Tagesarchiv: 17/08/2018

Chania – I am in love again! :)

Wer fleißig ist, darf auch mal Urlaub machen! In meinem jetzigen Job sogar mitten in der Hochsaison 🙂 Der freie Tag war natürlich schon vorher geplant und strategisch günstig zwischen einem halben und einen ganzen freien Tag gelegt. Denn mein Ziel war es, in den Westen zu fahren und einen weiteren Punkt auf meiner To-Do Liste abzuhaken.

Mittwoch Nachmittag verließ ich also freudestrahlend das Büro in Heraklion und verabschiedete mich in den Urlaub. Von hier aus war ich schon fast auf halbem Weg in den Westen und hatte „nur noch“ gut 2,5 Stunden Fahrt vor mir, die glücklicherweise recht zügig und ohne Zwischenfälle verliefen. Ist doch immer wieder schön, in den Westen zu fahren (so als Ossi 😀 ) und zu sehen, wie sich Natur und Menschen ändern. Prinzipiell ist der Westen ja immer deutlich üppiger und grüner in seiner Natur, nur diesmal war ich dann doch etwas schockiert. Ich hatte zwar von den Waldbränden bei Rethymnon gehört, sie aber eher Richtung Südwestküste einsortiert. Aber während ich so gemütlich über die Schnellstraße fuhr, wurden aus leuchtend grünen Laub- und Nadelbäumen auf einmal traurig, schwarze Baumreste! Zu beiden Straßenseiten glich die Landschaft einem trüben Herbsttag! Die Nadeln waren komplett abgebrannt und nur noch Baumstämme und Äste übrig geblieben und die Laubbäume ließen braune Blätter von den Zweigen hängen und sahen genauso traurig aus. Die verkohlten Straßenschilder am Straßenrand kamen noch dazu. Leicht geschockt von dem plötzlichen Anblick wusste ich gar nicht so recht wie mir geschah. Abwechselnd folgten immer wieder Streckenabschnitte mit dem üblichen Grün und wieder verkohlte Landstriche. Schon traurig, was dies Jahr in ganz Griechenland passiert und trotzdem werfen immer noch sooo viele Menschen achtlos Zigaretten, Flaschen und anderen Müll einfach so in die Natur 😦

Meine Unterkunft fand ich zum Glück sehr schnell inklusive Parkplatz direkt vor der Tür! Meine Unterkunft für die nächsten 2 Nächte war ein schickes, modernes Hostel im Zentrum von Chania mit 4 Mann Schlafraum, gemischt! Wie lange habe ich wohl nicht mehr in einem Hostel mit Gemeinschaftsbad übernachtet…? Bei meiner Ankunft am Nachmittag war aber alles ruhig. In meinem Zimmer schlief ein halb nackter, braun gebrannter Mann in der einen Ecke, während ich in der anderen mein Gepäck ablud. Naja, hätte schlimmer sein können 😀 Ich zog mich nur kurz um, packte die Kamera aus und war auf direktem Wege in die Innenstadt unterwegs.

IMG_3780aMein letztes Mal Chania muss schon gut 5 Jahre her sein, damals waren wir auf jeden Fall mit der Familie hier und sind leider genau in der Shoppingstraße gelandet ohne eigentlich Zeit dafür zu haben. Hat Schwesterchen Verena aber nicht interessiert 🙂 Diesmal sah ich mir die Geschäfte zwar auch an, war vom aktuellen Modetrend der Griechen aber nicht sonderlich begeistert und zog weiter Richtung Altstadt. Und da waren sie wieder, diese schönen schmalen, verwinkelten Gassen mit hohen Steinhäusern, IMG_3828kleinen Geschäften und hübschen Lokalen an jeder Ecke. Ohne Plan und Ziel ließ ich mich einfach treiben, schlenderte abwechselnd am Hafen entlang oder durch die Altstadt und sah mir am Ende noch die Marina mit ihren Yachten und Booten und den alten Schiffswerften an, die nun zum Teil zu Ausstellungsgebäuden umfunktioniert wurden. Das Wetter meinte es heute mal richtig gut mit mir und zauberte einen strahlend blauen Himmel mit Sonne satt für meine Fotos herbei. Zum Glück hatte ich mir gleich zu Beginn einen neuen Strohhut zugelegt.

Irgendwann kam der Tag dann schließlich zum Ende und die Sonne plumpste dramatisch neben dem Wahrzeichen der Stadt, dem Leuchtturm aus Venezianer Zeit, ins Meer. Dann begann die Suche nach einem netten Lokal für den Abend. Gar nicht so einfach. IMG_3848Denn zum einen wollte ich in der gemütlichen Altstadt sitzen, zum anderen aber den Blick des Hafens im Abendrot genießen. Am Hafen wurde man entweder zugetextet oder es war nichts frei, sowas aber auch. Dann kam ich schließlich zu einer Taverne am Meer, wo ich wohl schon zu oft auffällig geguckt hatte und wurde schließlich vom Kellner angesprochen, ich solle 5 Minuten warten und er hält mir den nächsten Tisch frei. Gesagt, getan, ich bekam meinen Tisch in vorderste Reihe mit direktem Blick aufs Wasser. Das Essen kam super fix und war dazu auch noch lecker und auch wenn die Kellner im Stress zu sein schienen, kam er noch zu einem kleinen Plausch an den Tisch. Muss echt beliebt gewesen sein der Laden, zumindest herrschte ein großes Kommen und Gehen.

Zum Abschluss wollte ich eigentlich nur mal kurz am Hafen langschlendern und bin dann doch um mehrere Stunden versackt… Zum Einen fand vor der Marina ein Büchermarkt statt, bei dem ich gleich mal stöberte und mich mit einem Kinderbuch eindeckte, in der Hoffnung damit besser Griechisch zu lernen 🙂 IMG_3865aUnd dann war da noch dieser griechische Sänger, der einfach so vor der bekannten Moschee am Hafen stand und so traumhaft sang, dass ich mich einfach hinsetzen und zuhören musste. Ok, ganz nett sah er nebenbei auch noch aus.. 🙂 Während er Gitarre spielte und sein Partner ihn am Keyboard begleitete sang er so dramatisch traurig und herzzerreißend, dass ich zwar kein Wort verstand, aber irgendwie doch wusste worum es geht 😀 Am besten schaut ihr euch das Video unten einfach an. In einer Trinkpause nutzte ich dann die Gelegenheit und machte mich auf den Heimweg, sonst wäre ich vermutlich die ganze Nacht dort sitzen geblieben 🙂 Auf dem Heimweg lief ich noch einmal durch die Altstadt, hörte aus jeder Gasse andere Live Musik von traditionell Griechisch bis Alternativ Folklorisch und aus einer kleinen Bar kam sogar Salsa und Bachata Musik wozu die Menschen einfach auf dem Gehweg tanzten!

Als mir als Teenager nach zahlreichen Kreta Urlauben irgendwann der Gedanke kam, nach Kreta auswandern zu wollen, war Chania immer mein Ziel gewesen. Zwar hat es nicht ganz mit der richtigen Region geklappt, aber immerhin doch mit Kreta. Und ganz ehrlich, nach diesem halben Tag wusste ich bereits wieder, warum ich damals so gerne hier gelebt hätte.. Die Stadt ist einfach wunderbar vielseitig, modern und traditionell zugleich und voller Leben und Kultur.

Zurück im Hotel war der halb nackte Mann aus meinem Zimmer erwacht. Er entpuppte sich als in Paris lebender, junger Brasilianer auf 4-wöchiger Kreta Rundreise mit EntdeckerGen. 🙂 Wir unterhielten uns noch kurz und nachdem ich meine Sachen für den nächsten Tag gepackt hatte, war es auch schon Zeit schlafen zu gehen.

Am nächsten Tag stand der Ausflug an, für den ich mir extra einen Tag frei genommen hatte um eines der beliebtesten Ausflugsziele in Kreta mal von der anderen Seite zu sehen. Aber dazu mehr im nächsten Bericht!

Jetzt erst einmal viel Spaß mit den Bildern aus Chania (meiner alten, neuen Liebe)
Und dem Video vom „Hafensänger“ von Chania 🙂

und hier nun die Bilder…

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