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Krasi und Lasithi – Herbst in Kreta

Viel zu lange ist es schon her, dass ich auf Tour gegangen bin und die Insel erkundet habe. Aber nun war es mal wieder soweit und ich musste feststellen, dass es auch auf Kreta Herbstzeichen gibt 🙂

dsc04397Ein paar Tage zuvor konnte ich Andi und Kathi endlich mal zu einem Ausflug überreden, wenn es auch nur ein sehr kurzer war. Mit unseren Scootern fuhren wir Serpentine um Serpentine den Berg hinter Milatos hinauf um dann irgendwo im Nirgendwo an einer kleinen Abzweigung zu halten. Hier standen Ruinen von einigen zerfallenen Windmühlen herum und warteten darauf, von uns entdeckt zu werden.

dsc04403Viel gab es außer mehr oder weniger stark eingefallenen Mauern nicht zu sehen, aber die ruhige Lage in Olivenhainen und die Vorstellung, wie die Mühlen mal aussahen und in Betrieb waren, machte das Ganze dann doch ganz interessant.
Auf dem Rückweg hielten wir noch an einer kleinen Kirche am Berghang mit tollem Ausblick und dann ging es auch schon wieder zurück.

Mein nächster Ausflug sollte nun etwas weiter gehen und mich an Orte führen, die ich bisher noch nicht gesehen hatte. Ja das gibt’s und zwar ausreichend 🙂

Mein Weg führte mich zunächst durch die „Altstadt“ von Malia und ich war ziemlich überrascht, wie schön es dort ist! Malia ist für mich eigentlich nur der Inbegriff von Partymeile und jungen Engländern und Holländern, die für ihre Körperfülle viel zu enge und knappe Bekleidung tragen. Aber wenn man mal durch die Seitenstraßen in die kleinen Gassen eintaucht, findet man kleine hübsche Häuschen, nette Tavernen, viele Blumenkästen und vor Allem Ruhe. Da muss man doch glatt nochmal in Ruhe durch spazieren.

dsc04453aBevor ich mein erstes wirkliches Ziel, den Ort Krasi, erreichte, hielt ich noch an einem kleinen Eichenwald mit Wanderweg. Wo vorher nur Olivenbäume an einem vorbei zogen, stand ich nun auf einmal in einem Wald voller Eichen mit Herbstlaub und dem Boden voller Eicheln. Da kamen doch glatt Erinnerungen an Eichelmännchen hoch 😀 Hier muss ich definitiv im Frühling noch einmal herkommen und den Wanderweg austesten!

dsc04466aWeiter ging es nun nach Krasi auf dem Weg zur Lasithi Hochebene. Der Ort ist weder besonders gelegen noch touristisch interessant aber er kann mit zwei Besonderheiten aufwarten. Zum einen findet man hier 3 unglaublich riesige Platanen, die Wahrzeichen des Örtchens. Einer davon gilt als der älteste und majestätischste von ganz Kreta und wird auf 2.400 Jahre geschätzt :O
Die zweite Besonderheit ist das Aquädukt „Megali Vrysi“, ein 150 Jahre altes Gemäuer, welches immer noch Wasser befördert. Ansonsten wirkte der Ort ziemlich verschlafen, die wenigen Tavernen hatten bereits geschlossen und auch so waren kaum Menschen auf den Straßen unterwegs.

dsc04485aAlso fuhr ich weiter die Serpentinen hinauf bis zum kleinen Kloster „Kera Kardiotissa Monastery“ nach dem auch die Ortschaften Kera und Ano Kera benannt wurden. Das genaue Entstehungsdatum ist unklar, man schätzt aber auf den Zeitraum von 961-1204. Heute ist es eher ein kleines, hübsches Nonnenkloster mit einem schönen Innenhof voller Orangenbäume und Blumenkübel. Eine der Nonnen erklärte mir ein paar der Ikonen und Wandmalereien in der Kirche und sogar ein kleines Museum gab es.

dsc04509aNur ein paar Kilometer weiter hielt ich schließlich am Homo sapiens Museum, wo ich bestimmt jedes Jahr ein bis zweimal bin. Das Museum ist mir dabei ziemlich egal 😀 aber der Ausblick vom Parkplatz ist einfach wahnsinnig. Zwischen den Bergen blickt man auf die grünen Ebenen und Täler sowie den Stausee von Potamies und im Hintergrund kann man noch das Meer sehen. Jetzt um die Zeit ist man ganz alleine dort und kann die Stille und den Ausblick genießen. Perfekt für eine kleine Mittagspause.

Die Fahrt bis hierhin führte mich auf einsamen Serpentinen durch Olivenhaine, Zypressen und andere Laubbäume und tatsächlich färbten sich einige von ihnen orange und rot! Fast wie im Spätsommer in Deutschland wenn die ersten Bäume anfangen sich bunt zu färben. Jetzt wo keine Touristen mehr auf der Insel sind, hat man die Straßen ganz für sich alleine und auf dem Moped kann man die Natur sowieso viel mehr genießen!

sfendiliAuf dem Rückweg wollte ich mir noch einmal das versunkene Dörfchen Sfendili ansehen, von dem ich schon einige Male berichtet hatte. Kurz zum Erinnern: 2012 beschloss man den Fluss Aposelemis anzustauen und baute dazu einen großen Staudamm. Das kleine Tal dahinter lief also voll und versenkte langsam aber sicher das Dörfchen Sfendili welches nun je nach Jahreszeit und Niederschlag mehr oder weniger versunken ist. Schon bei meinem zweiten Besuch am Anfang des Jahres war der Wasserspiegel gesunken aber nach diesem trockenen Sommer war nun fast ganz Sfendili wieder aufgetaucht. Der Weg dorthin war, sagen wir mal, nicht ganz freigegeben… aber ich wollte ja nur mal gucken 😀 und fuhr also am Wasser entlang bis zum Dörfchen und sah mir das Ganze mal aus der Nähe an. Die direkte Einfahrt in das Dorf ist allerdings mit einem Zaun abgesperrt.
Nun ging es den ganzen Weg wieder zurück auf die andere (zugelassene) Seite vom Stausee wo ich noch ein paar Vergleichsbilder machen konnte.

Und dann ging es über eine fast leere Autobahn auch schon wieder zurück. Ein schöner Ausflug mit viel Ruhe und tollen Aussichten. Ganze 80 km hat mein Moped dabei zurückgelegt. Nicht schlecht..

Viel Spaß mit den Herbsteindrücken und sonnige Grüße!

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