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Santorin Part 2 – zu Fuß über die Vulkaninseln

Der zweite Tag auf Santorin startete sonnig und gleich am Morgen mit annähernd 30°C. Da trifft es sich ja super, dass ich genau an dem Tag vorhatte, zu Fuß den gesamten Südteil zu erkunden …

KODAK CameraNach einem kleinen Bummel durch die Gassen von Fira fuhr ich aber erst mal mit dem Bus nach Süden genauer gesagt zur Ausgrabung von Akrotiri welche als das griechische Pompeji gilt. Hier finden sich noch ziemlich gut erhaltene Amphoren, Fassaden und ganze Häuser- und Straßenzüge die ziemlich genau vermuten lassen, wie die Menschen zur Zeit des Vulkanausbruchs gelebt haben müssen. Die gesamte Fläche ist überdacht und es gibt einen schönen Rundweg, der einmal um die Ausgrabung herum und auch hindurch führt. Auch wenn ich mir das Ganze etwas größer vorgestellt habe, war der Besuch auf jeden Fall lohnenswert!

DSC02169Von der Ausgrabungsstädte spazierte ich zum benachbarten Red Beach, ein weiteres Highlight der Insel, da es hier ja wenn überhaupt nur schwarze Strände gibt. Nach einem kleinen Spaziergang über einen Felsvorsprung hinweg türmt sich schließlich eine riesige dunkelrote Felswand auf. Am Strand selbst war ich leider nicht weil die Zeit etwas knapp war, aber von oben sah das Wasser unglaublich klar und türkis blau aus! Beim nächsten Besuch mit mehr Zeit ist auf jeden Fall ein Bad im Meer angesagt!!

Einige Fotos später startete ich nun meine eigentliche Wandertour über die Insel. Vom Red Beach auf der Südseite der Insel aus führt eine Straße nach Norden zum eigentlichen Dorf Akrotiri ein paar Meter weiter oben am Kraterrand. Oder man heißt Viola, findet einen Trampelpfad und folgt dem mitten durchs Gebüsch und landet sogar mit Zeitvorsprung im selben Dorf 🙂 Allerdings war der Weg jetzt nicht sonderlich spektakulär 😀 In Akrotiri gab es außer ein paar hübschen Häusern und bunt bepflanzten Plätzen nicht viel zu sehen. Aber die Auswahl an Tavernen war relativ groß und so machte ich es mir in einer davon gemütlich und stärkte mich mit gegrilltem Käse und leckerem Fisch.

DSC02238Sicherheitshalber fragte ich den Kellner noch, wie viel Zeit ich denn für meine geplante Route quer über den Südteil der Insel benötigen würde, doch der lachte mich nur aus und meinte, da würde ich als Strich wiederkommen so weit wäre das. Irgendwann rückte er dann doch mit einer Antwort raus und schätze die Strecke auf ca. 2 Stunden. Das ist doch nichts!! Also lief ich los und spazierte zunächst am Krater entlang mit tollem Ausblick und teuren Luxusunterkünften.
Irgendwann kam schließlich eine Abbiegung die in den DSC02245Südosten und durch das Örtchen Emborio hindurch führte. Der Weg dorthin war gar nicht mal so anstrengend, eigentlich läuft man ja immer nur an der Straße entlang und genießt die Aussicht. Wenn man sich im Ort durch die engen Gassen bis nach oben zum höchsten Punkt durchschlängelt, kommt man in das Kástro-Viertel, welches die typische kykladische Architektur sehr schön erhalten hat. Es gibt viele Außentreppen, mit Kieselsteinen gepflasterte Kirchhöfe und die Häuser sind alle in strahlendem Weiß angemalt. Und in den unzähligen, schmalen Gassen kann man sich schon mal verlaufen …

Trotzdem war man relativ schnell durch den Ort spaziert und weiter ging es an der Straße entlang an die Ostküste nach Perissa. Hier und im Nachbarort Kamari findet man einen Großteil der Touristen wieder, die nicht am Kraterrand sondern lieber am Strand wohnen möchten, denn davon gibt es hier, inklusive Wassersportangebot genug. Allerdings merkt man schon am Ortseingang, dass hier vor allem Briten und Holländer und viele junge „Billigreisende“ Urlaub machen. Da es mir bis zum Strand zu weit war, sah ich mich ein wenig an der Hauptstraße entlang um und nahm dann am Nachmittag den Bus zurück nach Fira.

DSC02259Denn jetzt wusste ich ja, wo man in Fira die tollen Fotomotive findet, nach denen ich die ganze Zeit gesucht hatte. Und so schlenderte ich in Ruhe durch die schmalen Gassen (und Sackgassen) 🙂 und fand immer wieder neue Ecken, die alle wunderbar dekoriert und jede ein Foto wert waren. Schließlich wurde die Zahl der Menschen wieder größer und die Mauern am Kraterrand voller, denn nicht mehr lange und die Sonne würde wieder einmal ins Meer fallen. Natürlich hatte ich auch diesmal wieder einen tollen Platz gefunden um mein Stativ aufzubauen und wartete nun seelenruhig auf den Sonnenuntergang. Nachdem ich schon gute 15 Minuten dort gesessen hab, kam auf einmal eine Frau welche meinte, ich dürfe hier nicht sitzen. Auf die Frage „warum?“ meinte sie nur, dass es gefährlich sei und sie wüsste ja wohl weil es ihre Bar sei. KODAK CameraAhjaaa ihre Bar ist also gefährlich … hmm .. und das fällt ihr ein, nachdem ich schon 15 Minuten dort sitze und vorher einen der Kellner gefragt hatte… ist klar.. Aber ich kann mich ja in die Bar hineinsetzen und etwas trinken, dann ginge das 😀  Ich suchte mir dann lieber einen anderen Platz was aber auch egal war, denn ab da zog sich der Himmel so sehr zu, dass man nichts mehr von der Sonne sehen konnte, geschweige denn ihren Untergang. Immerhin hatte ich vorher genug Fotos gemacht.

Also blieb mir mehr Zeit um lecker essen zu gehen und durch die Gassen zu bummeln, die im Dunkeln wieder ganz anders aber trotzdem toll aussahen. Das ist schon ein super Anblick wenn man von der Seite auf den bebauten und beleuchteten Kraterrand blickt und die vielen beleuchteten Pools in knalligem Blau leuchten! Mit diesen Eindrücken fiel ich wieder einmal geschafft aber glücklich ins Bett und freute mich auf den letzten Tag auf der Insel.

DSC02401Am letzten Tag hatte ich einen Ausflug auf die Kaiméni Inseln geplant. Die beiden Lavainseln sind Ergebnis des Vulkanausbruchs und liegen mitten im Krater. Unser Schiff legte diesmal am alten Hafen von Fira ab zu dem man entweder mit einer Seilbahn nach unten fahren oder über die Serpentinen nach unten laufen kann. Oder man steigt auf einen der zahlreichen Esel und lässt sich nach unten führen. Ich entschied mich fürs Laufen, hatte aber nicht bedacht, dass ich an den ganzen Eseln vorbeilaufen musste und die haben nun mal ihren eigenen Willen. Was war ich froh, als ich endlich am Hafen angekommen war. 🙂
DSC02447Mit einem großen Holzschiff fuhren wir zunächst quer über den Krater zur größeren der beiden Inseln, Nea Kaiméni, und legten dort an. Hier ließ man uns eine gute Stunde Zeit um über die Insel und damit über einen aktiven Vulkan hinweg zu laufen. Der dunkle Lavaboden war ziemlich warm und in den vielen Kratern stiegen teilweise sogar Schwefeldämpfe auf! Schon cool, wenn man bedenkt, dass die letzte Eruption erst vor ca. 60 Jahren stattgefunden hat.. Die Insel steht übrigens unter Naturschutz weshalb man auch Eintritt, quasi Kurtaxe, zahlen muss.

Nächster Halt war die Bucht Paléa Kaiméni zwischen den beiden Lavainseln, wo heiße Quellen das Wasser bis auf 45°C aufheizen. Das Wasser hier ist sehr  schwefelhaltig und damit viel schwerer als normales Wasser. Oder anders gesagt, dass Wasser bietet hier viel weniger Auftrieb als man es sonst kennt. Bevor alle ins Wasser hüpfen konnten, gab es daher auch Durchsagen, dass nur geübte Schwimmer ins Wasser dürfen und dass man mit gelblichen Verfärbungen vor allem an weißen Badebekleidungen rechnen müsste 🙂 Mir blieb nach dem Ausflug leider keine Zeit mehr zum Duschen weshalb ich an Bord blieb und mir stattdessen das Schiff mal genauer ansah.
DSC02497Dabei holte mich der Kapitän irgendwann zu sich ins Kabuff und ich durfte einen auf Kapitän machen und am Lenkrad posieren 🙂 Aber es kommt noch besser!! Wir plauderten eine Weile über die Arbeit und welche Scheine man denn braucht um so ein Schiff zu führen. Als er hörte, dass ich ja einen Bootsführerschein hab, bot er mir an, auf der Rückfahrt ans Steuer zu dürfen. Im Endeffekt sah das dann so aus, dass ich die gesamte Strecke von den Kaiméni Inseln bis zum alten Hafen von Fira am Steuer stand und er nur nach langem Betteln das Anlegen übernommen hat!! 😀 Was für ein Gefühl so ein (für mich) riesiges Schiff quer über den Krater zu steuern, vorbei an Kreuzfahrtschiffen und sämtlichen Ausflugsbooten!!

Santorin 2

Wanderroute von Tag 2

Für den Rückweg entschied ich mich, mit der Seilbahn zu fahren und genoss noch einmal den tollen Ausblick. In Fira gab es noch ein letztes Mittagessen und dann musste ich auch schon zum Bus um zur Fähre zu kommen. Alles verlief problemlos und einige Zeit später fand ich mich auf der Fähre nach Heraklion wieder. Den größten Teil der Fahrt verschlief ich allerdings und bei meiner Ankunft in Heraklion konnte ich gerade noch den Sonnenuntergang mitbekommen. Mit Bus und Moped ging es dann wieder Richtung Heimat und schnurstracks ins Bett.

 

Wiedermal ein toller Kurzurlaub mit vielen Eindrücken und der einen oder anderen Idee für den nächsten Besuch. Bis dahin wieder mal viel Spaß mit den Bildern und sonnige Grüße!!

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