Tagesarchiv: 10/03/2017

Roundtrip Phuket – die ersten Tage in Thailand

Nach 7 Stunden Flug mit leckerem Essen, vielen Getränken und vielen Filmen landeten wir wohlbehalten morgens um 5:00 Uhr in Hongkong. Wieder ein neuer Flughafen und wieder eine andere Zeitzone, da kann man schon durcheinander kommen. Um die Zeit hatte rein gar nichts am Flughafen geöffnet, außer den Toiletten vielleicht. Sogar das Transit Gate war noch zu und so spazierten wir durch den gesamten Flughafen, fanden schließlich ein paar Sitzbänke um das restliche Frühstück aus dem Flieger zu verputzen und ein wenig zu dösen.

Ich kümmerte mich derweil weiter um Bennis Rucksack und bekam auf einer Internetseite dann immerhin die erlösende Meldung, dass der Rucksack in Dubai angekommen sei. Also wenigstens nicht verloren gegangen! Am Abend zuvor hatte ich dem Menschen am Telefon noch mitgeteilt, dass wir nun weiter nach Thailand fliegen und der Rucksack, sofern er denn auftaucht, auch dorthin gesendet werden müsste. Er notierte also alle Flugdaten und versprach die Weiterleitung des Rucksacks. Nun in Hongkong war ich also gespannt, ob er es von Dubai auch weiter schaffen würde. Und im Nachhinein stellten wir fest, dass wir vor Abflug in Dubai womöglich sogar den Rucksack noch hätten holen können. Wie ärgerlich, aber leider nicht zu ändern. Nach und nach öffneten nun die Geschäfte in denen nicht mehr als asiatischer SchnickSchnack und viiiele kuriose Nahrungsmittel zu finden waren – z.B. frittierte Heuschrecken und Mehlwürmer, Meeresgetier und klebrige Süßspeisen. Mein persönliches „Highlight“ waren aber die Nudelstationen überall im Flughafen. Die Chinesen und Hongkongianer 😀 essen ja ständig Nudelsuppen und hier gibt es also Stationen, wo man heißes Wasser für die Suppen bekommen kann. Verrückt, das wäre so, als wenn man in Deutschland Stationen mit Würsten und Pommes oder Brötchen haben würde 😀

Die letzten 3,5 Stunden Flug nach Phuket waren wieder etwas wackelig aber dank des guten Filmangebots und des sehr motivierten Bordpersonals (was Getränkeservice betraf), ging die Zeit schnell rum und getreu dem Motto „zurück in die Zukunft“ landeten wir um 11:30 Uhr eine Zeitzone nach Hongkong schließlich in Phuket – endlich in Thailand. Wieder klappte das Visaprozedere einwandfrei, Geld umtauschen und abheben klappte auch und mit mehreren tausend Baht, also gerade mal rund 100€, fischten wir unsere Rucksäcke vom Band. Benni und ich erkundigten uns nochmal beim Lost&Found Schalter aber das Ergebnis konnten wir uns vorher auch denken… Viel schlimmer war, dass man am Flughafen Phuket nicht eine Wasserflasche kaufen konnte! Alkohol an jeder Ecke aber Wasser und Softdrinks? Fehlanzeige! Immerhin fanden wir einen kleinen Wasserspender.
Vor dem Arrival Ausgang suchten wir nun unseren Fahrer. Natürlich hatte ich einen Transfer organisiert, aber dem Fahrer war die Warterei wohl zu lang sodass er nun erst gerufen werden musste. Derweil machten wir es uns auf dem Kunstrasen vor der Halle bequem und fühlten uns ziemlich erschlagen von der Hitze.

Schließlich tauchte der Fahrer auf und im klimatisierten Van mit Platz genug für alle ging es eine Stunde lang über die Insel Phuket hinweg bis in den Süden nach Kata.

Vorneweg gibt es kurz noch ein paar Infos zu Phuket:
Mit einer Fläche von 543km² ist Phuket die größte Insel Thailands und damit nur etwas mehr als halb so groß wie Rügen (926 km²). Sie ist zwar die zweitkleinste der 76 Provinzen des Königreichs, wirtschaftlich gesehen jedoch das wichtigste Urlaubsziel des Landes. Nur in der Hauptstadt Bangkok verdienen die Menschen mehr Geld.
Bekannt und reich wurde die Insel durch den Abbau und Handel von Zinn sowie durch die Erträge der zahlreichen Gummibäume. Der Abbau von Zinn kam in den 80ern zwar zum Erliegen, die riesigen Gummibaum Plantagen prägen aber immer noch das Bild der Insel.
Die 340.000 Einwohner Phukets bilden eine multikulturelle Gesellschaft mit unterschiedlichsten Abstammungen. Die Vorfahren der muslimischen Fischer wanderten einst aus Malaysia ein, Chinesen und ethnische Thais aus Südchina folgten. Heute ist rund ein Viertel der Einwohner chinesischer Abstammung.
Wie auch in Sri Lanka finden sich hier alle Glaubensstätten wieder. Weißgetünchte Moscheen für die muslimischen Thais, farbenfrohe Wat (Tempel) für die Buddhisten, welche mit rund 90% die größte Glaubensgruppe bilden und zuletzt die bunten und mit Drachenköpfen geschmückten chinesischen Tempel in denen der Buddhismus und Taoismus zu Hause sind.
Phuket und die Region Südthailand im Allgemeinen sind bekannt für ihre Traumstrände und die Vielzahl an kleinen und vielfältigen Inseln. Egal ob man Ruhe und Entspannung, Dschungellandschaften oder Party und Unterhaltung sucht – für jeden gibt es den perfekten Ort.
Die starken Schäden durch den Tsunami 2004 hat man hier übrigens in Rekordzeit beseitigt und die zahlreichen Fördermittel für den Ausbau von Ortschaften, Flughafen und Straßen genutzt.

So, nun wisst ihr Bescheid, wo wir uns in den ersten Tagen aufgehalten haben und könnt jetzt unsere Reiseberichte genießen! Die Hotelnamen nenne ich übrigens nicht aus Werbegründen (so fortschrittlich ist mein Blog nicht 😀 ) sondern, weil wir immer wieder gefragt wurden, wo wir übernachtet haben und wie es uns dort gefallen hat. Viel Spaß also!

KATA Tag 1

Nach der einstündigen Fahrt vorbei an Gummibaumplantagen, grünen Dschungellandschaften und einfachen Holzhütten waren wir bereits begeistert von der Natur und der Einfachheit des Lebens hier. Vor Allem die vielen freihängenden und einfach zusammengerollten Kabelleitungen würden bei Elektrikern für Fassungslosigkeit sorgen, sind hier aber völlig normal 🙂
Im Hotel ibis Phuket angekommen schmissen wir nur unsere Rucksäcke ab, zogen uns um und steuerten auf direktem Wege den nächsten Strand an.  Der Weg zum Kata Yai Beach führte an der geschäftigen Ortsstraße und einem langen, übelriechenden Abwasserkanal entlang. Das letzte Stückchen wurde von Strandbars gesäumt und schon nach 10 Min Fußweg waren wir endlich am feinen Sandstrand. Auch wenn er relativ gut besucht war und alle paar Minuten ein Strandverkäufer seine Waren anbieten wollte, genossen wir es, endlich mal ein wenig zur Ruhe zu kommen und einen kleinen Mittagsschlaf beim Wellenrauschen zu machen. Das Wasser war hier super flach und dadurch echt warm – erfrischend war das nicht wirklich aber trotzdem toll.

Am Abend wollten wir noch ein wenig durch den Ort schlendern und essen gehen. Die Jungs waren aber so fertig, dass sie unseren Treffpunkt mehr als verschliefen und auch beim Essen danach nur mehr körperlich als geistig anwesend waren 😀 Also schlenderten wir nur bis zu dem kleinen Thai Restaurant, das wir auf dem Weg zum Strand schon gesehen hatten und futterten unsere erste richtige thailändische Mahlzeit. Viel Reis, viel Nudeln und gefüllte Ananas waren dabei und die Obstshakes durften natürlich nicht fehlen. Auf dem Rückweg gönnten wir uns noch unseren neuen Standard Nachtisch „Banana Pancakes“ und ein Eis und dann schickten wir die Jungs ins Bett 🙂 Verena und ich hingegen waren noch relativ fit und nutzten die Zeit für einen kleinen Shopping Bummel. Zurück im Hotel freuten wir uns schon auf die erste Nacht in Thailand auch wenn diese am Ende kürzer wurde als erhofft…
Ich telefonierte nämlich wieder einmal mit dem Gepäck Service und einem schlecht zu verstehenden Menschen, der irgendwo auf den Philippinen saß. Dieser erzählte mir ganz stolz, dass das Gepäck nun in Dubai sei und ich es an Terminal XY abholen kann. Toll!! Nur blöd, dass wir nicht mehr in Dubai waren! Ich diskutiere also mit ihm, dass doch alle Daten für den Flug nach Phuket angegeben wurden und er doch dafür sorgen soll, dass alles ankommt. Er wolle prüfen, wann der nächste Flieger nach Phuket geht und dann könne ich so in 4 Stunden nochmal anrufen und nachfragen. Das wäre mitten in der Nacht um 4 Uhr, der spinnt doch… Keine 30 Minuten später klingelte mein Telefon und der freundliche Mensch erklärte mir nun endlich, dass der Rucksack im nächsten Flieger mitgeht und früh um 7:00 Uhr zur Abholung bereit steht. Wuhu endlich – hat mich ja auch nur tagelange Telefonate und eine Handyrechnung von knapp 50€ gekostet…

KATA Tag 2

Da unsere beiden Herren am Abend ja schon im Traumland unterwegs und daher nicht zu informieren waren, entschieden Verena und ich am nächsten Morgen zum Flughafen zu fahren und den Rucksack zu holen. Was tut man nicht alles als Reiseleiter für seine Gruppe… Aber mit seinem überschaubaren Englisch Wortschatz hätte Benni eh nicht viel richten können 😀
So saßen wir beide also früh um 6:30 Uhr beim Frühstück um dann kurz nach 7 mit dem Taxi eine Stunde zum Flughafen und eine Stunde wieder zurück zu fahren. Immerhin wartete der Taxifahrer auf uns – das Abholen hat schließlich keine 15 Minuten gedauert. Nachdem wir den Flughafen Mitarbeitern in einfachstem Englisch verständlich machen konnte, was wir hier wollen, schleuste man uns durch den Sicherheitsbereich der Arbeiter und schwupps waren wir in der Ankunftshalle und da lag er dann endlich!!
Müde aber glücklich trafen wir dann im Hotel ein und klopften bei den Jungs. Mit den Worten: „Wir haben da was gefunden und mitgebracht, weil wir dachten, es würde dir ganz gut gefallen“ überreichten wir einem freudestrahlenden Benni seinen Rucksack und nach 3 Tagen konnte er nun endlich mal eine frische Unterhose anziehen 😀 😀

Dann mussten wir aber auch schon los, denn für den ersten richtigen Tag in Thailand hatten wir gleich eine private Inseltour rund um Phuket gebucht. Unser Fahrer Mr. John empfing uns mit einem breiten Grinsen, taufte die Jungs gleich in Mr. Patrick und Börni um und zusammen mit seiner Frau fuhren wir nun quer über die Insel. Seine Fröhlichkeit und das sympathische Lachen sorgten bei uns allen für gute Stimmung und immer wieder streute er ein paar Witze oder deutsche Wörter wie „genau, genau“ und „Mister Hund“ ein welche uns noch bis zum Ende der Reise begleiten sollten 🙂

Erster Halt war der Karon Viewpoint, ein Aussichtspunkt auf einem kleinen Berg mit traumhaftem Blick auf die beiden Strände von Kata Yai und Kata Noi und den Strand von Karon. Die Buchten mit den drei Stränden reihen sich sichelförmig aneinander und wirken von oben viel kleiner.
Weiter ging es zum Windmill Hill Viewpoint, einem weiteren Aussichtspunkt mit Blick auf den Nai Harn Beach und die ganzen Yachten und Katamarane, die dort vor Anker lagen. Als es plötzlich zu tröpfeln begann versteckten wir uns zusammen mit den ganzen Chinesen unter einem kleinen Pavillon. Aber eigentlich war der kurze Regen mega angenehm und die Tropfen warm auf der Haut. Außerdem roch es danach schön frisch. 🙂
Auf den steilen und kurvenreichen Straßen ging es weiter südwärts bis zum südlichsten Punkt Phukets, dem Laem Promthep Kap. Die Aussicht war wieder einmal beeindruckend aber leider kann man den Anblick auf Fotos nie so richtig einfangen. Vor dem Leuchtturm am Aussichtspunkt befand sich auch eine Art kleiner Elefantentempel, also ein kleiner Tempel um den kreisförmig bestimmt mehr als 100 Elefantenstatuen und Figuren platziert waren.

Nun fuhren wir die Ostküste hinauf und hielten zunächst am Rawai Beach, einem beliebten aber nicht besonders schönen Strand und etwas später im Sea Gypsi Village. In dieser ärmlichen Siedlung leben sogenannte Seezigeuner oder Seenomaden. Von den früher so gefürchteten Piraten leben heute nur noch einige wenige auf Phuket und nur wenige von ihnen sind noch Nomaden, der Großteil ist sesshaft geworden und lebt vom Fischfang. Der „Markt“ hier war nicht besonders sauber, er roch fischig und man sah den meisten Menschen an, dass sie in sehr einfachen Verhältnissen leben. Mr. Johns Meinung zu den Gypsis war: „same hair, same head but different language – strange people“. Ein Volk für sich also..
Immerhin gab es hier einen langen Steg der aufs Meer hinaus führte und uns den Wind um die Ohren pfeifen ließ. Bei dem Wind- und Wellengang musste ich doch glatt wieder ans Windsurfen denken und dass mein letztes Mal schon viel zu lange her war…

Nun folgten die religiösen Klassiker Phukets. Im Landesinneren besichtigten wir als erstes den Big Buddha, eine 45m hohe, helle Buddha Statue die auf dem 400m hohen Berg Nagakerd thront. Auf der Anlage findet man noch weitere, vorwiegend goldene und kleinere Buddha Statuen denn die Thais haben für jeden Tag einen extra Buddha in einer anderen Position – für den Mittwoch sogar zwei. Die ganze Anlage ist zwar noch nicht ganz fertig, da sie sich ausschließlich von Spendengeldern finanziert, aber der Ausblick ist nach allen Seiten umwerfend! Jetzt bekommt man erstmal ein Gefühl für die ganze Dschungellandschaft und die vielen kleinen Inseln drum herum.
Bevor wir zum nächsten Highlight, dem Wat Chalong aufbrachen, brauchten wir auf jeden Fall eine Stärkung. Und diese fanden wir in einem Baumhaus ähnlichen Restaurant direkt am Abhang. Hier war alles aus und auf Holzbalken gebaut, sehr rustikal aber wieder einmal mit einer wahnsinnigen Aussicht. Einfach toll, so zu essen!

Frisch gestärkt fuhren wir also zu unserem letzten Halt, dem Wat Chalong, Phukets größter, buddhistischer Tempelanlage. Die sehr grüne und gepflegte Anlage besteht aus mehreren unterschiedlich großen Tempeln und man braucht schon eine ganze Weile, um sich alles in Ruhe anzusehen und zu genießen. Da wir gerade zur Zeit des chinesischen Neujahrsfests dort waren „durften“ wir uns sogar den großen Jahrmarkt auf dem Weg dorthin ansehen. Durften ist gut, denn ich glaube, wir hätten auch drauf verzichten können. Kulinarisch fand man hier alles von Mehlwürmern, Heuschrecken, Käfern, Skorpionen etc. welche vor den Augen frittiert wurden. Da hatten wir nicht mal mehr Lust auf unsere geliebten Fruchtshakes. Am traurigsten fand ich jedoch, dass in einem kleinen Gitterkäfig, ohne richtigen Boden bestimmt 10 kleine Babykaninchen gehalten wurden. Ob zum Verkauf oder Verzehr will ich gar nicht wissen… 😦

Inzwischen war es schon später Nachmittag geworden und Mr. John fuhr uns zufrieden und glücklich zum Hotel zurück. Bei so einem sympathischen Begleiter ließen wir sogar etwas Trinkgeld springen.
Zurück im Hotel relaxten wir ein wenig und machten uns frisch um pünktlich zum Sonnenuntergang wieder am Strand zu sein. Eigentlich wollte ich ja nochmal zu dem Aussichtspunkt ganz im Süden fahren, weil es dort besonders schön aussehen soll, aber die Entscheidung hier zu bleiben war goldrichtig. Wir saßen also entspannt am Strand, beobachteten die Sonne beim ins Meer fallen und konnten uns an den ganzen Farben gar nicht satt sehen. Der Himmel färbte sich von blau zu lila um dann feuerrot zu leuchten bevor es schließlich ganz dunkel wurde. Die vielen typischen Holzboote (Longtails) am Ufer sowie die vorgelagerte Insel bildeten die perfekte Kulisse.

Und nachdem wir die Sonne ins Meer geschubst hatten, spazierten wir den ganzen Strand entlang und freuten uns unseres Lebens und unserer tollen Reise 🙂 Benni hatte endlich seinen Rucksack wieder, die erste Tour lief direkt super und nachdem es vor unserer Anreise starke Regenfälle in Phuket gegeben hatte, konnten wir nun von Anfang an die warme Sonne genießen. Im belebteren Teil von Kata durchstöberten wir noch ein paar Geschäfte und blieben auf der Suche nach einem Restaurant am Ende doch wieder in unserem kleinen Thai Imbiss vom Vorabend hängen. Mit einem Banana Pancake fand der Tag sein perfektes Ende und ich konnte endlich mal ohne lästige Telefonate noch vor Mitternacht ins Bett gehen.

Ein toller Start in unsere Rundreise! Aber das war noch lange nicht alles, denn am nächsten Tag ging es sehr actionreich weiter! Aber das erfahrt ihr im nächsten Beitrag!

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Kategorien: 2017, Thailand 2017 | Hinterlasse einen Kommentar

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