… eine Stadt über dem Abgrund.
Noch fehlen mir einige Orte in Andalusien, die ich vor meiner Abreise gesehen haben will. Einer davon war Ronda und nun war es endlich soweit.
Mit einem spanischen Freund, welcher den tollen Namen Jesus trägt, bin ich in aller früh mit dem Autobus 2 Stunden lang ins Landesinnere gefahren. Dort angekommen mussten wir uns erst mal dem Wetter anpassen und eine weitere Jacke überziehen. Wir hatten aber Glück und durften einen Tag voll Sonnenschein und ohne Wolken erleben.
„Ronda liegt auf einer Höhe von 723 m ü.M. auf einem Felsplateau, dessen Wände bis zu 165 m in die Tiefe fallen. Getrennt wird die Stadt durch eine tiefe Schlucht.„
In Ronda angekommen steuerten wir als erstes die Stierkampfarena an. 1785 wurde sie gebaut und ist damit die ÄLTESTE Spaniens und die einzige mit komplett überdachten Sitzreihen in zwei Stockwerken. Für den etwas hohen Eintrittspreis von 6,50€ konnte man sich die komplette Arena inklusive Sitzränge, Pferdeställe und Reitschule sowie das Museo Taurino ansehen. Schon beeindruckend, einen Stierkampf würde ich mir trotzdem nie ansehen wollen.
Anschließend folgten wir der touristischen Route mit ihren 36 Stationen. Darunter fanden sich sämtliche Brücken (puentes) und Tore (puertas), Museen und Kirchen. Wir beichtigten auch die baños árabes (die arabischen Bäder), deren Anlage aus dem 13./14. Jh. die besterhaltendste Spaniens sein soll. Die Stadt liegt aber dummerweise nicht nur auf einem Berg sondern ist auch in dessen Hang gebaut. Also ging es stänfig steil bergauf und bergab. Eine süße kleine Stadt mit beeindruckender Landschaft, aber etwas langweilig um dort ständig zu leben.
Da wir keine Lust auf die standart-Touristenwege, die zum Fuße der Schlucht führten, hatten, entschieden wir uns für die etwas gefährlicheren aber spektakuläreren Wege und gelangten so zu verlassenen Pumphäuschen am Fuße des Berges, alten Ruinen von Häusern mit beeindruckendem Panorama und konnten sogar bis an den Wasserfall herankommen. Alles mit dem Risiko, vom ca. 1 m breiten Weg abzurutschen und zig Meter in die Tiefe zu stürzen. Der gute Jesus hatte ständig Angst um mich, wer mich kennt weiß ja, dass ich ständig überall rumklettern muss…
Ist aber nichts passiert, dafür wurden wir mit strahlendem Sonnenschein und wahnsinns Ausblicken auf die Landschaft, das Tal und die Brücke belohnt und konnten beim Sonnenuntergang noch ein letztes Mal auf die ganzen Wege herabblicken, die wir gelaufen sind.
Fazit: Ein MUSS für Jeden, der einen Abstecher nach Andalusien macht!! Die Stadt gehört zwar, unverständlicherweise, nicht zum UNESCO Weltkultur- bzw. Weltnaturerbe, ich würde sie aber glatt dazu ernennen!
Viel Spaß bei den Bildern die, wie ich finde, teilweise echt beeindruckend geworden sind 🙂
