Tagesarchiv: 31/08/2018

Best of the West – Highlights im Westen Kretas

Tag 3 meiner kleinen Reise in den Westen war gekommen und nach einem (halben) Tag in der Stadt und einem Tag auf dem Wasser, war es nun Zeit für einen Landausflug. Ich hatte mal wieder in meiner Kreta-Entdecker-App gestöbert und ein paar sehr interessante Ziele rausgesucht.

Doch bevor es auf große Tour gehen konnte, stand noch eine Sache in Chania selbst ganz oben auf meiner Liste – die Markthalle. IMAG0693Als ich noch Kind war, sind wir mit der Familie ein paar Mal dort gewesen. Und auch wenn ich mich nicht an Vieles erinnern kann, so sehe ich immer noch den riesigen Schweinskopf vor mir, der in der Vitrine lag. Oder die armen felllosen Kaninchen, die nur noch Fellpuschel an ihre Pfoten hatten und am Haken hingen. Ziemlich grausame Erinnerungen wenn man sich das so anhört – aber es gehört eben dazu. Erste Anlaufstelle am Morgen war also die Markthalle in der Innenstadt, die von oben wie ein riesiges Kreuz aussieht. Im Innern gibt es verschiedene Bereiche für Textilien, Lebensmittel, Souvenirs und natürlich die Fisch- und Fleischtheken. Ganze Schweinsköpfe habe ich diesmal aber nicht gesehen!

IMG_4379aNachdem das also abgehakt war, musste ich mich schweren Herzens von Chania trennen und startete meine Tour gen Westen. Der erste Halt war die Höhle von Agios Ioannis bei Marathokefala. Eigentlich ist es mehr ein Höhlensystem, denn neben der großen Haupthöhle gibt es noch mehrere kleine Räume, die früher als Verstecke dienten. In der großen Höhle befindet sich außerdem eine Kapelle aus dem 15. Jh. Schon interessant, wie wirklich jede kleine Nische und Nebenhöhle als Extraraum genutzt wurde.

Nun ging es noch weiter Richtung Westen in die Nähe von Kissamos, Kretas westlichster Stadt. Etwas südlich davon befindet sich nämlich ein ganz besonderes Produkt der Natur. Komolithi nennt sich diese sonderbare Landschaft, die wie eine riesige Kleckerburg aussieht und sich inmitten von Feldern und Olivenhainen befindet. Durch die verschiedenen Witterungseinwirkungen und Erosionen verändern die verschieden großen Kegel ständig ihre Form und obwohl sie komplett IMG_4492a„nackt“ und trocken sind, wachsen oben auf allen Kegeln kleine Büsche. Schon verrückt! Man könnte der/die/das Komolithi auch ein wenig mit Kappadokien vergleichen… Der Anblick an sich ist ja schon spektakulär, aber noch lustiger ist es, wenn man auf den Bergen herumläuft und quasi mittendrin steht. Die Kegel lassen sich erstaunlich leicht begehen und hinter jeder Ecke findet man eine neue Formation und unendlich viele Fotomotive.

Irgendwo hatte Mama mal eine Postkarte gefunden, auf der diese Landschaft abgebildet war. Und ungläubig haben wir beide nie daran geglaubt, dass dies tatsächlich auf Kreta sein soll. Aber nun wurden wir eines besseren belehrt und ich konnte meine eigenen Beweisfotos schießen.

Im Anschluss daran war noch etwas Geschichte angesagt. Dazu musste ich wirklich an das äußerste Westende der Insel bis nach Falassarna fahren. IMG_4547Nördlich vom bekannten Strand befinden sich die Reste der alten Stadt Falassarna mit ihrem Hafen. Falassarna war in der Hellenistischen Zeit eine der wichtigsten Städte auf Kreta und vor allem durch ihren Naturhafen bekannt, der als einziger in einer langen Lagune gebaut wurde.  Wie ja bereits am Anfang erwähnt, hat sich die Westseite von Kreta im Laufe der Zeit um fast 9 Meter angehoben. Und so kommt es, dass der ehemals so wichtige Hafen auf einmal auf einem Felsmassiv steht und man nur schwer erahnen kann, wie hier mal Schiffe eingefahren sein sollen. Man kann aber noch sehr gut die Anlegestellen und Mauern erkennen und auch einen steinernen Thron gibt es etwas außerhalb der Hafenanlage.

Nachdem nun auch der Geschichtsteil abgehakt war, sollte eigentlich die pure Entspannung zur Belohnung und zum Abschluss folgen. Soviel zur Theorie…
In voller Vorfreude fuhr ich an den Strand von Falassarna, der ja zu den schönsten Stränden Europas gehören soll und mir tatsächlich noch auf der Liste gefehlt hat. Man hat hier die Wahl zwischen dem großen Hauptstrand, an dem sich viele Liegen finden und mehreren kleinen Strandabschnitten, die durch Felsen getrennt werden. IMG_4579aWas alle gemeinsam haben ist der wunderbar weiche Puderzuckersand und ein extrem flacher Einstieg ins Meer. Das Wasser ist unglaublich türkis und wirkt durch den hellen Sand noch viel intensiver. Es ist tatschlich sehr sauber hier am Strand und obwohl ich mitten im Sommer da war, empfand ich es nicht annähernd gefüllt. Ich war aber auch an einem der kleineren Strandabschnitte. Was ich allerdings nicht bedacht hatte, war der relativ starke Wind an diesem Tag und damit auch der Wellengang. Beim Baden waren die Wellen ja noch super. Man konnte ewig weit reinlaufen und durch die Wellen springen und das warme, weiche Wasser genießen. Doch am Strand dauerte es keine 3 Minuten, bis ich wie ein Schnitzel vollkommen paniert war -.- Meine Zeitung voll versandet, an eincremen war gar nicht erst zu denken und auch wenn ich die Haare schön vor dem Nass werden geschützt habe, wurden sie jetzt vollkommen mit Sand zugestreut. Na super.. So konnte man nicht wirklich entspannen..

Dazu kam, dass ich irgendwann am Nachmittag mal vorsichtshalber nachsah, wie lange ich denn eigentlich nach Hause brauchen würde. 4 Stunden Fahrtzeit!! :O Upps… Da fiel der Abschied nicht mehr ganz so schwer. Also nochmal schnell ins Wasser zum absanden, frisch duschen und direkt in die sauberen Klamotten und ab zum Auto. Die Rückfahrt verlief unspektakulär und schneller als gedacht. Es ist echt immer wieder schön, quer über die Insel zu fahren, sich die ganzen Ortschaften und Buchten anzusehen und den Wandel der Natur zu beobachten! Diesmal machte ich noch ein paar Videoaufnahmen von den ganzen verbrannten Gebieten um Rethymnon. Komisch, obwohl es keine Schilder gab, fuhren alle automatisch langsamer durch diese Gebiete. Ob aus Andacht und Respekt oder zum Filmen weiß ich nicht..

Und irgendwann am Abend kam ich endlich müde und geschafft aber mehr als glücklich zu Hause an. Was für ein aufregender und abwechslungsreicher Kurzurlaub.

WestTour

Hier mal ein Überblick über meine Stopps v.l.n.r. Falassarna alter Hafen, Falassarna Strand, Komolithi, Höhle von Ag. Ioannis

Viel Spaß bei den Aufnahmen!
Eure Viola

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Kategorien: 2018/2019, Beiträge Apr-Nov | Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.