Monatsarchiv: Dezember 2017

Koh Phangan – mit dem Moped durchs Paradies

Die Kunst bei einer selbst organisierten Rundreise ist es ja, die Tage nicht zu voll zu packen und sich auch mal Zeit zum Regenerieren zu geben. Schließlich müssen die ganzen Eindrücke auch verarbeitet und im Gehirn abgespeichert werden. Glücklicherweise haben wir bei unserer Planung einen relativ guten Mittelweg gefunden wie ich finde.

KOH SAMUI

Tag 9 der Südthailand Rundreise gingen wir sehr entspannt an. Bis zur Weiterfahrt nach Koh Phangan blieben uns noch ein paar Stunden Zeit in denen wir die Anlage noch einmal richtig ausnutzten. Zunächst einmal gab es ein ausgiebiges Frühstück auf der Terrasse oberhalb der oberen Pools. Bei strahlendem Sonnenschein und Blick auf den Dschungel schmeckt das „Mirror egg“ 😀 doch gleich noch viel besser.

DSC06640 KopieDie Rucksäcke wurden schnell gepackt, das Meiste ist ja gar nicht erst ausgepackt worden und so blieb uns noch ausreichend Zeit um an den unteren Pools zu entspannen. Die Pools waren stufenartig am Abhang gebaut und perfekt in den kleinen Dschungel eingegliedert. Der untere Bereich war ein Infinity Pool vom Feinsten und da wir die kleine Anlage lange Zeit für uns alleine hatten, entstanden hier die tollsten Fotos! Uns blieb gerade genug Zeit um baden zu gehen, die Sonne zu genießen und die Batterien wieder aufzuladen.

IMG-20170209-WA0041 KopieSchließlich hieß es dann doch bye bye und mit Sack und Pack standen wir an der Rezeption bereit, wo uns das Taxi abholte und zum Fährhafen brachte. Der Andrang war kaum zu übersehen und noch immer hatten wir keine Tickets in der Hand. Während Paddy und Benni nach Plätzen zum Warten Ausschau hielten, kämpften Verena und ich uns zu den Schaltern durch um unsere online gebuchten Tickets abzuholen. Zum Glück hat alles gepasst und nach einiger Wartezeit strömten wir zusammen mit zig anderen Backpackern auf die Fähre nach Koh Phangan. Ganze 40 min später als geplant fuhr die Fähre endlich los, aber nach 30 Minuten Fahrt waren wir ja auch schon da 🙂

KOH PHANGAN

Koh Phangan ist die 167 km² große Nachbarinsel von Samui und liegt wie ein bergiger Dschungel ruhig im Meer. Lange Zeit war die Insel den Backpackern vorbehalten, doch nach und nach strömten immer größere Besuchermassen nach Koh Phangan und bevölkerten die traumhaften, feinen Sandstrände. Wirklich negativ ist uns das jedoch nicht aufgefallen.

In Koh Phangan fanden wir relativ schnell ein Tuk Taxi und zusammen mit einigen anderen Touristen fuhren wir die extrem steilen Straßen auf und ab. Die Aussicht war dabei unglaublich und der Verkehr gar nicht mal so schlimm. Eigentlich ein ganz gutes Zeichen für eine eventuelle Rollertour… Wie immer waren wir auch hier die Letzten, die das Tuk Taxi verließen. Und so standen wir nun am Ende einer unscheinbaren Straße, kurz vor dem Dschungel und vor einer breiten Veranda – der Rezeption von unserem Hotel Salad Beach. Der Check In verlief problemlos. Wir bezogen unsere Zimmer, die nicht nur groß sondern auch sauber waren und eine stylische Steindusche im Bad hatten. Meerblick gab es auch hier nicht, dafür den Dschungel direkt vor dem Fenster. Die Hotelanlage ist sehr stufig und verwinkelt gebaut mit viel Grün, versteckten Wasserläufen und kleinen Oasen wie dem schönen, ruhigen Pool.

Das war uns aber alles relativ egal in dem Moment, denn wir wollten nur noch eines – ins Meer!! Also kurz ausgeruht und umgezogen und dann ab durch die grüne Anlage direkt an den Strand. Auf dem Weg stolperten wir fast noch über einen riesigen Waran, der hier auch zu wohnen schien. Das Hotel grenzt direkt an den feinen, hellen Sandstrand der nur einen knappen halben Kilometer breit ist. Die erste Überraschung kam schon beim Versuch sich abzukühlen, denn man musste eine gefühlte Ewigkeit laufen, um endlich schwimmtief im Meer zu sein. Unsere nächste Entdeckung waren dann die zahlreichen Seegurken samt Seegras im Wasser und irgendwie verging uns schließlich der Spaß am Baden. Wirklich tragisch war dies jedoch nicht 🙂 Wir gönnten uns statt dessen einen leckeren Snack mit Bruscetta und Fruchtshakes, ließen uns die Sonne auf den Bauch scheinen und lauschten den komischen Vögeln in den Palmen. DSC06653 KopieNach zahlreichen Nachahmungsversuchen bildeten wir uns sogar ein, mit ihnen kommunizieren zu können 😀

Der Sonnenuntergang direkt über dem Meer war natürlich wieder einmal traumhaft. Viel unterhaltsamer waren jedoch die vielen Möchtegern Models, die in affigen Posen am Strand posierten, um Fotos für ihre Instagram, Facebook und sonst was Profile zu schießen – zur Freude und Belustigung der vielen Strandgäste 😀

Unser Abendessen war dann wieder einmal ein Volltreffer. Wir saßen direkt am Strand mit den Füßen im Sand, nur wenige Meter vom Meer entfernt. Um den extra aufgestellten Tisch standen Fackeln und es hätte kaum besser sein können. Glücklicherweise war auch das Essen super lecker und bereits jetzt waren wir vollkommen in die Insel verliebt. Bei dem Versuch den nächsten Tag zu planen musste ich mir dann leider eingestehen, dass das Moped die einzige Möglichkeit zu sein scheint, die Insel möglichst großzügig zu erkunden. Doch diesmal hatte ich ein gutes Gefühl und wir reservierten 3 Roller für den nächsten Tag.

TAG 10

IMG-20170210-WA0010 KopieNach langem hin und her hatten wir uns also für eine Rollertour entschieden und 3 Roller für je 250 baht gemietet – etwas mehr als 6€!! Bei der Übergabe wurde weder nach Führerschein noch nach Fahrerfahrung gefragt. Scheinbar bekommt hier jeder einen Roller gemietet. Immerhin gab es Helme dazu, worauf ich bestanden hatte, auch wenn man dazu einen Melonenschädel haben musste. Verena und ich waren mit geflochtenen Zöpfen top vorbereitet, doch die Männer taten sich schwer, ihre frisch gestylten Haare unter dem Helm zu zerquetschen – ohhhh 😀 Paddy bekam ein kurze Einweisung (ob das gut geht…) und Verena nahm wie immer ihre Position als mein liebster Beifahrer ein und machte es sich hinter mir bequem.

Erster Halt war nach nicht mal 2 Minuten die Tankstelle. 🙂 Sicherheitshalber füllten wir die Tanks randvoll auch wenn das eigentlich unnötig war, da wir am Ende des Tages kaum etwas verbraucht hatten. Aber sicher ist sicher und wirklich viel hat es ja nun auch nicht gekostet. Und dann ging es los. Die Straßen waren extrem steil und bei den ganzen Schotterstraßen musste man sich schon echt konzentrieren. Die Umstellung auf Linksverkehr war anfangs sehr komisch und besonders beim Abbiegen immer ein kleines Event. Was waren wir jedes Mal froh, nach dem Abbiegen wieder auf der richtigen Seite gelandet zu sein 😀 Die Landschaft um uns herum war unglaublich. Auf langen und leeren Straßen fuhren wir durch dichte Palmenwälder, durchquerten den Dschungel und konnten uns am Grün kaum satt sehen.

DSC06743 KopieNach nur 25 min Fahrt erreichten wir schon unseren ersten wirklichen Halt, den Wasserfall von Phaeng. Vom Parkplatz aus mussten wir noch eine kleine Klettertour absolvieren um dann endlich das kleine Becken zu erreichen, in das der Wasserfall floss. Wir genossen das erfrischende Bad und knipsten ein paar Fotos bis wir von einer großen Gruppe von Menschen überrascht wurden und es voll wurde. Perfekter Zeitpunkt um zu gehen! Auf dem Rückweg nahmen wir noch die Abzweigung zum Aussichtspunkt mit. Und auch wenn der Weg etwas beschwerlich war, entschädigte der Ausblick alle mal. Vor uns lag der Dschungel von Koh Phangan, der die Insel mit einer dichten, grünen Decke zu bedecken schien. Unglaublich schön und leider nur schwer auf Bildern festzuhalten.

Nur ungern wollten wir uns trennen, doch es standen noch ein paar Ziele auf unserer Liste. Benni fuhr wieder voraus, denn ihm reichte ein kurzer Blick auf die Landkarte um uns wie ein wandelndes Navi problemlos zum Ziel zu führen. Und auch Paddy machte eine ziemlich gute Figur auf dem Moped. Sicherheitshalber ließen wir ihn in unserer Mitte fahren damit Verena und ich unser Grüppchen von hinten im Blick hatten.

DSC06760 KopieNächstes Ziel war der Tempel Wat Phu khao noi, nur wenige Minuten vom Wasserfall entfernt und der älteste Tempel der Insel. Schon im 15. Jahrhundert haben buddhistische Mönche den Tempel errichtet. In der Mitte befand sich eine 10m hohe weiße Pagode, die von mehreren kleineren Pagoden umgeben war. Auch eine goldene Statue des Gründers Luang Poh Pet befindet sich in der Tempelanlage. Leider konnte man sehr stark die Spuren der Verwitterung erkennen aber wen stört das schon? Hier am Tempel entstanden auch endlich unsere legendären Bikerfotos 😀 Mit Blümchen im Haar und Boardshorts sahen wir einfach umwerfend aus …

Die Reisegruppe schmolz dahin und die verzweifelten Schreie nach Abkühlung wurden immer lauter. Da kam unser nächster Stop, die Wasserfälle von Than Sadet, genau richtig. Theoretisch gesehen hätte die Fahrt nur eine halbe Stunde gedauert, doch unterwegs passierten wir eine Baustelle mit seeehr schlammigem und rutschigem Untergrund und hätten wir nicht ein paar andere Touristen hindurch fahren sehen, wären wir sicher wieder umgekehrt. Aber was soll’s, Augen zu und durch… Benni machte sich ganz gut und Verena stieg lieber ab und lief das Stückchen damit ich den Roller durchlotsen konnte. Bei Paddy machten wir uns die größten Sorgen aber irgendwie schaffte er es dann auch ohne größere Probleme die Baustelle, die übrigens an einem Berg lag, zu überwinden und die Fahrt konnte weitergehen.

DSC06807 KopieDie Than Sadet Wasserfälle sind 3 Wasserfälle, die über einen Wanderweg verbunden und von mehreren Punkten aus zu erreichen sind. Wir entschieden uns ohne nachzudenken für den zweiten und mussten auch hier wieder eine kleine Wanderung durch den Dschungel auf uns nehmen. Nach etwas Klettern gelangten wir zu den kleinen Badebecken, die von großen glatt gelutschten Steinen umgeben waren und viele kleine Badestellen boten. Einige davon waren leicht zu erreichen, zu anderen gelang man nur nach geschicktem Klettern über nasse und trockene Steine. Eine willkommene Abkühlung mit Abenteuerfaktor 🙂

DSC06826 KopieAllzu lange konnten wir leider gar nicht bleiben, denn wir wollten unbedingt noch zum Haad Than Sadet Beach im äußersten Osten der Insel. Dort angekommen glaubten wir, im Paradies gelandet zu sein 😀 Wir betraten eine kleine Bucht mit ultrafeinem, hellen Sand und Palmen, die im Gras wuchsen. Am seitlichen Hang waren mehrere Bungalows in den Berg gebaut und am Strand selbst wartete eine Strandbar vom feinsten. Von weitem hörte man bereits die Reggae Musik und das Ganze hatte sehr viel von entspanntem Hippie Leben am Strand. In der Beachbar, die natürlich im Sand stand, wurden wir freundlich begrüßt und mit leckerem Essen und Fruitshakes versorgt. Alles war so lässig und gechillt und einfach nur angenehm. Zu schade, dass wir hier nur unsere Mittagspause verbringen konnten, denn gerne wären wir bis zum Ende unserer Reise hier geblieben 😦

Noch dazu mussten wir nun den ganzen Weg über die Baustelle wieder zurück fahren. Wir glaubten zwar, eine Art Umleitung gefunden zu haben, aber am Ende kamen wir dann doch an einer Sackgasse raus und mussten einsehen, dass im wahrsten Sinne des Wortes kein Weg an der Baustelle vorbei führte. Aber auch das konnten wir meistern und unsere Tour zum vorletzten Halt, dem chinesischen Tempel fortsetzen.

DSC06868 KopieDer Tempel war eigentlich ganz interessant. Gegen ein kleines Eintrittsgeld von 40 baht (1 Euro) konnten wir die verschiedenen Gebäude besichtigen, die bunt bemalt und mit Drachen verziert waren. Der Tempel liegt auf einem Berg an der Straße zwischen Thongsala und Chaloklum und wieder einmal waren wir nahezu die einzigen Gäste – aber eben nur nahezu. Wie in Tempeln üblich mussten wir am Eingang unsere Schuhe bzw. Flip Flops ausziehen und dann barfuß durch das Gelände tigern. Konnte ja keiner ahnen, dass das zum Problem werden könnte… So schlichen wir also von Tempel DSC06842 Kopiezu Tempel, genossen eine traumhafte Aussicht und bewunderten die verschiedenen Statuen. Im Innern des großen Tempels befindet sich zum Beispiel die Statue von Guanyin, der Göttin des Mitgefühls. Und genau diese Göttin hatte Paddy wohl ein wenig zu kurz bewundert, denn als wir wieder aufbrechen wollten und unsere Flip Flops einsammelten, stand er leider leer da. Irgendjemand musste seine Flip Flops mit den eigenen verwechselt oder bewusst getauscht haben 😀 Was man hier alles so mitmacht ist schon unglaublich …

Tja da blieb Paddy also nichts anderes übrig, als die liegen gebliebenen Schlappen mitzunehmen um zumindest beim Fahren etwas an den Füßen tragen zu können. Zum Glück waren wir schon fast am Ende unserer Tour angekommen. Den nächsten Halt hätten wir uns eigentlich auch sparen können, denn so toll wie angepriesen war der Chaloklum Beach nicht. Also kurz Fotos gemacht und weiter zum letzten Ziel, IMG-20170210-WA0030 Kopiedem Mae Haad Beach, einem schönen langen Sandstrand gegenüber der kleinen Insel Koh Ma. Bei Ebbe kommt hier ein kleiner Sandstreifen frei, auf dem man zur Insel rüber spazieren kann. Wir blieben jedoch am Strand sitzen und genossen den Anblick und die mega lässigen Leute um uns herum. Bis zum Sonnenuntergang blieben wir am Strand liegen und erst als es sich nicht mehr vermeiden ließ, kehrten wir zu unseren Rollern zurück und fuhren die letzten 5 min zu unserem Hotel.

Hier gaben wir unsere Mopeds samt Helm und fast vollem Tank zurück und ihr könnt nicht glauben, wie laut der dumpfe Aufprall war, den ich anschließend hörte! Es war der Aufprall des Steines, der mir vom Herzen gefallen ist, als wir alle wohlbehalten wieder an unserem Hoteleingang standen!! Wirklich in jedem Hotel sieht man junge Menschen mit verbundenen Knien und Armen, auf Krücken oder noch schlimmer im Rollstuhl, weil sie beim Mopedfahren gestürzt waren. Und auch wenn ich es vorher Keinem erzählt hatte, war ich echt angespannt. Thailand ist ja bekanntlich nicht das beste Land um Moped fahren zu lernen und auch wenn ich geübte Mopedfahrerin bin, ist mir der Linksverkehr doch suspekt gewesen. Aber was soll ich sagen, wir hatten einen wunderbaren Tag ohne Zwischenfälle und mit traumhafter Kulisse – lediglich Paddy musste nun neue Flip Flops kaufen 😀

Ich klärte schnell noch die letzten Details zu unserer Abreise mit der Rezeption ab, denn durch die frühe Abreise stand uns ja ein kleines Fresspaket zu und auch das Taxi musste noch organisiert werden. Aber Als alles erledigt war, gab es endlich eine frische Dusche und strahlend wie ein Honigkuchenpferd ging es zum Abendessen. Da wir am Vorabend so begeistert waren, aßen wir auch diesmal direkt vor unserem Hotel mitten im Sand zwischen leuchtenden Fackeln. Das Essen war wieder einmal vorzüglich, wenn auch recht scharf und Benni und Paddy gönnten sich zur Abwechslung mal thailändisches Chang Beer.

So richtig wollte sich keiner von uns von Koh Phangan verabschieden. Die Insel, von der wir echt am wenigsten erwartet hatten, überzeugte uns am Ende doch am meisten und so fiel uns der Abschied unglaublich schwer. Zum Verdauen spazierten wir noch den gesamten Salad Beach entlang, verabschiedeten uns von Seegras und Seegurken und widmeten uns dann wieder dem Rucksack packen. Das Lunchpaket hatte man uns schon aufs Zimmer gebracht und so war alles bereit für den nächsten Tag und unsere Weiterreise.

Koh Phangan

Hier könnt ihr unseren groben Tourenverlauf sehen. Zusammengefasst war schon sehr viel schönes dabei, aber wir müssen definitiv noch einmal wieder kommen und den Rest der Insel abgrasen! 😉

Der nächste Tag war voll durchgeplant und vollgepackt bis oben hin! Mit Fähre und Flugzeug ging es zurück aufs Festland und direkt ins nächste Abenteuer. Aber das ist eine andere Geschichte 😉 Bis dahin viel Spaß beim Träumen und mit unseren Bildern!!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Kategorien: 2017, Thailand 2017 | Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.