Monatsarchiv: Juli 2024

Tag 3 in Bali – Balinesiche Paläste und traditionelles Kunsthandwerk

Der dritte Tag im wunderschönen Bali startet mit einem Besuch im Ort Mas, bekannt für seine Holzschnitzereien und Werkstätten, denen wir natürlich einen Besuch abstatteten. Nach einer kurzen Einweisung in das Handwerk und die verschiedenen Holzarten, gab es eine Führung durch die Verkaufsräume, die endlos zu sein schienen. Besonders spektakulär waren natürlich die großen Figuren und Dekorationen, die super aufwändig und meist aus nur einem Stück Holz gefertigt wurden. So einiges davon hätte ich gerne mit genommen, aber auch die angebotenen Rabatte haben sie nicht wirklich erschwinglicher für mich gemacht. 😀 Stattdessen ist es eine handgroße Lotusblüte aus Mahagoniholz geworden, die sich nun sehr schön neben meinem Yogi Frosch macht. 🙂

Wir fuhren weiter Richtung Nordosten und durchquerten dabei so einige Reisterrassen. Irgendwo im Nirgendwo, neben einem Reisfeld auf dem gerade geerntet wurde, hielt unser Guide Parek den Fahrer spontan an und wir konnten den Bauern bei der Ernte zusehen. Die waren so begeistert, dass sie uns direkt aufs Feld riefen und geduldig alles zeigten und Fotos machten. Mit einer großen Reisegruppe wäre so etwas nie möglich gewesen! So konnten wir uns auch die uralte Dreschmaschine genauer ansehen, die immer noch ihren Dienst tat. Früher wurde alles per Hand gemacht, von der Aussaat bis zur Ernte und schließlich auch das Dreschen. Mittlerweile werden einige Abläufe mit Maschinen ersetzt, Traktoren zum Beispiel, die Parek gerne als „japanische Kuh“ bezeichnet. 😀

Irgendwann schafften wir es dann endlich ganz in den Osten zum Taman Ujung Wasserpalast südlich von Amlapura nur wenige Kilometer vom Meer entfernt. 1921 ließ ihn der König von Karangasem als Familienresidenz erbauen und noch immer findet man im Haupt Pavillion Bilder der Familie. Die ganze Anlage besteht aus zwei großen Wasserbasins und mehreren Pavillions, die über Brücken miteinander verbunden sind. Schon der Weg vom Parkplatz zum Palast verläuft über eine bunt bewachsene Brücke, die über einen riesigen Seerosen Teich führt. Im Vergleich zu den anderen Palästen war hier deutlich weniger los und man konnte ganz entspannt durch die Anlage laufen. Besonders schön war auch die auf vielen Terrassen angelegte Gartenanlage mit tropischen Pflanzen in allen möglichen Farben.
Der Himmel hatte sich inzwischen leider leicht zugezogen und in der Ferne konnte man bereits den Donner hören. Wir hatten aber Glück und blieben trocken. Wobei eine frische Abkühlung auch nett gewesen wäre, denn die Luft war extrem warm und drückend schwül.

Vor dem Mittagessen steuerten wir noch einen weiteren Palast an, den Puri Agung Karangasem Königspalast, ehemaliger Sitz der Königsfamilie in Amlapura im Osten von Bali. Zum Komplex gehören viele Villen mit kunstvollen Verzierungen aus balinesischen und chinesischen Ornamenten, ein großer Lotusteich und viele Terrassen mit beeindruckendem Blick in den Dschungel. Einige Gebäude sind noch bewohnt, andere dienen als Ausstellungsräume und beinhalten kostbare alte Möbelstücke und Dekorationen. Überall sind Bilder und Gemälde der alten Königsfamilie verteilt.

Genug Kultur, Zeit fürs Mittagessen – und die Location konnte sich sehen lassen! Mitten in den Reisfeldern tauchte am Straßenrand ein Tor aus Bambus auf. Einmal hindurchgeschritten sah man viele ineinander übergehende Pavillons, komplett aus Bambus gebaut, welche die verschiedene Sitzbereiche abgrenzten. Dazwischen diverse Wasserspiele mit leichtem Geplätscher und nichts als Natur drumherum. Was für eine Überraschung. Hier bestellte ich in Bananenblatt gegrillten Fisch und einen frischen Melonensaft – traumhaft. Im Hintergrund hörten wir wieder den Donner, doch wir blieben nach wie vor trocken.

Nach dem Essen folgte der nächste Palast – der Wasserpalast Tirtagangga, übersetzt „heiliges Wasser des Ganges“. Um diese heiligen Quellen herum ließ der letzte König von Karangasem einen Park anlegen, der nun mit verschiedenen Ebenen, Wasserspielen und „Walk on Water“ Steinen die Besucher anlockt. Auch wenn wir am Nachmittag ankamen, waren noch viele Touristen vor Ort, und alle wollten Fotos auf den berühmten Steinen im Wasser machen lassen, durch die man später über das Wasser zu laufen scheint. Zum Eintrittsticket dazu gab es ein Tütchen mit Fischfutter. Auch auf dem Weg zum Eingang versuchten sämtliche Händler Fischfutter zu verkaufen. Im Palast sah man dann auch wofür das ganze Futter war. In den heiligen Quellen schwammen nämlich hunderte von Kois, die zum Teil definitiv überfüttert waren. Man brauchte nur ein paar Körnchen fallen zu lassen, und die ganze Meute war schon da. Ich habe daher lieber gezielt die kleinen Fischlis gefüttert, damit die noch groß und stark werden können. 😀 Ein Teil der Anlage verlief sich in den Dschungel hinein, wo wirklich beeindruckende Steinfiguren von balinesischen Göttern mit der Natur zu verschmelzen scheinen. Hier fanden sich natürlich kaum Touristen und man konnte tolle Fotos machen. Abgesehen von den vielen Touristen war die Parkanlage um den Wasserpalast wirklich schön angelegt. Sehr symmetrisch und wie immer gefüllt mit exotischen Pflanzen in allen möglichen Farben. So eine hohe Luftfeuchtigkeit hat schon seine Vorteile…

Letzter Halt des vollgepackten Tages in Bali war das traditionelle Dorf Tenganan in dem noch immer die „Bali Aga“, die Ureinwohner Balis und deren Nachfahren leben. Die meisten Dorfgemeinschaften der Ureinwohner sind in der Regel nach Außen abgegrenzt und folgen strengen Regeln und Traditionen. Die Gemeinschaft von Tenganan, nördlich von Candidasa kann jedoch gegen eine Spende besichtigt werden. Um das ganze Dorf herum verläuft eine Mauer zu Abgrenzung. Im Inneren befinden sich zwei parallel laufende Straßen an denen entlang sich sämtliche Wohngebäude, Souvenirgeschäfte und die traditionellen Gebäude wie die Versammlungshalle aufreihen. Überall sah man Hühner und Hähne frei herum laufen. 🙂 Wir wurden stets nett begrüßt und durften auch in ein paar Häuser der Einheimischen hineinschauen. Die Bewohner sind zum Großteil recht wohlhabend, auch wenn es auf den ersten Blick nicht danach aussieht. Viele besitzen Reisfelder im Umland, welche sie von den Balinesen bewirtschaften lassen und sich in der Zwischenzeit den traditionellen Kunsthandwerken widmen. Vor allem die kunstvoll und kompliziert gewebten Geringsing Stoffe und bemalte Eier sind das Markenzeichen von Tenganan. Gerne werden auch Palmenblätter der Lontarpalme mit eingeritzten astrologischen Manuskripten oder einfach nur dem eigenen Namen verkauft.

Die Regeln der Gemeinschaft sind klar und unverändert. Männer und Frauen halten ihre Treffen getrennt ab. Die Menschen können zwar außerhalb von Tenganan eine Arbeit aufnehmen, müssen die Stadt aber verlassen, wenn sie eine Person heiraten, die nicht aus Tenganan stammt und sind damit kein Teil der Gemeinschaft mehr. Ein sehr spannender Besuch und dank unserem Guide Parek gab es auch ein paar Pläuschchen mit den Einheimischen. Das wichtigste Tier hier und Stolz der Einwohner ist neben den Kampfhähnen übrigens der Wasserbüffel! Kurz vor Schluss spazierte sogar noch eine Herde von Büffeln an uns vorbei. 😀

Die Rückfahrt wurde wie immer etwas lang und ermüdend. Kurz vor Ubud wurden wir dann aber wach, denn es goss aus Eimern und gewitterte. Der erste richtige Regen, seit ich in Bali bin. Soviel zum Thema Regenzeit.. Mein Plan war eigentlich, zum Abendessen in das Ortszentrum zu laufen und endlich mal Ubud zu erkunden und dort Essen zu gehen aber gut. Im Hotel angekommen, sprang ich erst einmal unter die Dusche, schnappte mir den Regenschirm und siehe da, es hatte aufgehört. Also den Schirm wieder abgelegt und losgelaufen. Das Hotel liegt jetzt nicht gerade im Zentrum und man muss an einigen Straßen entlang, die am Abend doch recht dunkel wirken, da sie vom Dschungel überwachsen sind. Aber ich vertraue ja fast immer auf das Gute in den Menschen und hatte mich vorher über Google abgesichert, dass Ubud eine sichere Gegend sei. 🙂 Also spazierte ich selbstbewusst die Straße entlang und erreichte nach gut 15 Minuten das Zentrum und damit auch endlich das Leben. Am Abend war hier noch ordentlich viel los!! Ich lief die Hauptstraße auf beiden Seiten auf und ab und fand schließlich ein nettes Lokal an der Straße. Bei gegrilltem Fisch auf Currygemüse und einem Melonenshake ließ ich es mir gut gehen und die Gedanken dahinfliegen. Hier konnte ich auch endlich die traditionelle gebackene Banane mit Vanilleeis probieren – ein Gaumenschmaus!! Auf dem Weg zurück zum Hotel lief ich noch einem unserer Mitreisenden über den Weg, der ebenfalls noch die Stadt erkunden wollte und zusammen liefen wir zurück zum Hotel.

Was für ein vollgepackter aber hoch interessanter Tag!! Offiziell würde hier unser Ausflugsprogramm enden und am nächsten Tag nur noch der Transfer zum Badehotel anstehen. Da wir aber so eine schöne kleine Gruppen waren und in den letzten Tagen immer wieder mal ein paar Wünsche fallen lassen haben, stellte uns Parek noch einen weiteren Ausflugstag zusammen, bei dem es endlich mal etwas Action gab!

Aber dazu mehr im nächsten Bericht!

Kategorien: INDONESIEN | Hinterlasse einen Kommentar

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