Tagesarchiv: 10/06/2018

Jeep Tour durch Kretas Hinterland

Wie im Fluge war schon wieder eine Woche vergangen und der nächste freie Tag kam überraschend schnell näher. Da musste man sich langsam mal wieder Gedanken machen, wie man diesen denn verbringen könnte. IMG_2803aDurch die Imbros Schlucht vergangene Woche war ich auf den Geschmack gekommen, auch andere TUI Ausflüge zu testen und durchstöberte wieder unseren Ausflugsplan. Die 4×4 Jeep Tour hatte ich ja schon länger ins Auge gefasst. Zum einen, weil das Gäste Feedback über diese Tour durchweg positiv war und zum anderen wollte ich gerne mal sehen, ob ich den Gästen überhaupt das Richtige erzähle 😀 Meine Kollegin Claudia aus dem Osten Kretas (noch weiter östlich als ich 🙂 ) hatte die gleiche Idee und buchte uns kurzerhand direkt 2 Plätze für die kommende Tour und dann ging es auch schon los.

Wieder einmal viel zu früh für einen freien Tag fuhr ich zu 8:30 Uhr zum vereinbarten Treffpunkt wo ich von Fahrer Thomas eingesammelt wurde. Zusammen fuhren wir nach Agios, um auch die übrigen Fahrgäste samt Claudia abzuholen. Nachdem sich Thomas umfangreich und ausgiebig vorgestellt hatte 😀 waren die Gäste dran. Das fiel natürlich deutlich kürzer aus aber seine wichtigsten Fragen „Wie ist der Name?“ „Schonmal auf Kreta gewesen und wenn ja, wo?“ und „Verheiratet oder nicht und wenn ja/nein, wieso?“ wurden beantwortet. Damit war das schonmal geklärt 🙂

IMG_2798aUnser erster Halt führte uns in das kleine Dorf Kritsa. Das Dorf ist für seine Handarbeiten bekannt und bietet überall selbst hergestellte Keramiken, Textilien und Lebensmittel zum Verkauf an. Auch wenn ich schon viele Male dort gewesen war, ist es doch immer wieder interessant und es finden sich andauernd neue Fotomotive. Als unser Dorfbummel beendet war, kehrten wir zum Auto zurück und verabschiedeten uns von den öffentlichen Straßen. Hinein ins Abenteuer!

Unser Gefährt war ein Landrover in dem samt Fahrer 9 Personen Platz hatten. Die Dinger sind natürlich fürs Gelände gemacht und genau da ging es auch hin. Zur Einstimmung spielte Thomas Xavier IMG_2814aNaidoo’s „Dieser Weg wird kein leichter sein“ – na was das wohl zu bedeuten hatte? Die Fahrt war tatsächlich nicht soo schlimm, aber ordentlich geschaukelt hat es trotzdem. Es ist immer wieder schön, die Natur Kretas abseits der befestigten Wege zu erkundigen und in meinem Fall vor allem, mal nicht selber fahren zu müssen! Während der Fahrt erzählte unser Fahrer von Gott und der Welt, von Oliven und Kräutern, griechischen Gepflogenheiten und lokalen Spezialitäten. Egal welche Frage einem auf der Zunge lag, Thomas hatte eine Antwort 🙂

In den Genuss der lokalen Spezialitäten kamen wir bereits beim nächsten Halt. Mitten im Nirgendwo tauchten auf einmal ein paar Steinhäuser auf und entpuppten sich als kleines Dorf. Abgesehen von einer Taverne, einer großen Terrasse und ein paar Wohngebäuden gab es zwar nicht viel, aber das reichte ja auch schon. Im Lokal des ehemaligen Bürgermeisters von Kritsa, der nun zurückgezogen in seinem Mini Dorf lebt, gab es einiges zu bestaunen.

Das Interessante vorneweg – er war dabei, als einiges an archäologischen Fundstücken in seiner Umgebung gefunden wurde. Darunter Überreste von Zwergmammuts und anderen nicht mehr existierenden Lebewesen :O Weil damals so viel gefunden wurde, durfte er einen ganzen Koffer voll behalten und präsentiert nun jedem gerne seine Kostbarkeiten. Und ganz nebenbei gab es selbstgemachten Honig und Raki und natürlich Oliven zu probieren. Ich hätte alles direkt aufessen können, so lecker war das!

IMG_2825Unsere Fahrt führte uns weiter durch das Hinterland Kretas vorbei an allen möglichen Kräutern und seltsam wachsenden Bäumen hin zu tollen Aussichtspunkten. An einer Stelle konnte man sogar das Kretische und Lybische Meer gleichzeitig sehen und damit auch gleichzeitig auf die Städte Agios Nikolaos im Norden und Ierapetra im Süden mit seinen vielen Gewächshäusern im Hintergrund gucken. Wieder einmal schade, dass man das nie aufs Foto bekommt… Dort oben in mehreren hundert Metern Höhe war die Temperatur merklich geringer. Um nicht zu erfrieren, brachte uns Thomas die Grundschritte des Sirtakis bei und so tanzten wir in ein paar hundert Metern Höhe einfach mal Sirtaki 😀 Warum nicht?

Aus Osten kommend fuhren wir schließlich oberhalb der Katharó Ebene IMG_2843amit tollem Fotostopp umzingelt von Ziegen weiter zur Lassithi Ebene. Katharó hatte ich bisher noch nie gesehen, also endlich mal wieder eine neue Erfahrung und ja, es ist eine ganz nette Ebene… Aber mit meinem Top Fotomotiv Lassithi kann sie leider nicht mithalten. Quer durch die Ebene ging es auf direktem Weg nach Psychro wo sich etwas oberhalb die „Zeus-Höhle“ befindet. Die Höhle hat viele verschiedene Namen, aber die Geschichten der Mythologie um Göttervater Zeus hat sie schließlich bekannt gemacht. Die Kurzfassung: Der Mythologie zufolge hat seine Mutter ihn damals vor seinem Vater Kronos in der Höhle versteckt, weil dieser ihn sonst aufgefressen hätte. Er hatte einfach Angst, sein Sohn könnte mächtiger werden und ihn vom Thron stoßen.. So viel dazu 🙂
Die Höhle liegt etwas oberhalb vom Plateau, gute 200m zu Fuß, die es aber in sich haben, denn es geht kontinuierlich steil bergauf. Wir hatten die Wahl, uns die Höhle anzusehen oder einfach nur die Aussicht aufs Plateau zu genießen. Aber da ich schon zigmal am Ausgangspunkt, aber nur einmal in der Höhle war, wurde es mal wieder Zeit die Erinnerungen aufzufrischen.

Die Größe der Höhle hatte ich gar nicht mehr richtig in Erinnerung gehabt, sie war dann doch etwas größer als gedacht. IMG_2891aDie ganzen Stalagmiten und -titen und wie sie heißen waren gut ausgeleuchtet und auch wenn sich meine Kamera schwer tat, konnte ich doch ein paar tolle Fotos einfangen. Wie es wohl damals ausgesehen haben muss als Zeus dort „gelebt“ hat? Wir werden es nie erfahren …! Völlig fertig vom Aufstieg aber mit tollen Eindrücken und Panoramafotos kehrten wir zum Parkplatz zurück. Und dann nahte schon das nächste Highlight – das Mittagsessen! 😀 Das gab es in einer Taverne in Tzermiado an der ich schon hunderte Male vorbei gefahren war. Auch wenn wir von Thomas vorgewarnt wurden, wollte ja keiner hören und am Ende saßen wir alle pappesatt am Tisch und konnten uns kaum regen 😀 Erst einmal gab es natürlich Wein und Wasser bis zum Abwinken. Als Vorspeise wurden 5 verschiedene Mezes (also griechische Vorspeisen) gebracht, die alleine schon genug gewesen wären. Doch als dann das zarte Fleisch aus dem Steinofen kam, zusammen mit Kartoffeln und Gemüse, blieben keine Wünsche mehr offen. Es war wirklich unglaublich lecker! Zum Abschluss gab es noch Obst und süßes Dessert und – natürlich – Raki!

Es kostete uns schon etwas Mühe, die Taverne zu verlassen und vor allem das gute, nicht geschaffte Essen zurück zu lassen, aber es musste ja weitergehen. Wir verließen die Lassithi Ebene Richtung Norden und legten auf Wunsch (m)einer einzelnen Person noch einen Stopp bei meiner Lieblings-Erdbeerverkäuferin ein. Die Erdbeeren dort sind einfach die Besten und halten sich ewig! Der Offroad Part war leider schon beendet aber auch auf normaler Straße gibt es einiges zu sehen! Auf dem Rückweg fuhren wir über das kleine Örtchen Krassi, was ich mir vor gut 2 Jahren das erste Mal angesehen hatte. Eigentlich klein und unscheinbar aber mit einer riesigen Platane im Ortszentrum, die gefühlt dem ganzen Dorf Schatten spendet. Thomas meint, wer die Platane berührt, wird mit Kindersegen belohnt… Oha.. Naja, auch die Platane bekommt das nicht alleine hin, also eher bedenkenlos in meinem Fall 😀

Von Krassi aus war es nicht mehr weit bis wir zurück auf normalen Straßen waren und ich diesmal als erste abgesetzt wurde. Zeit also, sich von der kleinen Gruppe zu verabschieden, mit der wir einen echt netten und lustigen Tag verbracht hatten. Auch wenn wir eigentlich mehr gefahren als gelaufen waren, spürte ich zurück zu Hause schon ein wenig die Müdigkeit. Immerhin reichte es noch für eine kleine Sonnenuntergangs-Tour mit meinem SUP rüber zum Radieschen Hotel und wieder zurück mit kurzem Badestopp. Zusammengefasst war die Jeep Tour echt ein abenteuerlicher und interessanter Ausflug, den ich Jedem nur wärmstens empfehlen kann! Jetzt kann ich auch etwas besser berichten, worauf sich die Gäste einstellen können 🙂

Na dann viel Spaß mit den Fotos und bis zum nächsten Mal!

Eure Viola

 

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