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Tobago 2025 – Surfurlaub in der Karibik

Endlich war es wieder soweit, der Januar war da und damit meine alljährliche Zeit, um auf Reisen zu gehen. Lange hatte ich zwischen verschiedenen Rundreisen und anderen Ideen hin und herüberlegt, bis ich tatsächlich an einer Surfreise nach Tobago hängengeblieben bin. Der Preis für eine Single Reise war leider sehr hoch, aber ich konnte eine „alte“ Bekannte von meinem letzten Surfcamp auf Naxos für die Idee begeistern und freute mich auf einen richtig schönen „Mädels“-Surfurlaub. Leider musste sie kurzfristig familienbedingt absagen und auch wenn ich absolut nicht stornieren wollte, habe ich intensiv überlegt, was ich tun soll, da nun ein paar Zusatzkosten auf mich zugekommen waren. Aber ich blieb bei meiner Entscheidung und freute mich auf die Karibik. Immerhin hatte ich inzwischen auch schon 750€ für meine Reiseschutzimpfungen ausgegeben.

Mein Plan, schon am Vorabend nach Berlin zu fahren, um morgens nah am Flughafen zu sein, wurde dank Schienenersatzverkehr leider durchkreuzt und so mussten meine Eltern dran glauben und mich früh um 5:30 Uhr zum Flughafen fahren. Dort angekommen gab es noch eine kurze Verabschiedung und dann stand ich zum ersten Mal vor einem Selbst Check In Gerät… Etwas ungewohnt, aber alles ohne Probleme, sogar die Handgepäckkontrolle verlief erstaunlich schnell. Nur mein Apfel wurde tatsächlich einem Drogentest unterzogen. 😀 Der erste Flug BER-FRA startete pünktlich und war fast vollbesetzt mit Anzugträgern und Kostümtanten. Businessflug eben… Immerhin blieb der Platz neben mir frei. In Frankfurt durfte ich erst einmal ganze 25 Min zum nächsten Gate laufen und fand dann endlich den grün/weiß gestreiften Condor Flieger. Das Boarding ging extrem schnell, da der Flug nicht annähernd voll besetzt war. So hatte ich wieder einmal keinen Sitznachbarn und hinter mir gab es sogar mehrere Mittelreihen, auf denen niemand saß, was andere Gäste später zum Schlafen nutzten. Viele Filmchen, Mahlzeiten und einige Turbulenzen später landeten wir pünktlich in Tobago. Durch die vielen Wolken konnte man leider nicht viel von den Antillen sehen 😦 und auch beim Ausstieg wurden wir von einem kurzen Schauer begrüßt. Erinnert mich an meine Reise auf die Seychellen… Die Passkontrolle verlief relativ schnell und so ging ich optimistisch zum Kofferband. Wohlgemerkt dem einzigen Kofferband am Flughafen, 😀 auf dem gleich 2 große Flüge abgeladen wurden, sodass das Personal die Koffer neben dem Band aufstellen musste um Platz zu schaffen. Ich wartete und wartete und musste schließlich einsehen, dass mein Koffer nicht mitgekommen war. Als Reiseleiter weiß man, dass ein Formular ausgefüllt werden muss, um eine PIR Nummer zu bekommen. Keine große Sache, doch am Flughafen in Tobago sah man das anders. Mit mir zusammen waren noch eine Familie und ein weiteres Paar ohne Gepäck bzw. ohne ihr Sportgepäck angekommen und so warteten wir eine halbe Ewigkeit bis wir immerhin ein Stück Papier zum Ausfüllen bekamen. Ich bin mir aber auch heute noch sicher, dass dieses Papier niemals ins System übertragen wurde…

Als das endlich erledigt war, wurden wir vor dem Flughafen vom Surfstation Besitzer Brett und einer Kollegin empfangen und mit dem Pickup zu unserer Unterkunft gefahren. Die andere Familie, die ohne Kitegepäck gekommen und zufällig in der selben Unterkunft untergebracht war, hatte mich spontan aufgenommen und von da an verbrachten wir eigentlich den gesamten Urlaub zusammen als Gruppe. Später wuchs diese dann noch um weitere Bekanntschaften an, sodass wir eine richtig tolle Reisegruppe bildeten. Auf dem Weg zur Unterkunft im Ort Crown Point fuhr uns Brett durch den Ort und zeigte uns, wo man Essen gehen oder Einkaufen konnte und wie man zur Surfstation kommt. Auf den ersten Blick erschien der Ort recht groß muss ich sagen.

Der Check in im Hotel war sehr freundlich und auch über mein Zimmer konnte ich mich nicht beklagen. Einfach und rustikal eingerichtet und mit einem großen exotischen Wandbild dekoriert, aber für mich völlig ausreichend. Trotz oder gerade wegen meines Jobs bin ich wirklich sehr anspruchslos, solange es sauber und sicher ist. Ich traf mich noch mit meiner neuen Familie auf einen Drink an der Hotelbar, wo wir uns ein wenig besser kennen lernten. Gerade einmal 4€ musste ich für meinen Cuba Libre zahlen! Gegen halb 10 waren wir dann aber echt müde und verabschiedeten uns in Richtung Bett. Fast 24 Stunden war ich bis dahin auf den Beinen gewesen! Was für ein aufregender Start in den Urlaub! Immerhin war ich so schlau und hatte ein Bikini Oberteil sowie Shorts und ein Shirt im Handgepäck – alter Reiseleiter Tipp. 😀 Aber am nächsten Tag war wohl erst einmal shoppen gehen angesagt…

Die erste Nacht war ruhig und entspannt bis morgens um 5:30 Uhr jemand die Heckenschere anschmeißen musste. Gegen 4:30 Uhr war ich aber schon das erste Mal wach, da der Körper noch nach deutscher Zeit funktionierte, wo es bereits 9:30 Uhr war. So hatte ich immerhin genug Zeit, um die Daheimgebliebenen auf dem Laufenden zu halten und meinen verlorenen Koffer auch online als vermisst zu registrieren. Ein paar Stunden später hatten meine neue Familie und ich uns zum Frühstücken verabredet. Das Buffet war an sich ok. Ich hätte mir statt der vielen, warmen Speisen (english breakfast) aber mehr Obst erhofft, gerade hier in der Karibik. immerhin gab es Melonensaft und Toast mit Guaven Marmelade. Letzteres schmeckte mir so gut, dass am Ende der Reise mehrere Gläser im Gepäck landeten. 🙂

Nach dem Frühstück bekamen wir unsere Fahrräder, denn von der Unterkunft im Ort bis zur Surfstation am Strand waren es gute 15 Minuten, die mit dem Fahrrad deutlich angenehmer waren. Einfache Drahtesel aber sie funktionierten und waren der wichtigste Begleiter auf unserer täglichen Fahrt durch das Naturschutzgebiert von Pidgeon Point. Da ich noch kein Bargeld zum Bezahlen hatte, einigten wir uns auf „später“ – Karibik eben. Ich traf den Fahrradtypen Damien dann ein paar Tage später wieder und überreichte ihm das Geld. Die erste Tour ging direkt in den Ort zum Supermarkt, um Wasser und Kekse zu kaufen und für mich auch in die „Mall“, um im einzigen Sportladen ein paar Klamotten zu suchen. Die Preise waren schon ordentlich hier, aber es half ja nichts. Einige Zeit später war ich 350€ ärmer (in Trinidad/Tobago Dollars sogar über 2.200 TTD!), hatte aber immerhin ein paar Klamotten für den Tag und Bikini, Shorts und Lycra zum Surfen. Bargeld hatten wir nun auch endlich abgehoben, schon verrückt, mit was für großen Scheinen man hier durch die Gegend läuft… Zurück im Hotel wurden die Einkäufe abgeladen, Strandfertig umgezogen und dann radelten wir endlich zur Surfstation. Natürlich fing es genau dann an zu regnen und wir kamen völlig durchnässt am Strand an. Immerhin war es angenehm warm und die Klamotten trockneten schnell. Der Weg zur Station ist einfach nur traumhaft! Erst geht es durch den kleinen Ort, bei Linksverkehr wohlgemerkt, und dann immer am Strand entlang durch den Naturschutzpark, gesäumt von Palmen und schönen Blumen.

Am Surfcenter angekommen registrierten wir uns fix und bekamen eine Reviereinweisung von Besitzer Brett. Das Revier ist echt super zum Windsurfen – mit großem Stehbereich, traumhafter Wasserfarbe und viel Platz. Nur die Gezeiten waren eine Sache für sich, genau wie die damit mal mehr oder weniger hinderlichen Riffe. Durch den Regen war der Wind aber erst mal weg und niemand auf dem Wasser. Also entspannten wir am Strand und probierten zum Mittag gleich die lokale Spezialität aus. Pholouries sind eigentlich frittierte Teigbällchen, wie Loukoumades in Griechenland. Nur dass sie hier mit Kurkuma gewürzt sind und es dazu Mango Chutney oder Tamarinden Sauce gab. Sehr lecker aber sehr mächtig und nach 10 Bällchen war bei mir Schluss. 😀 Nach dem Essen siegte erst einmal das Völlegefühl, die Motivation war auch noch nicht ganz da. Also nix mit Surfen bzw. Kiten für meine Gastfamilie am ersten Tag. Wir testeten aber immerhin das warme karibische Meer und machten uns anschließend auf den Weg zurück zum Hotel. Am und im Pool vertrieben wir uns den späten Nachmittag und die anderen bekamen endlich die Info, dass ihr Gepäck in Barbados gefunden wurde und noch am selben Abend nach Tobago kommen soll. Glückspilze – von meinem Gepäck weiterhin keine Spur. Damit war ziemlich sicher, dass mein Koffer noch in Frankfurt stehen musste und damit erst in einer Woche ankommen könnte, denn Flüge nach Tobago gibt es mit Condor nur 1x die Woche. Die anderen hatten Glück, denn unser Flug ging nach dem Stopp in Tobago nach Barbados weiter und von dort gehen täglich lokale Maschinen nach Tobago.

Später am Abend hatten wir uns zum Essen verabredet und radelten wieder zum Strand zurück um ein Restaurant zu testen, dass mir ein Freund empfohlen hatte, der erst vor einigen Wochen dort war. Es gab Fischsuppe und Currygerichte, die sehr gut aber auch sehr teuer waren. Während des Essens gab es einen weiteren starken Regenguss, aber unsere Bikes standen trocken und wir saßen auch sicher unter dem Wellblechdach. Als der Regen vorbei war, fuhren wir zurück zum Hotel, saßen noch ein wenig zusammen und während „Vater“ Andi und Gastschwester Claire zum Flughafen aufbrachen um ihr Gepäck zu holen, ging ich zurück ins Zimmer und informierte erst einmal meinen Surfreisenveranstalter über mein verlorenes Gepäck. Der meldete sich direkt am nächsten Tag und versicherte mir, sämtliche anfallenden Kosten zu übernehmen. Das nenne ich mal Service und tatsächlich haben sie nach der Reise ohne Nachfragen alle Rechnungen für die Neuanschaffungen beglichen!
Gegen 23:00 Uhr fiel ich aber hundemüde ins Bett – Nichtstun macht eben auch müde und ein wenig aufregend war der erste Tag ja schon irgendwie.

So viel zu den ersten Reiseeindrücken in und auf Tobago!

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