Tag 7 und 8 in Bali – Trance Tanz und Inselhopping

Unsere Rundreise durch und über Bali war ja eigentlich schon beendet und sollte mit ein paar entspannten Tagen im Strandhotel ausklingen. Doch zum Glück hatte der Veranstalter noch ein paar zusätzliche Ausflüge angeboten, die ich gerne dazu buchte. Schließlich hatte mir Emirates für meinen Flugausfall ein nettes Sümmchen zukommen lassen. 😀

Am 7. Tag der Reise sollte es auf die benachbarte Insel Nusa Penida gehen, leider ohne unseren Guide Parek, aber mit lokalen Guides von der Nachbarinsel. Schon um 6:00 Uhr morgens klingelte der Wecker, allerdings war ich vom Sturzregen bereits geweckt worden. Na das ging ja gut los… Aber wie in Bali üblich, zog der Regen schnell vorbei und als wir gegen 7:30 Uhr am kleinen Hafen ankamen, strahlte die Sonne bereits wieder bei mehr als 30 Grad. Vom Veranstalter bekamen wir jeder ein Stoffbeutelchen mit „V.I.P. Tours“ Aufdruck und reichlich Proviant und fühlten uns gleich viel besser. Für das Boot zur Insel gab es tatsächlich Platzkarten und hier hätte ich gut auf den VIP Status verzichten können. Denn der Bereich war mehr als stark klimatisiert und wir froren uns Nasen und Füße ab. Man würde ja auch nicht bei 12 Grad mit Flip Flop und kurzer Hose rumlaufen.. Nach einer halben Stunde Verspätung und einer Stunde Bootsfahrt kamen wir endlich an und trafen unsere Guides. Unsere kleine Reisegruppe fuhr wieder einmal getrennt, doch zum Glück fanden die Aktivitäten endlich mal gemeinsam mit den anderen Reisenden statt und man konnte sich über die bisherige Reise und die verschiedenen Hotels austauschen.

Nusa Penida galt lange als Geheimtipp und ist vor allem für super Schnorchel- und Tauchreviere bekannt. Die meisten Balinesen meiden die Insel übrigens, da einer Legende zufolge hier der böse Riese Jero Gede Mecaling leben soll. Zum Geburtstag des lokalen Tempels Pura Dalem Penataran Ped bringen sie daher Opfergaben, um den Dämon zu besänftigen – oha.

Erster Halt war ein „Strand“ im Nordwesten der Insel an dem hunderte Boote an Stegen und vor Anker lagen. Hier starteten wir unseren Schnorcheltrip mit 3 Schnorchelstops vor der traumhaften Kulisse von Felsen und Dschungel. Unterwasser gab es interessante Riffe, viele bunte Fische und andere Meeresbewohner zu sehen. Danach ging es zum Mittagessen an den Virgin Beach, ein langer weißer schöner Sandstrand mit leuchtend türkisem Wasser. Leider verbrachten wir hier sehr viel (Warte-)Zeit, die man besser für weitere Stopps hätte nutzen können. Das Essen war trotzdem sehr lecker und wir konnten tolle Fotos vor traumhafter Kulisse machen.

Nun ging es fast eine ganze Stunde lang quer über die Insel zur Südseite zum Kelingking Beach. Zum Strand selbst gelangte man allerdings nur, wenn man den schmalen Pfad an den grün bewachsenen Klippen entlang nach unten gelaufen wäre. Da uns hier nur wenig Zeit gegeben wurde und relativ viele Leute hier unterwegs waren, entschied ich mich gegen den Abstieg und genoss stattdessen den wahnsinnig schönen Ausblick für den sich die Fahrt definitiv gelohnt hat!

Danach fuhren wir leider schon zurück zum Hafen. Wir diskutierten ein wenig mit dem Fahrer/Guide, da eigentlich 3 Strände und ein Badestopp versprochen waren, aber was soll man machen, wenn das Boot eine feste Abfahrtszeit hat? Im Nachhinein haben wir leider auch „nur“ das westliche Drittel der Insel gesehen. Aber gut, ein weiteres Ziel auf meiner „Nochmal-besuchen-Liste“. Die Fahrt war übrigens sehr interessant, denn der Jeep war eigentlich ein großer 4 Sitzer und mein Sitz war ein klappbarer Sitz im Kofferraum. 😀 Und das bei den schlechten, holprigen Straßen. Aber ich hatte wirklich einen tollen Rundumblick!

Zurück auf dem Boot ging es wieder in das „Kühlschrank-Abteil“ ohne Fenster. Diesmal wanderte ich jedoch samt Kamera über das Boot um auch mal einen Blick nach draußen zu erhaschen. Ein paar Indonesier lotsten mich zum nächsten Fenster und dann konnte ich endlich auch die Meerenge zwischen Bali und Nusa Penida, sowie die Sandwich Insel Lembongan sehen.
Zurück auf Bali spazierte ich frisch geduscht zu einem schönen Restaurant am Ende der Straße, in dem ich bereits vorher gegessen hatte und bestellte mir leckeres Curry. Nach einem kurzen Schauer waren kaum noch Gäste da und so kamen die paar Mitarbeiter immer mal auf ein Pläuschchen vorbei. So erfuhr ich ziemlich viel über deren Leben, die Ausbildung der Kinder und dass Dinge wie „Urlaub machen“ für viele hier einfach undenkbar sind, trotz gutem Einkommen. Da realisiert man gleich noch mal, was für ein Privileg man eigentlich hat, die exotischsten Plätze besuchen zu können!


Am Tag danach wartete dann der letzte Ausflug auf uns, ein Halbtagesausflug am Nachmittag mit einem Kulturhighlight am Abend und Dinner am Strand. Den Morgen startete ich wieder mit einem Sonnenaufgangsbad im Pool auf der Dachterrasse und machte mich nach dem Frühstück langsam auf den Weg zum Strand. Eigentlich wollte ich heute endlich mal Parasailing ausprobieren und hatte am Vortag bereits mit den Wassersport Typen vor Ort einen Preis ausgehandelt. Nun stellte sich allerdings heraus, dass Sie nicht für eine Person starten würden – also abgesagt – na super. Der Tag am Strand ließ sich trotzdem genießen, auch wenn es Mittags wieder einen guten Regenschauer gab.

Um 15:00 Uhr hieß es wieder „Abfahrt“ und mit unserem Guide Parek ging es nach Uluwatu zum Tempel Pura Luhur Uluwatu im Westen der Halbinsel. Er wurde im 11. Jh. zu Ehren der Meeresgöttin Dewi Danu gebaut und thront gut 80m über dem Meer auf den Klippen. Wirklich spektakulär und sehenswert war er nicht unbedingt, der Ausblick hingegen war atemberaubend vor Allem zum Sonnenuntergang. Um zum Tempel zu gelangen läuft man übrigens durch eine Art Wald oder Park und von Beginn an wird man gewarnt und zum Aufpassen aufgefordert, denn hier leben zahlreiche Affen in freier Natur. Und die haben natürlich mit der Zeit gelernt, dass und was es zu holen gibt und kennen keine Gnade! Taschen sollte man immer geschlossen halten, Sonnenbrillen und Hüte vermeiden und am besten auch keinen Schmuck tragen. Vorbildlich hielt ich mein Handy beim Fotografieren immer mit beiden Händen fest und steckte es anschließend sofort wieder in die Tasche. Das lief auch super, bis wir am Ende eines Panoramaweges ankamen und endlich keine Affen mehr „in Sicht“ waren. Also konnte ich endlich mal meine Augen schonen und die Brille aufsetzen. Und dann kam ein winziger unachtsamer Moment und zack – klaute mir ein Affe die Brille vom Kopf. :O So schnell konnte ich gar nicht gucken. Der Affe verschwand hinter dem Geländer des Weges und begann an den Bügeln zu knabbern. Zum Glück war Parek nicht weit und als er von meinem Maleur hörte, begaben wir uns auf die Such nach dem Affen. Als wir ihn endlich im Gebüsch fanden, versuchten wir ihn abzulenken, damit er die Brille fallen lässt, aber alles vergebens. Irgendwann fand Parek einen anderen Guide, der Bonbons dabei hatte und dem Affen zuwarf. Er ließ die Brille tatsächlich fallen und ging kurz zur Seite. Parek sprang über das Geländer und versuchte die Brille zu fischen. Das Problem an der Sache – das Gebüsch wuchs an den Klippen hinab, jeder Schritt konnte also einer zu viel sein! Erst vor kurzem soll hier ein Tourist hinunter gestürzt sein, als er ein Foto machen und nicht genug bekommen konnte… Doch er schaffte es tatsächlich und war nun mein Held des Tages. Die Gläser waren zum Glück voll intakt und nur die Enden der Bügel waren angeknabbert, aber das würde mein Freund Fielmann schon hinbekommen. Alles besser, als ein paar hundert Euro den Affen zu überlassen und den Rest der Reise meine Augen kaputt zu machen.

Der Schreck musste erst einmal verdaut werden.. Zum Glück folgte nun das Highlight des Ausflugs, der Kecak-Tanz, der im Amphietheater südlich vom Tempel vorgeführt wurde. Die Sitzplätze waren bis auf den letzten Platz gefüllt und ich setzte mich nach fast ganz oben. Eine gute Entscheidung, denn auch hier kamen die Affen hochgeklettert und mopsten den Gästen der obersten Reihe gerne Handys und Sonnenbrillen. Die Mitarbeiter dort konnten sie aber zum Glück wieder zurückholen.
Der Tanz besteht aus ca. 50-100 Männern, die zum Großteil im Kreis sitzen oder stehen und fortwährend „Kecak Kecak Cak-a-Cak“ rufen und sich dabei richtig in Trance begeben. Die Wurzeln gehen auf einen alten balinesischen Trancetanz zurück und basieren auf Elementen des indischen Epos Ramayana. Im Laufe der Handlung kommen viele Götter wie der Affengott Hanuman, der Dämonenkönig Rayana und weitere ins Spiel. Am Ende fliegen sogar brennende Strohbüschel durch die Gegend. Alles in Allem eine ziemlich beeindruckende und fast hypnotische Veranstaltung und definitiv einen Besuch wert!

Zum Abschluss fuhren zum Surferort Jimbaran, wo wir direkt am Strand ein Seafood Dinner serviert bekamen. Unsere beiden Reisegruppen wurden wieder getrennt (leider) und unsere kleine VIP Gruppe saß fast direkt am Wasser mit dem Füßen im Sand. Serviert wurde viel Fisch und Meeresgetier sowie Reis und verschiedenen Soßen und Dips. Der Fisch war in einer typisch balinesischen Marinade zubereitet worden und das gesamte Gericht schmeckte sehr lecker. Wir hatten wirklich einen schönen letzten Abend auf Bali! Im Gespräch mit der anderen Gruppe erfuhren wir später, dass das Essen wohl gar nicht gut angekommen und die meisten sehr enttäuscht gewesen seien. Ich weiß ja nicht, was sie erwartet hatten, aber das Essen war traditionell balinesisch gewürzt und wirklich gut. Zurück im Hotel begann ich noch ein wenig zu packen, fiel dann aber müde ins Bett.

Den letzten Tag verbrachte ich natürlich entspannt am Strand mit leckeren Fruchtshakes in der Hand und einer warmen Brise im Gesicht. Auch den hoteleigenen kleinen Tempel sah ich mir mal genauer an. Es hätte so schön sein können, wäre nicht von rechts eine dicke schwarze Wand herangezogen. Leider kam sie immer näher und mit ihr auch der Regenvorhang, der uns einige Zeit später dann ebenfalls heimsuchte. Das war das Zeichen zum Aufbruch und finalen Koffer packen. Am Nachmittag wurden wir von Parek und unserem Privatfahrer abgeholt und starteten eine letzte gemeinsame Fahrt, diesmal leider schon zum Flughafen. Jetzt fiel mir erst mal auf, wie hübsch der ganze Flughafen gestaltet war und da noch ausreichend Zeit blieb, investierte ich ein nettes Sümmchen in den Duty free Shop. 😀 Schokolade, Tee, Gewürze und Rum muss man ja wohl aus Südostasien mitbringen!

Was nun folgte, ist die übliche lange Reise mit einem Flug quer über die Erdkugel mit Zwischenstopp in Dubai, viel Schlaf und vielen Filmchen und einer weiteren 7 stündigen Reise mit der Bahn quer durchs Land zurück in die Heimat. So schnell waren 2 Wochen schon wieder vorbei! Aber es war eine super schöne Reise mit einem sehr sympathischen und informierten Guide, vielen interessanten Einblicken in die Kultur, Religion und Traditionen von Bali und natürlich mit traumhaften Ausblicken, egal ob am Meer oder im Dschungel und den Reisfeldern. Ich hoffe wirklich, dass ich es bald noch einmal nach Bali schaffe und noch mehr Einblicke bekommen kann!
Mit Parek war ich noch ein paar Monate lang in Kontakt und habe Bilder von unserer Reisegruppe geschickt bekommen, die er gemacht hat oder Bilder von seiner Familie bei lokalen Tempelzeremonien und Ereignissen. Im Gegenzug gab es griechisches Meer und einen überwucherten Garten aus Kreta. 😀

Bis zum nächsten Reiseabenteuer!

Kategorien: INDONESIEN | Hinterlasse einen Kommentar

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