2018/2019

Strandurlaub in Kuba – die letzten Tage

Irgendwann muss auch die interessanteste Reise zum Ende kommen und der Heimweg ins kalte Deutschland angetreten werden. Doch bevor es soweit war, hatten wir noch ein paar schöne Strandtage vor uns.

Die Tage fingen relativ entspannt an. Frühstück gab es meist „erst“ um 8:00 Uhr, wo wir sonst schon abfahrbereit im Bus gesessen haben. Anschließend genossen wir den feinen Sandstrand und unseren ersten Urlaub in einem All Inklusive Hotel. Schon nicht schlecht, wie man echt rund um die Uhr Getränke, Snacks und Mahlzeiten einfach so bestellen und mitnehmen kann. Wirklich viel zu sehen gab es in der direkten Umgebung leider nicht. Am Morgen des zweiten Tages spazierten wir zwar zum kleinen Markt von Guardalavaca um ein paar Souvenirs zu besorgen, aber das Angebot entsprach ziemlich genau dem der bisherigen Souvenirstände. Und so musste dann doch der Hotelshop herhalten.

Wie auch immer. Den Rest der Tage verbrachten wir fast ausschließlich am Meer. Natürlich durften auch hier die obligatorischen Strandspaziergänge nicht fehlen. Dabei sind wir zu der erstaunlichen Erkenntnis gekommen, dass unser jetziges Hotel genau neben unserem allerersten Hotel liegt. IMAG1498aIrgendwie war mir der Strand doch bekannt vorgekommen 😀 Naja, mit dem jetzigen Hotel hatten wir es auf alle Fälle besser getroffen aber lustig war das schon, als es so langsam Klick machte. Am anderen Ende des Strandes trafen wir auf die Wassersportstation, bei der ich mich natürlich gleich mal erkundigen musste. 🙂 Keine Ahnung, was die Kubaner hier für ein Problem mit Frauen haben, die sportlich interessiert sind. Denen waren sicher die hübschen Damen lieber, die einfach nur herumgefahren werden wollten und keine blöden Fragen stellen. Und dann kam Viola, erkundigte sich nach Reviergrenzen und Segel- oder Brettgrößen… 🙂 Die Reviergrenzen wollten sie mir erst gar nicht erklären, da ich ja eh nicht alleine Segeln gehen durfte. Außerdem war da ein Riff was je nach Tidenstand gefährlich war und das kann man nicht einfach so zeigen. Ahja… Auf die Frage, wie ich denn beim Windsurfen wüsste, wohin ich fahren darf waren sie nicht vorbereitet und erst mal still. Naja, schade drum, woanders freut man sich, wenn Mädels aufs Wasser gehen wollen und sich für das Material interessieren. Aber hier lagen die alten Anfängerbords eh nur wild auf einem Haufen und die Segel wurden bestimmt auch nur alle paar Jahre mal bewegt, so wie die aussahen.

Zum Glück gab es gleich am ersten Tag die Ablenkung bei einem Gruppentreffen mit Reiseleiter Miguel. Der arme Kollege von der TUI wurde geschickt, um uns als Ansprechpartner während des Hotelaufenthaltes zur Verfügung zu stehen. Wie jeder ordentliche TUI Onkel, wollte er uns natürlich erst mal das Land und seine Eigenheiten erklären. Wie das mit dem Wasser so ist und dass man mit Rubbelkarten sogar ins WLAN käme. Wussten wir aber alles schon und da wir bereits eine „eingeschworene“ Gruppe waren, kamen die Kommentare bei uns recht locker von den Lippen. Da konnten ihm auch seine versuchten Witzeinlagen nicht weiterhelfen. Aber immerhin war er gut vorbereitet, konnte uns die gesamte Geschichte des Hotels vorbeten und kannte alle Restaurants, Bars und Snackstellen der Anlage. Als große Überraschung verkündete er am Ende noch, dass der Veranstalter für uns alle Plätze im Spezialitätenrestaurant reserviert hatte. Wuhuu dachten wir uns. Á la carte Essen im „Patio de los Artistas“. Die Vorankündigung, dass statt normalen Kellnern dort Künstler das Essen servieren, hätte uns eigentlich schon stutzig werden lassen müssen…

Unser Veranstalter hatte also freundlicherweise Plätze im Meeresfrüchte Spezialitätenrestaurant reserviert und damit geschmacklich eine sehr gute Entscheidung getroffen. Aber scheinbar glaubten sie, dass uns eine Mahlzeit ohne musikalische Begleitung einfach zu langweilig wäre… Der Laden hieß ja nicht umsonst „Patio de los Artistas“. Aus dem Nichts begannen unsere Kellner nach und nach zu singen, leider immer genau dann, wenn man essen wollte und in einer Lautstärke, die es in sich hatte. So richtig organisiert waren die Auftritte auch nicht, denn bevor die Sänger anfingen zu singen, wurden erst mal unzählige Titel auf der CD angespielt, bis sie endlich den richtigen gefunden hatten. 😀 Hach, wie wir uns auf ein Essen ohne musikalische Begleitung gefreut haben! Den Rest des Abends ließen wir an der Poolbar bei Cuba Libre und Cerveza ausklingen. Auf dem Weg zum Zimmer dann der mega Schock, die fette Spinne vom Vortag hatte ihren Platz verlassen und saß nun direkt an der Wand neben meiner Tür :O . Na super… Nach einer halben Ewigkeit konnte ich mich zwar überwinden, ins Zimmer zu gehen, aber die Nacht war trotzdem mehr als unruhig.

Der zweite Strandtag startete leicht bewölkt und irgendwie wollte ich nicht richtig wach werden. Ich verschlief gefühlt den ganzen Tag auf meiner Strandliege und nutzte meine kurzen „Wachpausen“ nur, um schwimmen zu gehen oder etwas zu essen. IMAG1432aMittags versuchten wir noch einmal unser Glück im „Künstlerpatio“ mit Pizza und Pasta. Aber ganz ehrlich, die Tomatensauce ging in beiden Fällen gar nicht! Das war wie damals in meinen ersten Studentenjahren, ein Mix aus Tomatenmark, Ketchup und etwas Gewürz. Aber die Pina Coladas waren sehr lecker und erzielten schnell ihre Wirkung. 😀 Da schlief es sich gleich wieder richtig gut. Der Waspo hatte ich am Ende dann doch keinen Besuch mehr abgestattet. Ich wäre schon gerne mal in der Karibik Surfen oder Segeln gegangen, aber so richtig überzeugt hatten sie mich leider nicht. Da bin ich doch noch zu sehr verwöhnt vom Robinson Standard der letzten Jahre.

Auf einer unserer vielen Runden zur Churro Station entdeckten wir dann noch ein paar sehr witzige Tierchen. Wenn man genau hinsah, konnte man bei den Steinen kleine, grüne Eidechsen entdecken, die ihren Schwanz komplett einrollen konnten wie eine Spule. Putzige Tierchen, aber leider auch etwas schreckhaft und fotoscheu.
Der Abend kam mal wieder schneller als gewünscht und diesmal blieben wir sehr lange am Strand um unseren letzten karibischen Sonnenuntergang zu genießen. Wie schnell mal wieder eine Reise vergangen war, auf die man sich Monate gefreut und vorbereitet hatte.

Für den Abend hatten wir diesmal Plätze im italienischen Restaurant bestellt. Zu den Klängen von Eros Ramazotti bedienten wir uns am Vorspeisenbuffet und bekamen nach und nach unsere Gänge serviert. Leider hatte ich wieder den Fehler gemacht und ein Gericht mit Tomatensauce bestellt, aber der Rest war wirklich lecker. Nur die Menüreihenfolge war etwas seltsam, aber gut, wir waren ja inzwischen einiges gewöhnt, Servicetechnisch… 😀 Irgendwann wurde es auf einmal dunkel und mit einem grellen Partylicht wurde „Happy Birthday“ angestimmt. Das Zeichen für uns, zu gehen. 🙂 Wir trafen uns dann lieber wieder mit unseren Mitreisenden an der Poolbar und verfolgten den Karaoke Abend am Pool, bei dem von gar-nicht-so-schlecht bis warum-tut-er-sich-das-an alles dabei war. Beim zu Bett gehen konnte ich kurz aufatmen – der Spinnerich war weg. Doch dann kam die Erkenntnis, irgendwo muss er ja hingegangen sein und das beunruhigte mich dann doch wieder.

Mittwoch, der 21. November – unser letzter Tag in der Karibik. Diesmal bin ich noch früher als sonst aufgestanden um den letzten Sonnenaufgang in Kuba festzuhalten. IMG_7901aWie auch am Vortag wurde ich dabei wieder von einer süßen Katze begrüßt, die schon an der Terassentür auf ihre Streicheleinheiten wartete. 🙂 Später übernahm Verena meinen Job und musste die eine oder andere Kralle einstecken. Nach dem Frühstück packten wir zum letzten Mal unsere Koffer und sicherten uns noch einmal ein paar schöne Liegen am Strand. Intensiv Bräunen war angesagt – der Winter kommt ja erst, also brauchen wir eine gute Grundlage um nicht gleich wie Bleichgesichter rumzulaufen. 😛 Zum Abschluss durfte natürlich auch die Fotosession am Strand nicht fehlen, bisher hatten wir ja mehr auf der Liege rumgelegen oder im Meer gebadet.

Gegen Mittag mussten wir uns dann aber wirklich vom Karibikstrand trennen. Wir huschten alle noch einmal unter die Dusche, packten die Koffer zu Ende und trafen uns noch ein letztes mal im Künstlerpatio zum Mittagessen – mit viel zu warmen Klamotten! Diesmal bestellten wir allerdings Sandwiches und die waren wirklich sehr gut. Mit ordentlich Pina Colada intus spazierten wir mit unseren Koffern zur Rezeption, nahmen noch einen letzten Drink an der Bar mit und stiegen pünktlich um 14:30 Uhr in unseren Bus zum Flughafen. TUI Onkel Miguel war natürlich auch am Start genau wie unser Busfahrer Rolando, zur Freude aller Mitreisenden. Die Meisten von uns verschliefen die Fahrt zum Flughafen und hatten bereits mit Kuba abgeschlossen. Ich versuchte jedoch alles Grüne aufzusaugen und abzuspeichern. In Deutschland würde der graue, kahle Winter auf uns warten und in Griechenland war es auch schon eine ganze Weile her, dass ich frisches, saftiges Grün gesehen hatte.

Am Flughafen angekommen ging dann irgendwie alles sehr schnell. Ein kleiner Plausch mit Rolando, ein letzter Luftschnapp mit karibischer Luft und dann ging es schon durch die Passkontrolle in die kleine Abflughalle. Kurz danach bekam ich einen Anruf von Eduardo, dass er in 5 Minuten am Flughafen sei und ob er uns noch treffen würde. IMAG1520aAber dafür war es nun leider zu spät. Also durchstöberten wir sämtliche Shops am Flughafen (was nicht wirklich viele waren 😀 ) und beobachteten den Flieger beim Landen und Beladen werden. Das Schöne an diesen kleinen Flughäfen ist ja, dass man alles ganz genau beobachten kann und quasi fast auf dem Rollfeld steht. Am Flughafen gab es tatsächlich nur ein Gate! 😀 Das war aber nicht weiter schlimm, denn neben einem kleinen Inlandsflug, gab es nur noch einen weiteren Flug an diesem Tag – und das war unserer. 🙂 Die Crew kam kurz vor Abflug durch die Kontrolle und sah so glücklich und grinsend aus, dass man sich glatt gefragt hat, wann sie ihren letzten Havana getrunken hatten. Doch kein Grund zur Sorge. Das Boarding verlief schnell und einfach und der Kapitän meldete sich gleich sehr gut gelaunt zu Wort. „Mein Co-Pilot, der kommt aus Bremen, dafür kann er aber auch nichts!“ 😀

Auch wenn ich mich auf zu Hause und sogar auf den Flug gefreut hatte, war ich doch etwas traurig – wie immer, wenn ich mich irgendwo verabschieden muss. Noch vor 2 Wochen waren wir genau hier angekommen und voller Vorfreude und Neugier aus dem Flieger gestiegen. Kuba ist leider einfach viel zu weit weg und auch zu teuer, um mal eben rüber zu fliegen. Aber irgendwann in ein paar Jahren möchte ich gerne noch einmal zurück und mir noch einmal in Ruhe meine Highlights der Reise ansehen und auch mal auf einem der vielen Plätze sitzen und das Geschehen beobachten.
Der Flug über Nacht war eigentlich sehr ruhig. Etwas enttäuscht waren wir nur vom Essen. Zwar hatten wir oft Scherze darüber gemacht, aber dass wir nach 2 Wochen Hühnchen, Reis und Bohnen auf unserem letzten Flug tatsächlich Hühnchen, Reis und Bohnen serviert bekommen würden, hätte wohl keiner geglaubt. Immerhin gab es ausreichend Getränke und einen überdrehten Steward, der glaubte, alles doppelt so schnell zu machen wie seine Kollegen und dabei den ganzen Turm mit benutzten Kaffeebechern umschmiss, der genau auf dem Schoß meiner Schwester landete. Leider kümmerte ihn das nicht wirklich.

Zurück in Deutschland trafen wir uns fast alle am Kofferband wieder, wo wir uns ein letztes Mal voneinander verabschiedeten. Die lange Bahnreise quer durch das kalte Deutschland brachten wir auch noch hinter uns bis wir am Nachmittag endlich müde und geschafft zu Hause ankamen.

Mein Fazit der Rundreise ist insgesamt sehr positiv. Es war meine erste Rundreise, bei der ich nicht für die Planung, Orga oder Einhaltung der Termine und Absprachen verantwortlich war. Das war zwar oft sehr entspannend, aber leider hatte man so keinen wirklichen Einfluss auf den Verlauf der Reise. Kuba war für mich ganz anders als erwartet. Zum Glück hatte ich vorher einige Dokus gesehen, die mich auf die aktuelle Situation und die alltäglichen Probleme vorbereitet hatte. Insgesamt war es auf jeden Fall weniger bunt als gedacht. Man bekam recht deutlich den Zerfall, die Ärmlichkeit und die Alltagsprobleme mit, auch durch die vielen Schilderungen unseres Reiseleiters. Aber so konnte man Kuba besser kennen und verstehen lernen. Auf jeden Fall hat die Reise meine Sicht auf viele Dinge auch im eigenen Alltag verändert und gezeigt, dass die Menschen hier auch ohne große Besitztümer sehr fröhlich und positiv und vor allem sehr stolz sind. Und um diese wunderbare Natur kann man sie echt nur beneiden.

Tage bis Ende

In diesem Sinne, danke fürs Mitlesen und viel Spaß mit den letzten Fotos und Videos!

 

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