Monatsarchiv: August 2016

Amazonas Park Kreta – zwischen Papageien und Affen

Bestimmt habt ihr euch schon gewundert, warum es so lange so still um mich geworden ist. Doch das hat einen ganz einfachen Grund. Denn nach monatelangem Urlauber Dasein war mal wieder ein fester Job angesagt. Dieser allerdings füllte mich so sehr aus, dass ich weder Zeit für Ausflüge und Touren noch für kurze, erwähnenswerte Erlebnisse hatte und daher auch nichts zu berichten war 😦

Aber mal der Reihe nach…

Durch ein paar Zufälle und glückliche Umstände bekam ich Anfang Juli die Möglichkeit im Amazonas Park in Neapoli, keine 30 Min von mir entfernt, zu arbeiten. Der Park ist vielmehr eine Stiftung, die sich um den Schutz seltener und vom Aussterben bedrohter Vogelarten, vor Allem Papageien kümmert. Daher gibt es auch eine große Zuchtstation im Park, wo seltene Arten wie der blaue Hyazinth Ara (aus dem Film „RIO“) gezüchtet werden. Ziel ist es, die Populationen wachsen zu lassen und die Tiere sobald wie möglich wieder in ihrem natürlichen Lebensraum im Amazonasgebiet fliegen zu sehen.

JPEG_20160729_151803_-1357781797Neben diversen Papageien und Sittichen gibt es aber auch 5 verschiedene Affenarten, darunter Makaken (aus Gibraltar bekannt), die putzigen Totenkopf Äffchen oder auch Lemuren, diese flauschigen Affen aus dem Film „Madagaskar“. Außerdem findet man im Amazonas Park auch noch Pfauen, Tukane, Schildkröten, Ziegen, einen Esel und sogar Meerschweinchen. Da der Park nicht besonders groß ist, ist das Team mit 3-4 Leuten dementsprechend klein gewesen, für die Erfüllung aller Aufgaben hat es jedoch gereicht.  Auch wenn der Park relativ klein ist, ist er wirklich schön und durchdacht gestaltet. Für Familien mit Kindern und Vogel- bzw. Affenfreunde auf jeden Fall zu empfehlen!

Meine Aufgabe als Tierpfleger im Park bestand nun hauptsächlich darin,JPEG_20160729_152248_-276259185 die Tiere regelmäßig zu füttern, ihre Käfige und Gehege zu reinigen und die Besucher durch 2 der Affengehege zu führen und ihnen die Lemuren und Totenkopf Äffchen aus nächster Nähe zu präsentieren. Bei mehr als 30 Volieren und den Gehegen der anderen Tiere gar nicht mal so wenig. Dazu kommt, dass der Park am Berg gebaut ist und die Wege teils steil bergauf und bergab gehen. Aber alles machbar 😉 Umso beeindruckender war dafür der Ausblick aus gut 500m Höhe über die Berge und Ebenen hinweg. An manchen Tagen hatte man das Gefühl, wenn man seine Arme weit genug ausstreckt, kann man mit den Fingerspitzen die Wolken berühren 🙂

IMAG1922Zufälligerweise hatte ich ein gutes Timing mit meinem Arbeitsbeginn gehabt, denn gerade war der Babyboom ausgebrochen. Fast alle Affenarten und viele der Vögel hatten Nachwuchs bekommen und auch 2 kleine Meerschweinbabys erblickten das Licht der Welt. Leider habe ich es nicht geschafft, Fotos von den Affenbabys zu machen, von den kleinen Nagern dafür umso mehr 😀 Auch wenn wir seit rund 15 Jahren immer Meerschweinchen bei uns zu Hause hatten, war das tatsächlich das erste Mal für mich, den kleinen Nachwuchs zu sehen. Einfach nur putzig!!

IMAG1997Neben den Meerschweinchen haben es mir auch die kleinen Totenkopfäffchen angetan. Einige müssten sie noch als „Herr Nilsson“ aus Pippi Langstrumpf kennen 😉 Auch wenn sie mit mehr als 10 Jahren schon relativ alt waren, wirkten sie aufgrund ihrer „kleinen Größe“ immer noch wie Kinder. Wenn man sie beim Herumklettern, Spielen oder auf der Jagd nach Futter beobachtet, wundert das auch nicht. Am Schönsten war es immer wieder, wenn man in das Gehege kam um zu putzen oder das Futter zu bringen und die Kleinen direkt auf die Schulter gesprungen kamen und es sich dort bequem machten.

Bei den ganzen Papageien war meine Begeisterung nicht ganz so überschwänglich. Dafür habe ich bisher einfach zu wenig mit den Tieren zu tun gehabt um eine nähere Verbindung oder Begeisterung aufzubauen. Hat halt jeder so seine Lieblingstiere… Trotzdem war es wirklich beeindruckend, die Aras mal aus nächster Nähe zu sehen oder einen Kakadu auf dem Arm zu haben. Einige von ihnen konnten sogar ein paar Worte sprechen und kamen auf die Schulter geflogen, wenn man ihre Volieren putzte.

Ich muss zugeben, dass ich in kurzer Zeit ziemlich viel dazu gelernt habe, was die Haltung und Pflege von Vögeln angeht, worauf man bei der Futterauswahl achten muss und wie man bestimmte Verhaltensweisen deuten kann. Wenn man sich 7 Tage die Woche rund 10 Stunden am Stück im Park aufhält, bleibt ja doch einiges hängen.

Nun zum Ende der Geschichte… Wie ihr bemerkt habt, habe ich durchgängig in der Vergangenheitsform geschrieben, was daran liegt, dass ich nach genau einem Monat meine Arbeit im Park schon wieder beendet habe. Auf die Gründe und Auslöser will ich mal nicht genauer eingehen, für mich war es auf jeden Fall die bessere und richtige Entscheidung, für die andere Seite vermutlich auch 😀 … Wer mich kennt und weiß, wie ich arbeite, der weiß, dass ich ein zuverlässiges Arbeitstier und mir für nichts zu schade bin. Allerdings brauche ich dazu auch ein entspanntes und lockeres Arbeitsumfeld und Menschen, denen ich vertrauen kann oder zumindest das Gefühl habe.

Kurz gesagt, mein „Praktikum“ im Amazonas Park war eine kurze aber intensive und sehr lehrreiche sowie interessante Zeit, der Strand und das Meer sind mir aber immer noch am liebsten und bleiben einfach der perfekte Arbeitsort für mich!!

Gezwungenermaßen bin ich nun natürlich wieder zum Profi Touristen geworden und habe nach wie vor wieder viel Zeit zum Surfen und Segeln und hoffentlich bald auch wieder zum Reisen. Und ich wäre nicht Viola, wenn ich nicht schon ein neues, sehr interessantes und vielleicht auch längerfristiges Projekt im Auge hätte! 😉 Aber dazu verrate ich mehr, wenn es erste Ergebnisse gibt …

Bis dahin liebe Grüße an meine Lieben in der Heimat und an alle anderen, die, wo auch immer gerade, meinen Blog lesen 😉

Kategorien: 2016, Beiträge Mär-Nov | Hinterlasse einen Kommentar

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