Milos – Geheimtipp der Kykladen

Kaum zu glauben, aber ich habe es endlich mal wieder auf einen Ausflug und auf eine andere, griechische Insel geschafft! Seit einiger Zeit bietet TUI einen geführten Tagesausflug zur Kykladen Insel Milos samt Überfahrt mit der Fähre an und nun habe mir endlich mal die Zeit (und freien Tage) genommen, um daran teilzunehmen.

Da die Fähre früh morgens ab Rethymno startet, bin ich bereits am Vorabend auf die andere Inselseite gefahren und verbrachte den Abend und die Nacht in der Stadt. Da kam sogar schon ein wenig Urlaubsgefühl hoch. 🙂 Am nächsten Morgen lief eigentlich alles ganz entspannt, bis ich feststellte, dass es ja 2 Häfen in Rethymno gibt und ich natürlich den falschen im Kopf hatte. Hatte mich schon gewundert, warum keine Fähre im Hafen steht… Also ab ins Auto und einmal quer durch die Stadt auf die andere Seite zum Fährhafen gedüst. Immerhin konnte man dort kostenfrei parken und war nach ein paar Minuten schon auf der Fähre. Dort wurde ich gleich mal in den VIP Bereich gebracht und konnte mir einen frischen O-Saft holen – im Ticket inbegriffen natürlich! 😀 Danke TUI, bzw. Danke an meine Teammanagerin, die den Trip kostenfrei für mich herausschlagen konnte!

Nach ca. 3 Stunden Fahrt erreichte die Fähre endlich Milos und nachdem alle auf die entsprechenden Busse aufgeteilt waren, konnte die Tour losgehen.

Milos war eine der ersten bewohnten Inseln der Kykladen. Der griechischen Mythologie zufolge war Milos, Sohn einer königlichen Familie, den die Göttin Aphrodite (Venus) auf die Insel geschickt hat, der erste Bewohner der Insel.
Milos ist knapp 160.000 km² groß und hat ca. 5.000 Einwohner. Bekannt wurde die Vulkaninsel durch die berühmte Statue der „Venus (Aphrodite) von Milos“, welche aus dem 2. Jh. vor Chr. stammt und 1820 durch Zufall von einem Bauern entdeckt wurde. Das schnelle Geld war damals wichtiger, als die Erhaltung der Geschichte und so wurde die Statue an Frankreich verkauft und steht noch immer im Pariser Louvre. Wirtschaftlich gesehen ist die Insel aufgrund reicher Bodenschätze und einzigartiger geologischer Formationen von großer Bedeutung. Milos ist eine der wenigen Inseln, auf der mehr Menschen in der Bergbauindustrie arbeiten, als im Tourismus! Knapp 40% der Einwohner sollen direkt oder indirekt vom Minengeschäft abhängig sein. Und auch wenn sich die Insel langsam einer größeren Beliebtheit erfreut, ist sie dennoch recht untouristisch und herrlich entspannt! Berühmt ist die Insel für seine bizarren, weißen Felsen, die vulkanischen Ursprungs sind. Fast der gesamte Westen der Insel ist Naturschutzgebiet, in dem es nur so von der roten Kykladenviper wimmeln soll. Eine geschützte aber auch eine der giftigsten der 19 Schlangenarten von Griechenland. Tödlich sei sie zwar nicht, aber innere Blutungen und Schwellungen sind jetzt auch nicht gerade prickelnd. Also lassen wir das Naturschutzgebiet mal lieber in Ruhe!

Zurück zu unserer Tour! Gleich zu Beginn besuchten wir das Highlight der Insel, den Strand von Sarakiniko, der für seine weißen vulkanischen Felsenformationen und das kristallblaue Wasser bekannt ist. Der Anblick gleicht wirklich einer Mondlandschaft und ist nahezu surreal. Ich nutzte die freie Zeit um durch die „Mondlandschaft“ zu spazieren und die Katakomben zu besichtigen. Natürlich nur, soweit man hineinsehen konnte, denn das Betreten war strengstens verboten. Laut unserem Guide mussten schon ganze Touren abgebrochen werden, weil sich Gäste in den Tunnelsystemen unter den Bergen verlaufen und verirrt hatten und man sie erst suchen musste…

Weiter ging es zur Hauptstadt der Insel, dem Ort Pláka. Ein ruhiger, typisch kykladischer Ort unterhalb eines 280m hohen Lavakegels gelegen. Die Straßen hier sind verwinkelt und schmal und die Häuser weiß getüncht. Unsere Reiseleitung meinte, dass es heutzutage hauptsächlich Marketing ist, die Häuser weiß zu tünchen. Aber noch immer hilft die weiße Kalkfarbe, das Sonnenlicht zu reflektieren, die Räume kühl zu halten und Kalk ist ein natürliches Desinfektionsmittel gegen Schimmel und Bakterien. Abgesehen davon war Kalk früher ein günstiges und leicht verfügbares Material. Nachdem wir durch die schmalen Gassen zur Hauptkirche im Zentrum geführt wurden, konnten wir den kleinen Ort selbst erkunden. Zielstrebig ging ich erst mal zur Bäckerei Palaios, wo ich karpuzopita, die Spezialität der Insel probierte. Der warme Wassermelonenkuchen besteht wirklich nur aus Wassermelone, Zucker, Honig und Mehl und obendrauf Sesam. Super schnell zubereitet und sehr lecker! Plaka war erfreulich ruhig und man konnte ganz in Ruhe durch die kleinen Gassen spazieren oder in den kleinen Geschäften stöbern. Unbezahlbar ist auch der Ausblick vom Vorplatz der Hauptkirche Panagia Korfiatissa!

Für die weitere Fahrt bekamen wir zum Glück einen neuen Bus. Der erste hatte nämlich am Strand von Sarakiniko die Klimaanlage verabschiedet und es war im Bus noch wärmer als draußen, wo es locker 30°C oder mehr hatte. Frisch belüftet ging es nun quer über den Nordost Teil der Insel zu den Minen von Aggeria. Da dies ein offizielles Abbaugebiet ist, konnten wir nur für einen Fotostopp halten. Die Aggeria Mines zählen zu den größten Betonit und Perlit Minen der Welt und sind der Hauptarbeitgeber der Insel. Am Fotostopp konnte man die vielen unterschiedlichen Gesteinsschichten in den Terrassen erkennen. Schon beeindruckend. Auf dem Weg von und zur Mine durchfuhren wir auch ein ehemaliges Abbaugebiet, was im übrigen auf Kosten des Unternehmens in seinen natürlichen Zustand zurückversetzt wurde indem Bäume und andere Pflanzen gesetzt wurden. Das ganze ist bereits Jahrzehnte her und beim Anblick der Natur würde man keine Mine mehr vermuten!

Letzter Halt war der Küstenort Pollonia im Nordosten von Milos. Ein ruhiger Urlaubsort mit flachem, geschützten Sandstrand an dem Tamarisken natürlichen Schatten spenden, sowie ein paar netten Tavernen direkt am Strand. Von hier fahren auch regelmäßig kleine Fähren zur Nachbarinsel Kimolos, die gerade mal einen Kilometer entfernt ist. Hier gönnte ich mir endlich etwas Ruhe und ließ mich im Meer treiben und holte am Strand den Schlaf der letzten Tage nach. Die Zeit ging leider viel zu schnell vorbei, zu gerne wäre ich noch ein paar Stunden oder besser Tage hier geblieben!

Aber die Fähre ließ nicht auf sich warten. Und so fuhren wir zurück zum Hafenort Adamas, dem größten Ort der Insel (aber nicht Hauptstadt!), auf den sich der Hauptteil des geringen Tourismus konzentriert. Hier gibt es viele Restaurants und Bars, Geschäfte und Ausflugsbüros oder man spaziert einfach am Hafen entlang und bestaunt die ganzen Segelyachten und Katamarane, die dort liegen. Und dann war es leider schon Zeit zu gehen. Unsere Reiseleitung war eine junge Griechin, die einen wirklich guten Job machte und uns bestens über die Geschichte der Insel, als auch die Flora und Fauna und das Leben an sich informierte.

Für die Rückfahrt wurde ich wieder in den VIP Bereich der Fähe gebracht, diesmal allerdings ohne Getränk. Nachdem ich Anfangs noch viel fotografierte, überkam mich später die Müdigkeit und ich schlief den letzten Teil der Fahrt bis zum Hafen von Rethymno. Das war auch besser so, denn es stand noch die 2,5 Stündige Fahrt zurück nach Hause an. Zurück im Hafen stellte sich leider heraus, dass es keine schlaue Idee war, am Hafeneingang zu parken. Denn um ausparken zu können, musste ich erst sämtliche Autos von der Fähre, sowie alle anderen Autos, die vor mir geparkt hatten, vorbeifahren lassen. Bestimmt 20 Minuten saß ich im Auto und wartete. Als das dann endlich geschafft war, ging es nach Osten und mit letzter Kraft schaffte ich es nach Hause und direkt ins Bett, wo mich dann endgültig die Müdigkeit besiegte.

Milos ist eine wirklich sehenswerte Insel, mit beeindruckenden Landschaften, schönen noch ursprünglichen Dörfchen und es ist noch nicht annähernd soviel Tourismus vorhanden, wie auf anderen Kykladeninseln! Beim nächsten Besuch werde ich aber versuchen, wenigstens ein paar Tage dort zu bleiben um auch die übrigen Teile der Insel zu sehen.

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