2013

Kéfalos – Roadtrip in den Süd-Westen

Juhuu endlich wieder Freitag 🙂
6 Tage können echt lang sein ….

DSC09558aSo, mit dem Ziel, die Insel komplett kennen zu lernen ging es diesmal Richtung Süd Westen auf die Halbinsel Kéfalos.
Mein treuer Begleiter für den Trip war „Taifun“, ein kleiner 50ccm Baumarkt Roller. Nach mehr als 3 Jahren hab ich mich dann doch mal getraut und mich wieder auf einen Roller gesetzt. Und Überraschung – es geht alles noch. Mit meinem Schätzelein von damals kann der Taifun aber nicht annähernd mithalten.

Auf gings früh um 10 Uhr über die Hauptstraße nach Antimáchia. Die Einfahrt zur Burg von Antimáchia hab ich beim ersten Anlauf gleich mal verpasst, weil ich schon nach vielleicht 10 Min dort war und mit einer längeren Fahrt gerechnet hatte.
Die Burg selbst soll der mächtigste Festungsbau der Insel sein. Im 13. Jh begannen die Venezianer mit dem Bau und ein Jahrhundert später setzten die Johaniterritter die Arbeit fort. Bis auf ein paar Zisternen und zwei Kirchen ist im Innern kaum noch etwas erhalten geblieben. Dafür gibt es umso mehr wilde Pflanzen, Olivenbäume und viele Krabbeltierchen. So sind mir mehrere große und kleine Eidechsen und sogar eine Schildkröte über den Weg gelaufen. Die griechische Gusti … 😀
Vom Südrand der Burg hatte man einem unglaublichen Ausblick über die Küstenebenen von Kardámena und die vulkanische Nachbarinsel Nissiros.

DSC09613aAuf dem Weg nach Kéfalos bog ich spontan nach Plaka ab, einem Pinienwald, in dem Pfauen rumlaufen. Stand eigentlich nicht auf dem Plan und leider auch nicht in meiner Reisebibel, dem Marco Polo, aber wenn ich schon mal da war.. Als ich teilweise von einer Hand voll Pfauen eingekreist und beguckt wurde, beschloss ich dann allerdings doch die Weiterfahrt anzutreten. Komische Vögel ..

Weiter ging es nach Kéfalos, dem einzigen richtigen Dorf der gleichnamigen Halbinsel. Auf dem Weg dorthin gibt es weit und breit nichts außer viel Grün und schroffen Felswänden. Eine tolle Strecke und komplett anders als der Norden. Die Halbinsel ist sehr naturbelassen, da der Bau von Pensionen und Hotels verboten ist. Lediglich ein Robinson Club (RC Daidalos) hat sich dort angesiedelt. Dafür gibt es Unmengen von tollen Stränden, Buchten und Minihäfen.
Die Stadt Kéfalos war unter dem Namen Astypalaia die erste Hauptstadt der Insel. Als sie 412 v Chr. von einem Erdbeben zerstört wurde, gaben die Bewohner sie auf und gründeten Kos Stadt, die jetzige Hauptstadt.
Viel gab es im Bergdorf Kefalos nicht zu sehen, abgesehen von den wenigen Überresten der Burgruine und ein paar niedliche Straßen und Gassen. Unglücklicherweise fing es dann auch noch an zu nieseln und später auch zu regnen. Und schlau wie ich war, hing mein Helm noch am Lenker – mit der Öffnung nach Oben natürlich.. Glückwunsch

DSC09697aNächste Station war ganz im Süden auf  knapp 200m Höhe das Kloster Agios Ioannis Prodromos. Vom Parkplatz aus führen 43 Stufen hinunter zur Klosterterrasse. Hier steht eine riesige, uralte Platane, die von Pfeilern gestützt wird und im übrigen viel spektakulärer als die Platane vom Hippokrates aussieht. Sie überschattet die kleine Klosterkirche, die ganzjährig offen steht und eine Reihe von zementierten Tischen und Bänken in blau-weiß. Zur Zeit ist es ziemlich still und leer dort, Ende August findet dort jedoch das Kirchweihfest statt und bis zu 400 Pilger werden dann an den Tischen sitzen und picknicken.
Wie die dort hinkommen ist mir allerdings ein Rätsel. Die Landschaft seitlich der Straßen ist zwar super schön, die Straße besteht aber mehr aus Schlaglöchern als aus Asphalt. Erstaunlich, wie sich mein Taifun da duchkämpfen konnte.

Anschließend standen eigentlich ein paar weitere Kirchlein auf dem Plan. Aber entweder fand ich die Straßen und Wege dorthin nicht oder ich musste aufgeben, weil die Schotterpisten irgendwann zu gefährlich wurden und mein Taifun streikte.

Auf dem Rückweg ging es wieder an der Ostküste entlang nach Kamári, einem kleinen Touristenörtchen bestehend aus vielen Bars, Restaurants, Night Clubs und einem Mini Hafen mit einer Hand voll Booten. Am Strand entlang fuhr ich weiter nach Agios Stefanos. Hier gibt es 1500 Jahre alte Säulen und Reste einer Basilika direkt am Strand. Von den Säulen aus bis zum Strand sind es vielleicht 10 Schritte. Direkt gegenüber ist die kleine Insel Kastri vorgelagert. Die kleine Felseninsel ist unbewohnt und besitzt nur ein kleines, verschlossenes Kirchlein. Eigentlich kann man die Insel schwimmend und watend erreichen. Aber leider war es mir zum Schwimmen zu frisch und die Zeit war auch zu knapp um sich ein Stand up Paddle auszuleihen und rüber zu paddeln. Nächstes Mal vielleicht…

DSC09793aVorletzte Station war ganz im Norden die einizge bebaute Stelle an der Westküste, Limnionas. Der kleine Schutzhafen von Limnionas wurde in den 1980er Jahren gebaut und schließt auf der Rückseite an die kleine 100m breite Badebucht an. Bei bewölktem Himmel sah die Bucht schon traumhaft aus, wie sie wohl bei Sonnenschein aussieht? Das Wasser war glasklar und flach und da es außer dem einzigen Haus dort, einem Fischrestaurant, nichts weiter zu sehen gab, legte ich erst mal ein kleines Päuschen ein und kühlte meine Füße in der Bucht ab.

Auf dem Weg nach Hause hielt ich, der Form halber, noch am Paradise Beach auf der Ostseite an. Der Strand liegt in einer Bucht und ist mit Liegestühlen und Schirmen übersäht. Ich weiß nicht, ob es am starken Wind und den dicken Wolken lag, aber so richtig paradiesich fand ich die Bucht jetzt nicht. Da hab ich schön schönere und ruhigere Strände und Buchten gesehen …

Eigentlich wollte ich dann nochmal in Antimáchia halten, da ich ja auf dem Hinweg nur die Burg mitgenommen hatte. Auf  Grund der dicken schwarzen Wand, die da auf mich zukam und dem frischen Wind entschied ich mich dann aber doch für den direkten Weg zum Hotel. Gegen 19:00 Uhr gab ich den Taifun samt Schlüssel und leicht zu großem Helm wieder ab und wärmte mich erst mal auf.

Fazit:
Die Halbinsel Kéfalos ist ein kompletter Gegensatz zum Norden, landschaftlich seeehr schön und angenehm ruhig und entspannend. Die Straßen waren fast durchgehend menschenleer. Mal wieder ein schöner freier Freitag. Allerdings hätte ich mich über etwas mehr Sonne und Wärme gefreut. Denn so konnte ich die schönen Strände gar nicht austesten und krank bin ich auch geworden.. Trotz Jacke und Halstuch melden sich meine Mandeln mal wieder und die Nase streikt aus Sympathie auch gleich mit. Eine Sommergrippe ist doch was Feines ….

Wir haben es übrigens gerade 23:40 Uhr und draußen sind noch schlappe 27°C ..

In diesem Sinne, viel Spaß mit den Bildern und Hatschii

Hier noch einmal meine Route von insgesamt ca. 82 km laut Google Maps .. (Die Insel an sich hat übrigens nur eine Länge von 42 km!)

Roadtrip Kefalos

 

 

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Kategorien: Beiträge Apr-Sep | Hinterlasse einen Kommentar

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