2014

Matala und Lasithi – Berge und Meer

erstmal die Vorgeschichte zum letzten freien Tag:

Am vorletzten Wochenende zog ein kleines Unwetter über unser beschauliches Stückchen Insel. Die Auswirkungen waren 3 Tage lang Sturm, Regen, Gewitter und Wellen um die 4-5 Meter. Dadurch wurde unser halber Strand von den Wellen abgetragen und Wassersport war aufgrund der Bedingungen eh nicht möglich. Also mussten wir kurzerhand „Zwangsurlaub“ nehmen um nicht zu dritt sinnlos am Strand rumzusitzen.

Den ersten meiner beiden freien Tagen verbrachte ich, für mich untypisch, mit rumgammeln. Am Morgen unterstützte ich das Rezeptionsteam bei der Großanreise einer Gruppe von ca 350 Leuten, die alle im Abstand von kurzer Zeit mit Bussen angekarrt wurden. Anschließend gammelte ich abwechselnd mit Andi an der Beachbar oder im Office rum. Immerhin haben wir in der Zeit das gesamte Office umgebaut und ich konnte mal mit zugucken, wie die Bestellungen und Einkäufe für die kommende Saison gemacht wurden. Ich bin ja schließlich auch hier, um weiterzulernen und über den Tellerrand eines Surflehrers hinaus zu schauen 🙂
Und am Abend übernahm ich vor Langeweile den Kochdienst von Andi und gleich dazu den Bardienst und brachte damit irgendwie den Abend zu Ende.

Da so ein freier Tag für mich echt unnormal ist, musste ich am nächsten Tag mal wieder raus und mietete mir ein Auto. Normalerweise tanke ich das Auto vor Reiseantritt immer voll um auf Nummer sicher zu gehen und komme damit eigentlich auch immer gut hin. Aber das letzte Auto schluckte enorm viel und so hab ich komplett vollgetankt, nur die Hälfte davon wirklich genutzt und mal eben 30€ an verschenktes Benzin verloren. Geht ja gut los…

DSC04793Frisch getankt ging es auf jeden Fall Richtung Süden nach Mátala zu den Hippie-Höhlen. DSC04807Das letzte Mal war ich vor bestimmt 10 Jahren dort gewesen und irgendwie hatte ich alles ganz anders in Erinnerung. Im Kopf hatte ich noch die riesige Felswand mit den Höhlen und einen kiesigen Strand, der immer zu heiß war, um darauf laufen zu können.
Als ich jetzt ankam, fuhr ich erstmal durch den kleinen Ort Mátala durch, der irgendwie komplett dem Hippie Thema gewidmet zu sein scheint. An einen Ort am Strand konnte ich mich überhaupt nicht erinnern. Alles war bunt angemalt und überall hingen Bilder und Dekos im 7oer Style. Ziemlich touristisch gemacht wie ich fand aber nagut.
Der Strand kam mir auch viel kleiner vor, was vielleicht auch an dem riesigen Parkplatz direkt am Strand lag.

Naja auf jeden Fall konnte ich mit gut am Strand erholen, die Höhlen vom Land und vom Wasser aus betrachten und mal wieder feststellen, dass das Meer auf der Südseite viel weicher ist (wenn das denn geht). Und tatscählich war das Wetter auf der Südseite deutlich besser als bei uns im Norden was wohl aber auch an den komplett verschiedenen Klimazonen auf der Insel liegt.

DSC04908aNach einem kurzen Nickerchen und einem Bummel durch das Örtchen mit seinen vielen Bars direkt am Wasser ging es weiter und damit erstmal zurück Richtung Heimatort. Kurz davor folgte ich dem Weg Richtung Lasithi Hochebene und fuhr die gesamte Ebene einmal ab. Praktischerweise führt eine Straße genau einmal drumherum durch zahlreiche kleine Bergdörfer in denen es sogar Straßenschilder für Landwirtschaftsfahrzeuge gab, die ich noch nie vorher gesehen hab. 😀 Das ganze Gebiet liegt hoch oben im Dikti Gebirge und ist ca 10km lang und 5km breit.
DSC04840aAm Eingang der Eben stehen erstmal ein paar Ruinen von alten Windmühlen, wobei nur noch die steinernden Mauern und teilweise die Flügelschrauben zu erkennen waren. Auch hier waren wir das letzte Mal mit der Familie vor ungefähr 10 Jahren und damals konnte man sogar noch in die Mühlenruinen hineingehen und an den Mühlenrädern spielen. Die Windräder wurden bis in die 1970er Jahre genutzt, um das unter der Oberfläche stehende Grundwasser auf die Felder zu pumpen. Schon komisch, die Kindheitserinnerungen an diesen Ort im Kopf zu haben, in denen die Familie immer dabei war, und nun ganz alleine dort zu stehen.

Der Ausblick über die Lasithi Ebene in 800m Höhe war einfach nur schön! Überall Obstbaumfelder und Olivenplantagen. Die Lasithi Hochebene ist nicht umsonst Kretas fruchtbarste Hochebene. Die Menschen, die mir unterwegs begegnet waren, hatten alle irgendwie einen nepalesischen Einschlag. Ob das an den Bergvölkern im Allgemeinen liegt? Hmm..
Ein Zwischenstop wurde noch bei der Tropfsteinhöhle „Dikteon Andron“ eingelegt, in der Göttervater Zeus der Legende nach von Ziegen aufgezogen worden sein soll. Seine Mutter Rhea hatte ihn damals angeblich dort versteckt, weil sie fürchtete, sein Vater würde ihn sonst, wie auch seine Geschwister verschlingen um künftige Konkurrenten zu beseitigen. Diese Mythologie aber auch …
Die Höhle ansich war eine einfache aber schöne Tropfsteinhöhle, die bunt beleuchtet war und kurz vorm Sonnenuntergang auch kaum besucht war.

DSC04910aPünktlich zum Sonnenuntergang verließ ich wie geplant die Ebene und kam noch bei Dämmerung auf die Hauptstraßen zurück. In der Ebene wollte ich ungern um Dunkeln herumirren. Am Abends gabs dann wie immer ein paar Gläschen Wein bei und mit unserem „Schrankenwart“ und dazu ein paar nette Gespräche mit interessanten Einblicken in die Meinungen und Gedanken der griechischen Mitarbeiter zum Club. Das war mal wieder ein freier Tag ganz nach meinem Geschmack!

Mal wieder viel Spaß mit den Bildern und sonnige Grüße von der Insel
Eure Viola

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Kategorien: 2014, Beiträge Apr-Nov | Hinterlasse einen Kommentar

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