Monatsarchiv: Juni 2016

Sougia – beeindruckende Südwest Küste Kretas

Mein Besuch in Sougia war eigentlich nur der erste Teil meines kurzen Urlaubs im Südwesten Kretas. Geplant waren 3 Tage pures Abschalten auf der kleinen Insel Gavdos, der südlichsten Insel Europas (wenn man die Kanaren mal geografisch zu Afrika zählt 😉 )

Dazu musste ich aber erst mal nach Sougia fahren um die Fähre zu nehmen. Und da die 4 Stunden lange Fahrt und der kurze Aufenthalt dort so beeindruckend waren, gibt es eben einen Extrabeitrag. Denn hier galt tatsächlich das Motto: „Der Weg ist das Ziel!“

DSC02558Ganz entspannt fuhr ich also am Morgen los Richtung Westen, vorbei an Heraklion, Rethymnon und auch an Chania bis es schließlich südwärts ging. Nach gut 3 Stunden Fahrt erreichte ich dann mein erstes Ziel, den kleinen Ort Varipetro, südlich von Chania. Hier wollte ich das Agios Kyriaki Kloster besuchen, denn die Bilder dazu sahen vielversprechend aus.
Das Kloster stammt aus dem 17. Jh, wurde zwei Jahrhunderte später beinahe zerstört und seit 1993 wieder aufgebaut. Es ist war zwar klein aber mit dem Garten drum herum sah es wahnsinnig schön aus! Leider konnte man nicht in die Anlage hinein gehen aber allein der Spaziergang  durch den bunten Garten war einen Besuch wert!

DSC02582Nächster Halt war nur ein paar Kilometer weiter der Ort Agia und der gleichnamige See. Er befindet sich im „Fasas Tal“, welches als das Tal mit der stärksten Luftfeuchtigkeit auf Kreta gilt. Dann wundert die mehr als grüne Umgebung auch nicht! Früher wurde der See genutzt um Energie durch Wasserkraft zu erzeugen, davon sieht man heute aber nur noch die Pump-Anlagen. In dem See soll es die größte Varietät an Wasserpflanzen und seltene Vogel- und Froscharten geben. Auf einem kleinen Spazierweg rund um den kleinen See kann man die ganze Vielfalt von allen Seiten betrachten 🙂

Und dann stand auch schon die Fahrt quer über die Insel nach Sougia an und wieder einmal konnte ich kaum fassen, wie beeindruckend schön diese Insel doch ist! Die serpentinenreiche Strecke führte durch grüne Bilderbuchlandschaften. Die Berge waren bis oben hin bewachsen, Orangenplantagen säumten den Weg und ziemlich oft musste ich an die Landschaften vom Modellbau denken. Wer mal im „Miniatur Wunderland“ in Hamburg war, weiß wovon ich rede…

Nach einer guten Stunde Fahrt und unzähligen Foto- und Videoaufnahmen erreichte ich schließlich meine Unterkunft in Sougia und endlich kam mein Auto mal zur Ruhe. Diesmal haben sie mir übrigens ein richtig schickes und super sparsames Auto gegeben! Langsam bekomme ich wohl den Dauerkunden Bonus 😀
Sougia ist ein kleiner Weiler an der Südküste mit etwas mehr als 100 Einwohnern aber tausenden von Touristen wenn man mal die ganzen Tagesgäste einrechnet. In Sougia kommt nämlich eine der Fähren an, die in Agia Roumeli hält, also dort, wo die ganzen Wanderer ein- und aussteigen um die Samaria Schlucht zu durchwandern. Den Ort kann man nur mit dem Schiff erreichen, weshalb die Wanderwütigen alle in die Nachbarorte geschifft werden müssen, um dann auf zahlreiche Busse verteilt wieder in ihre Hotels gefahren zu werden. Der Miniort ist schnell erkundet, es gibt eine ganze Menge Tavernen und Bars, einen Minimarkt und einen langen Kiesstrand und das war es dann auch schon 🙂

DSC02669Viel interessanter war dann die Wanderroute nach Lissos  welche am Hafen von Sougia beginnt und ein paar Kilometer durch die gleichnamige Schlucht führt, bis man schließlich in der Nachbarbucht ankommt und die Überbleibsel des alten Lissos‘ findet. Die Strecke ist knapp 4 km lang und mit ca. 90 Minuten Wanderzeit je Strecke ausgeschrieben. Das sollte hin und zurück genau bis zum Sonnenuntergang reichen, also genau richtig 🙂 Mein Ziel war es natürlich, die Zeit zu unterbieten 😀 Der Weg führt vorbei an den beeindruckenden Steilwänden der Schlucht, und ziemlich steil bergauf durch einen Kiefernwald. Oben angekommen auf 150m Höhe hat man einen tollen Ausblick auf das Meer und die Schlucht und etwas später auch auf den Strand von Lissos.DSC02648
Auf den Bildern im Netz habe ich komischerweise lange Schlangen von Wanderern gesehen – mir selbst ist bis auf ein Pärchen am Anfang aber niemand über den Weg gelaufen! Das war schon mal die Eingewöhnung auf Gavdos…  Auf der gesamten Strecke von 2 Stunden, inklusive Rückweg, habe ich lediglich ein paar Bergziegen getroffen,  Gleichgesinnte also 😀 Achja und eine anhängliche, ausgehungerte Katze am Strand von Lissos…

Lissos war mal der Seehafen des Nachbarortes Elyros und bis ins 9. Jh ein belebter Ort, welcher bekannt für sein Asklepion war, also seine Thermalbäder. Nun findet man nur noch ein paar Häuserruinen, ein Mosaik und eine kleine Kirche vor. Der Strand ist allerdings sehr steinig und dient daher eher als schönes Fotomotiv.  Zweimal am Tag fährt hier ein Fischer vorbei, um die Wanderer in 20 Minuten zurück nach Lissos zu bringen. Aber mal abgesehen davon, dass die Zeit schon lange vorbei war galt es natürlich noch die ausgeschriebene Zeit von 90 Min pro Weg zu unterbieten 😉 Tatsächlich, war ich nach etwas mehr als 2 Stunden wieder zurück am Hafen von Sougia und das, obwohl ich mich einmal ziemlich verlaufen habe… Auf dem Rückweg muss ich irgendwo beim Aufstieg von den Markierungen abgekommen sein und kletterte irgendwo am Berghang entlang auf der Suche nach den gelb-schwarzen Markierungen. Dank GPS hab ich dann doch auf den Weg zurückgefunden, der knapp 3 Höhenmeter über mir lag 😀

Zurück in Sougia stürzte ich mich noch in das kristallklare und wahnsinnig blaue Lybische Meer und genoss im wahrsten Sinne des Wortes ein Bad in der Abendsonne. Ein perfekter Start in den Kurzurlaub!

Am Abend spazierte ich noch durch den kleinen Weiler, bestaunte den Sternenhimmel und fand eine sehr leckere Taverne mit begrünter Terrasse und tollem Ambiente. Wer mal nach Sougia kommt, muss unbedingt in der Taverne „Anchorage“ vorbei kommen und eine der Köstlichkeiten probieren!! Selten habe ich so leckere gefüllte Tomaten gegessen oder eine Avocadocreme zum Brot serviert bekommen. Dazu muss ich noch erwähnen, dass die beiden jungen Kellner ziemlich zuvorkommend und angenehm nett waren! Einer von ihnen stand am Eingang und schaffte es, wirklich JEDEN Menschen, der einen Blick in die Karte am Eingang geworfen hatte, auch in die Taverne zu locken. Und diesmal habe ich mich als Mädel alleine auch wohl gefühlt beim Essen, ohne nervige Blicke und Anspielungen der Kellner. Also geht hin! 😀

Nachdem mir am Tisch schon fast die Augen zufielen, hielt ich es allerdings für besser, zum Hotel zurück zugehen und Kraft für die anstehenden Tage zu tanken. Denn die knapp 8 km durch die Schlucht waren nur der Anfang eines laufintensiven Urlaubs! Hier seht ihr noch meine tolle Route vom ersten Tag!

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Im nächsten Beitrag kommt dann die geballte Ladung Wanderabenteuer in Gavdos 🙂 Bis dahin erst mal viel Spaß mit den Bildern!

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Kategorien: 2016, Beiträge Mär-Nov | Hinterlasse einen Kommentar

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