Tigertempel und Affenangriffe

Wie war das nochmal mit dem frühen Vogel…?

Die letzten Tage unserer Rundreise hatten es nochmal richtig in sich und langes Ausschlafen stand leider nicht auf dem Tagesplan. 😦 Stattdessen klingelte früh um 6:00 Uhr der Wecker und pünktlich um 7:00 Uhr saßen wir beim Frühstück um uns für den Tag zu stärken.

Immerhin stand das Wetter wieder auf unserer Seite und so machten wir uns bei strahlender Morgensonne auf den Weg zum „Tempel der Tigerhöhle“ dem Wat Tam Sua, ein paar Kilometer nördlich von Krabi Town.DSC07216 Kopie Die 1975 erbaute Tempelanlage ist eine der heiligsten buddhistischen Stätten der Region und ein Meditationskloster, in dem noch immer Mönche leben. Die Anlage am Fuße des Berges besteht aus mehreren bunten Gebäuden, die sich im saftig grünen Garten verteilen. Überall findet man Figuren von Tigern und Schlangen, Drachen und Buddhas. Früh am Morgen war hier noch relativ wenig los und so sahen wir außer uns kaum Touristen herumlaufen. Verena und ich bekamen ein blaues Tuch ausgehändigt zum Umbinden und dann wurde es ernst…
Der eigentliche Tempel befindet sich nämlich oben auf dem Berg und ist über sage und schreibe 1273 !!! Stufen zu erreichen. Die Stufen sind dabei nicht nur extrem steil sondern auch noch unterschiedlich hoch und breit und damit schon eine sportliche Herausforderung. Aber hey, wir sind alle jung, fit und sportlich also sollte die durchschnittliche Aufstiegszeit von einer Stunde ja wohl locker zu schaffen sein. DSC07249 KopieSoweit zumindest die Theorie. Die Realität dagegen war bitter… Schon nach den ersten 100 Stufen pumpten wir wie die Maikäfer! Zum Glück hatte ich meine Truppe früh am Morgen hochgejagt, denn noch war es angenehm frisch und schattig und noch immer waren wir die einzigen Besucher. Doch mit jedem Abschnitt wurden die Pausen länger und die Beine schwerer. Benni und Paddy waren gar nicht mal so schlecht dabei und Verena und mir inzwischen ein paar Etagen voraus. Wann die drei wohl angefangen haben, mich für meine absurde Idee zu verfluchen? 😀

Aber mit gehangen – mit gefangen, sagt man ja also was soll’s. Ich war übrigens genauso am keuchen, nicht, dass ihr mich falsch versteht. Aber ich wusste ja wenigstens, was mich erwartet und hatte es den anderen vorher nur schön geredet. Von wegen tolle Aussicht und so hehe 😀 Für eine kurze Aufmunterung sorgten auf halber Höhe ein paar Affen, die sehr interessiert an Verena und ihrer Kamera waren. Auf Futter spekulierend turnten sie auf ihr herum bis sie ein paar Minuten später enttäuscht abzogen. Mehr als eine Flasche Wasser pro Nase hatten wir glaube ich gar nicht dabei. Aber die Videos und Fotos sind immerhin super geworden.

IMG-20170212-WA0038 KopieStufe für Stufe sehnten wir uns das Ende herbei und dann kamen sie endlich, die großen, magischen Ziffern „1-2-7-3“ in weiß auf blauem Eisenpfahl 🙂 Zu unserer Überraschung gab es sogar einen kostenfreien Wasserspender zum Erfrischen. Nun mussten wir noch unsere Schuhe ausziehen und im großen Schuhregal abstellen und dann kam die Belohnung für die ganze Anstrengung. Der Ausblick war tatsächlich umwerfend! Vor uns lag ein grüner Teppich aus Palmen, Dschungel und beeindruckenden Felsen, die komplett bewachsen waren. Hier und da tauchten ein paar Siedlungen auf und man konnte sogar bis nach Krabi Town und Ao Nang gucken und das Meer sehen. Einfach schön und irgendwie fast ein bisschen unwirklich.

Die Anlage dominierte der große goldene Buddha samt goldener Stupa nebenan. Da fühlte man sich gleich noch kleiner… Außerdem standen überall verteilt kleinere goldene und bunte Figuren in Form von Buddhas, Drachen und Tigern und auch einen kleinen Tempel gab es. DSC07282 KopieZwar waren wir inzwischen nicht mehr alleine, aber bei nur 4 weiteren Touristen hatten wir den Tempel fast für uns alleine und konnten tolle Fotos machen. So langsam wurde es jedoch voller und das Stimmengewirr lauter, Zeit zu gehen! Wer glaubt, dass mit dem Aufstieg das Schwierigste geschafft sei, hat sich leider geirrt. Denn mehr als 1000 Stufen hinabzusteigen, bei äußerst schmalen Trittbereichen und großen Höhenunterschieden ist echt nicht ohne. Kennt ihr das, wenn die Knie anfangen wabbelig zu werden und die Waden schwer und zitterig? Genau so ging es uns. Und da ich ja leider „Knie vorbelastet“ bin, war mir das schon ein wenig unheimlich…

Der Weg nach unten war trotzdem interessant, denn hier und da tauchten kleine bunte Figuren im Gebüsch auf und von der Aussicht habe ich ja schon mehr als genug geschwärmt. Interessant waren auch die anderen Touristen, DSC07337 Kopiedie uns nun mehr und mehr entgegen kamen. Ein Glück waren wir nicht mit all denen zusammen oben… Da kamen uns echt Leute entgegen mit Flip Flops, Jeanshosen oder Jeansjacken und kleine Kinder, die sich die Stufen hochquälen mussten. Ob man denen vorher gesagt hat, was sie erwartet?
Unten angekommen wurden wir wieder von den Affen begrüßt, die wir schon beim Aufstieg getroffen hatten. Munter turnten sie an einem Wasserfall herum, schubsten sich gegenseitig ins Wasser und klauten den Tauben das Futter vor der Nase weg 🙂

Fix und Foxy verabschiedeten wir uns schließlich vom Tempel und fuhren mit dem Taxi in unser Hotel zurück. Die angepeilte Aufstiegszeit von einer Stunde haben wir übrigens deutlich unterboten und nur etwas mehr als die Hälfte gebraucht! 😉 Also doch jung, fit und sportlich!

DSC07398 KopieZurück im Hotel sprangen wir alle nochmal unter die Dusche um uns wieder riechen zu können und dann checkten wir schon wieder aus. Ja, die letzten Tage waren vollgepackt bis oben hin aber der verdiente Erholungsurlaub am Ende war ja nicht mehr soo weit entfernt. Bis zur Abholung vertrieben wir uns die Zeit mit einer kleinen Stadterkundung und der Suche nach etwas Essbarem zum Mittag. Mit dem Van ging es schließlich zum kleinen, bunten Bootspier von Krabi und nach schnellem Check In und erstaunlich kurzer Wartezeit schon direkt aufs Boot. Unser Gepäck mussten wir gleich beim Einstieg abgeben und zusehen, wie es mit vielen anderen Rucksäcken eine hohe Wand aus Koffern und Rucksäcken bildete, die weit über die Reling reichte. Ohje.. Hauptsache, es bleibt trocken.. Pünktlich starteten wir in Krabi und dann ging es mit Highspeed durch die Phang nga Bay in Richtung Phi Phi Island, dem letzten Ziel auf unserer Rundreise!! Die Fahrt war ziemlich ruhig und relativ unspektakulär. Neben uns viel Grün und Mangroven, die die Uferzonen sicherten und hier und da ein Inselchen. Allerdings mussten wir die gesamte Fahrt über in der Sonne sitzen und taten mit ausreichend Sonnencreme und Wasser, Hüten und Shirts auf dem Kopf alles Mögliche, um Sonnenbrand und Co zu umgehen.

DSC07432 KopieIrgendwie haben wir es tatsächlich geschafft und endlich tauchte unser Ziel wie ein großer Dschungelberg mitten im Wasser vor uns auf. Als wir mit einer halben Stunde Verspätung in Phi Phi Don ankamen war das Gedränge groß. Das Gepäck wurde wild umhergeworfen und nur mit vereinten Kräften konnten wir unsere 4 Rücksäcke retten. Am Pier wurden wir von unserem Kofferträger erwartet, der alles auf eine Sackkarre lud und nun zielstrebig durch die Gassen steuerte. Mit all dem Gepäck hatte der echt mehr Speed drauf also wir zu Fuß 🙂 Unterwegs sprach er jeden Touristen an, der hilflos aussah und erklärte wirklich Jedem den richtigen Weg zum Hotel oder nahm die Jenigen einfach mit, um sie dann am richtigen Ort abzusetzen. Schon freundlich die Leute hier, aber was bleibt ihnen auch anderes übrig?

Die Phi Phi Islands sind eine kleine Inselgruppe in der Andamanensee, genauer gesagt in der Bucht von Phang nga. Hierzu gehören die große Hauptinsel Phi Phi Don und die kleinere Insel Phi Phi Le, die durch Leonardo Di Caprios Film „The Beach“ bekannt wurde. Ihre Fläche beträgt zusammen gerade einmal knapp 13 km² und lediglich 2.500 permanente Einwohner leben hier. Allerdings befinden sich um die beiden Inseln herum noch einige kleinere, teils unbewohnte Inseln die alle zusammen den 390 km² großen Hat Noppharat Thara Marine National Park bilden. Ein Traumspot für Schnorchler und Naturfreunde!

DSC07446 KopieDas Besondere an Phi Phi ist, dass es hier keine Straßen und damit auch keine Autos oder andere Fahrzeuge gibt. Bei den vielen verwinkelten Wegen und steilen Treppen wäre das auch echt eine Herausforderung. Übrigens zerstörte der Tsunami 2004 nahezu die gesamte Insel doch in Rekordzeit wurden Hotels, Bars und Wohnhäuser wieder aufgebaut. Leider mit negativen Folgen, denn es wurde noch dichter in den Dschungel hineingebaut und damit mehr und mehr der Lebensraum der hier heimischen Affen weggenommen.

Zurück zu unserem Kofferträger. Der ließ uns nämlich nach 15 Minuten flottem Spaziergang vor einer Treppe stehen und von da an mussten wir unser Gepäck selber tragen. Schon wieder Treppen steigen – die Freude war groß … NICHT! So schleppten wir unser Gepäck hoch bis zur Rezeption des Papaya Phi Phi Resorts und bekamen nach dem Check In zum Glück ein paar Helfer gestellt, die uns beim Tragen halfen. Denn noch waren wir nicht oben angekommen.. Es folgten noch viele weitere Stufen und dann erreichten wir endlich unsere „Zimmer“. Einmal Seaview und einmal Gardenview aber im Endeffekt war beides einfach nur Meerblick 😀 Die Zimmer bestanden aus umgebauten Containern, die in den Berg gebaut wurden und direkt an der Grenze zum Dschungel standen. Dass das kein Vorteil war, bekamen wir wenig später zu spüren …

Wir ließen also unsere Sachen fallen, zogen uns kurz um und dann besuchten Verena und ich die Jungs in ihrem Container, der mal wieder etwas größer und schöner war, als unser 😛 Beim Versuch das Zimmer zu verlassen um endlich zum Strand zu gehen, kam jedoch die erste Überraschung, denn auf einmal waren wir von vielen Affen umzingelt, die vor der Tür saßen und warteten. Verena war die erste Mutige und verließ das Zimmer. Doch prompt wurde sie von den Affen angesprungen und vor lauter Schreck schlossen wir erst einmal die Tür. Wir standen also im Zimmer und wussten nicht was los war und die arme Verena stand draußen mit den Affen und wusste ebenfalls nicht, was sie tun sollte. Doch dann nahm Paddy all seinen Mut zusammen um sein Blondi zu retten und stürmte nach draußen auf die Affen zu. 😀 Die waren wohl genauso erschrocken wie wir und suchten schließlich das Weite. Was für ein Einstand. Verena hatte lediglich ein paar Kratzer davon getragen und war erstaunlich ruhig geblieben. Nun wurde uns auch klar, warum man das Frühstück ins Zimmer serviert bekommt und warum rund um die Uhr das Hotelpersonal mit kleinen Steinschleudern bewaffnet die Anlage im Auge behält.

DSC07455 KopieAuf den Schreck mussten wir erst einmal zum Strand. Den ersten Versuch starteten wir am Nordstrand, dem Strand ohne Pier und mit nur wenigen Booten. Durch die Ebbe war das Wasser jedoch weeeeit zurückgegangen und wir saßen sprichwörtlich auf dem Trockenen. Zum Baden war das Wasser einfach viel zu weit weg. Jetzt war auch klar, warum hier kaum Boote standen.. Auf der Südseite versuchten wir dann erneut unser Glück doch -Überraschung- auch hier war Ebbe 😀 Immerhin war der Strand hier nicht so flach und das Wasser nicht ganz so weit entfernt. Allerdings war es unseren Herren hier zu „dreckig“ und zu voll mit all den Booten, also zogen wir wieder auf die Nordseite zurück. Männer … 😀 Naja wir konnten schließlich doch noch ein Plätzchen finden und uns endlich im puderweichen Sand niederlassen und entspannen.

Die Sonne stand jedoch schon relativ tief und da wir zum Sonnenuntergang zum Viewpoint hochwollten, mussten wir schon nach 30 Minuten Entspannung wieder gehen. Der Aufstieg zum Aussichtspunkt war unglaublich steil, aber da hätte man ja auch von selbst drauf kommen können 😀 Mit letzter Kraft schleppten wir uns nach oben und konnten nun den Ausblick auf die gesamte Schmetterlingsförmige Insel genießen. Die Aussichtplattform war sehr hübsch gestaltet. Eine kleine Imbisshütte wurde in den Dschungel und den felsigen DSC07473 KopieBerg integriert und überall leuchteten bunte Blumen und grüne Palmenblätter. Vom Sonnenuntergang selbst war leider nicht viel zu sehen, da sich die Sonne hinter den Wolken versteckte und außerdem schon sehr tief stand. Aber allein für den Ausblick hat sich der Aufstieg gelohnt. Auch der kleine Nieselschauer konnte uns nichts anhaben, schließlich hatten wir in Krabi einen Tropenregen überlebt! 😉

Wir gönnten uns noch ein wenig Erholung und machten uns im Halbdunkel auf den Weg nach unten. Und wieder einmal schlotterten die Beinchen beim bergab laufen, aber immerhin nicht so schlimm wie am Morgen. Der schlimmste Muskelkater wird ja eh erst am Tag danach kommen… Unten angekommen fanden wir ein schönes Restaurant, was eine Mischung aus Schiff und Baumhaus war und sehr einladend wirkte. Der Typ vom Service war echt lustig aber mega aufgedreht. Wer weiß, was der in der Küche eingeatmet hat… Die Bestellung war schnell fertig und schon nach wenigen Minuten kam bereits das erste Gericht. Doch dabei blieb es erstmal, denn auf die restlichen 3 Portionen mussten wir ganze 30 Minuten warten. Paddy war mit seinem Teller schon längst fertig und bestellte sich gleich noch einen Neuen, denn die Portionen waren echt klein. Für den Preis war das aber völlig in Ordnung. Die Jungs gönnten sich wieder ein Chang Bier und Benni war direkt nach einer Flasche „angeduselt“ 😀

Der Abend war jedoch noch jung und so zogen wir von unserem Baumhausrestaurant weiter an den Strand und schnurstraks in eine Bar, in der es Live Musik gab. Mit leckeren Cocktails in den Händen und den Füßen im Sand freuten wir uns unseres Lebens und beobachteten noch das Highlight des Abends – eine Feuershow. Die war gar nicht mal so schlecht muss ich zugeben. Gegen 22:00 Uhr waren unsere Gespräche dann langsam mehr als wirr und wir entschieden uns für den Heimweg. Nach der kurzen Zeit konnten wir uns bereits ziemlich gut auf der Insel zurecht finden und brauchten nicht lange, bis wir wieder in unserem Affenhotel waren. An der Rezeption klärte ich die letzten Infos für den nächsten Tag und dann fielen wir müde in die harten Betten. Was für ein erlebnisreicher und sportlicher Tag!

Im nächsten Beitrag erfahrt ihr, wie wir mit dem Longtail Boot um die Phi Phi Islands düsten und wo unsere Rundreise ihren Abschluss fand. Bis dahin viel Spaß mit den Bildern!!

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Kategorien: 2017, Thailand 2017 | Hinterlasse einen Kommentar

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