieg ich mit Andi die Schlucht hinauf um endlich das besagte Loch im Berg zu sehen.
Und tatsächlich war dort ein relativ großes Loch, wie auch immer das entstanden sein musste… Wenn die Sonne nicht durch einen leichten Wolkenschleier verdeckt gewesen wäre, hätte das Wasser sogar richtig Türkis ausgesehen! Den Griechen zu Folge soll es vom Loch aus auch eine Verbindung zum Meer geben. Dazu müsste man aber einige Meter nach unten und dann durch eine Art Tunnel tauchen. Ahja …
Im Internet hatten wir noch ein weiteres Loch gefunden und kletterten nun weiter über die Felsen auf der Suche nach neuen Erkenntnissen 🙂 Aber es kam und kam kein weiteres Loch und außerdem waren wir schon eine ganze Strecke unterwegs gewesen. Also traten wir den Rückzug an und kamen einige Zeit später leicht geplättet bei den Mädels am Strand an.
Jetzt war erst mal eine Abkühlung fällig und das glasklare und unglaublich blaue Wasser war dazu mehr als einladend! Natürlich kamen auch wieder unsere super Actionkameras zum Einsatz – die Aufnahmen können sich sehen lassen! Leider mussten wir auch eine nicht so schöne Begegnung machen, denn wie wir später herausfanden, schwammen teilweise die Fäden von Feuerquallen im Meer herum. Kathi und ich wurden mehr oder weniger häufig davon gestriffen und hatten sofort leichte Verbrennungsspuren an Arm und Beinen. Bei mir wurden die Streifen zunächst leicht dick wie bei einem Kratzer, im Laufe der nächsten Stunden und Tage kam jedoch die Normalität zurück.
Anders als bei Kathi, wo sich zunächst keine besonderen Auswirkungen zeigten, zum Abend hin jedoch kam dann die volle Dröhnung 😀 Über beide Beine verteilt hatte sie nun die rötlichen Streifspuren und auch mit Tipps aus dem Internet waren sie nicht wegzubekommen. Also statteten wir dem Medical Center am nächsten Tag einen Besuch ab, Kathi bekam Pillen und Cremes verschrieben und inzwischen sieht auch sie wieder normal aus 🙂
Auf dem Rückweg fuhren wir noch auf einen Stopp in Matala vorbei und gönnten uns ein kurzes Mittagsessen. Noch war der Strand vor den berühmten Höhlen fast leer, doch es wird nicht lange dauern, bis er wieder von Touristen übervölkert sein wird.
Nun wurde es erst mal ein wenig ruhiger mit unseren Ausflügen. Mal steuerten wir Heraklion an um im Jumbo und in der Innenstadt shoppen zu gehen und mal saßen wir einfach nur auf der Terrasse oder am Strand herum und freuten uns über das tolle Wetter und die viele Freizeit.
Und dann ging es wieder los. Geplant war eigentlich ein Ausflug zum Wasserfall von Exo Mouliana, aber da der Himmel ziemlich zugezogen war, verschoben wir die Sache lieber. Das Bergwasser im Wasserfall ist so schon kalt genug…
Wir entschieden uns spontan für einen Trip nach Kavousi im Osten der Insel, ein paar Kilometer hinter Agios Nikolaos. Dort soll es eine Schlucht und eine Höhle geben, also perfekt für uns. Nur bekamen wir irgendwie nicht ganz das zu sehen, was wir erwartet hatten…
Die vermeintliche Schlucht erreichten wir nach einem Fußweg von nicht mal 5 Minuten. Sie entpuppte sich jedoch nur als eine „Spalte“ im Gebirge. Wenn man aber mal auf der Infotafel in Kavousi nachliest, muss damit eine andere Schlucht gemeint sein, zu der man wohl auch ein paar Stunden laufen muss. Gleich mal vorgemerkt für die nächsten Ausflüge…
Weiter ging es zur Höhle, die sich irgendwo oberhalb vom Meer befinden sollte. Der Weg dorthin schien nur selten befahren zu werden, Andis Auto hatte auf jeden Fall gut zu tun. Wir versuchten so weit zu kommen wie es ging und fuhren dafür sogar auf Wegen, die links vom Berg und rechts vom Abgrund begrenzt wurden. T-Rex wurde immer stiller und war wohl innerlich schon mehrmals kurz vorm Aussteigen 😀 Irgendwann ging es dann tatsächlich nicht mehr weiter. Umdrehen ging nicht, also fuhren wir eine ganze Strecke rückwärts wieder zurück, immer nur eine gute Handlänge von Berg und Abgrund entfernt. Im Nachhinein echt lustig aber in dem Moment war uns schon leicht mulmig.
Wir parkten das Auto an der nächsten Möglichkeit und gingen den Weg einfach zu Fuß weiter, bis es nur noch Steine und Berghänge vor uns gab. Der Ausblick auf dem Weg dorthin war umwerfend!! Das Wasser leuchtete in allen Blautönen! Mit Handy und abfotografierter Infotafel bewaffnet machten sich Andi und ich auf die Suche nach der Höhle. Die beiden Mädels verzichteten sehr entschlossen auf die Kletterei und nutzen die Zeit für ein Pläuschchen 😀
Mehr als eine Stunde lang kletterten wir wie die Bergziegen überall herum, vermuteten hinter jeder Felswand den Höhleneingang und fanden schlussendlich nichts. Und dabei sahen die Bilder so vielversprechend aus!
Am Abend recherchierte ich noch einmal im Internet und fand eine genaue Beschreibung zur Höhle mit Bildern. Und genau wie wir es geahnt hatten, mussten wir genau vor der Höhle gestanden haben. Nur warum haben wir sie nicht entdeckt?? Das wurmte uns ordentlich… Naja, wieder ein Vorhaben auf der ToDo Liste.
Nach unser Höhlensuchaktion war es Zeit für ein spätes Mittagessen also fuhren wir wieder zurück an Elounda vorbei nach Plaka, dem kleinen Örtchen gegenüber der Leprainsel Spinalonga. Direkt am Meer füllten wir die Mägen auf und genossen die Aussicht. Als der Wind dann aber zu frisch wurde steuerten wir wieder das zu Hause an.
Den Abend verbrachten wir, wie fast jeden Abend, alle zusammen, spielten lustige Spielchen oder saßen einfach nur herum und quatschten – Urlaub halt 😛
Und dann war auch schon der letzte Tag gekommen und Janina musste ihre Koffer packen. Da wir am Abend noch einige Leute zu verabschieden hatten, verbrachten wir den Tag am und im Meer. Und endlich konnten wir T-Rex auch mal ins Meer bekommen 🙂 Zum Nachmittag hin trafen wir uns zum Essen mit Petros, unserem Segellehrer vom letzten Jahr. Am nächsten Tag wollte er sich Richtung Festland aufmachen, um dann dort im neuen Kyllini Beach zu arbeiten – der Club, aus dem T-Rex geflohen war 😀 Also saßen wir noch einmal gemütlich zusammen um uns dann später doch zu verabschieden. Mal sehen, wie das nächste Jahr wird, vielleicht sieht man sich ja da schon wieder!
Am Abend ging es dann zur großen Einweihungsparty von Lisa, Jan und Tiny, drei weiteren Kollegen aus dem ROBINSON, die sich auch entschieden hatten auf der Insel zu bleiben. Die drei haben eine Stelle als TUI Reiseleiter bekommen und sich eine gemeinsame Wohnung in Partyzentrum Kretas, in Hersonissos genommen 😀 Hier trafen wir nochmal alle Übriggeblieben, von denen sich fast alle in den kommenden Tagen aus Kreta verabschiedet haben. Mittlerweile sind wir gerade einmal um die 10 Leute, die noch hier sind und auch hier bleiben werden. Immerhin ein kleiner Kern 🙂
Ein paar Stunden später war es dann schon wieder soweit und wir mussten unseren T-Rex zurück zum Flughafen bringen. Und diesmal werde ich wohl leider mehr als 3 Tage wie sonst warten müssen, bis ich meine Mitbewohnerin wieder bei mir habe 😦
Aaaber es waren wunderbare 10 Tage, in denen wir endlich mal Zeit hatten die Insel zu erkundigen und gemütlich miteinander zusammen zu sitzen. Und es waren sehr wichtige Tage, um uns alle von dem ganzen Hin und Her der letzten Tage abzulenken und auf neue Gedanken zu bringen. Ich für meinen Teil zumindest finde es immer noch sehr schade, dass wir nicht wie geplant den Club eröffnen, aber ich habe mich mit der Situation abgefunden und versuche nun das Beste draus zu machen und die gewonnene freie Zeit zu nutzen! Ständig hinterher zu trauern macht uns selbst ja auch nicht glücklicher 😉
So und nun zählen wir die Tage bis es Juni ist und Janina wieder auf die Insel zusteuert um uns zu besuchen!! 🙂