INDONESIEN

Tag 4 in Bali – Jungle Swing und Wasserfälle

Der vierte Ausflugstag in Bali war ein geschenkter Ausflugstag auf eigene Kosten, wenn man so will. Für den Tag war eigentlich nur die Fahrt von Ubud nach Tanjung Benoa vorgesehen und damit der Wechsel in unser zweites Hotel direkt am Strand. Da uns durch den gecancellten Flug jedoch der komplette erste Tag fehlte und wir generell eine sehr interessierte Gruppe waren, hat uns Guide Parek kurzerhand einen weiteren Ausflugstag zusammengestellt. Genau abgestimmt auf unsere bisher genannten Wünsche, was bei unserer kleinen Reisegruppe zum Glück super funktionierte.

Früh am morgen kam ich endlich mal rechtzeitig aus dem Bett, um bei Sonnenaufgang im Pool schwimmen zu gehen. Da haben wir schon 2 tolle Pools mitten im Dschungel und ich habe es vorher nie geschafft, die Stille am Morgen zu genießen, die nur durch singende Vögel und das Rascheln der Palmen durchbrochen wurde. Eine kleine Fotosession später saßen wir alle beim Frühstück und kurz darauf in unserem Reisemobil mit samt des gesamten Gepäcks. Ein bisschen schwer fiel mir der Abschied schon. Die Unterkunft war einfach traumhaft schön, perfekt gelegen und vor Allem seeehr ruhig und nur von Erwachsenen besucht. Und ich hätte gerne noch viel mehr Zeit in Ubud verbracht – aber gut, dann muss ich wohl wieder kommen. 🙂

Wir rauschten als erstes direkt zum Batubulan Tempel im gleichnamigen Ort, denn um Punkt 9:00 Uhr morgens, noch bevor es richtig warm wird, wurde hier der typische Barong Tanz aufgeführt. In Ubud konnte man dem Spektakel jeden Abend nach Sonnenuntergang folgen, aber durch unseren straffen Zeitplan, haben wir es nie dahin geschafft. Nun also war die Zeit gekommen. Der Barong Tanz ist der traditionelle Tanz Balis mit Tänzern in verschiedenen Kostümen, welche Tiere und mythische Figuren darstellen sollen. Der Tanz ist ist mehrere Akte aufgeteilt und prinzipiell geht es immer um den Kampf des Guten gegen das Böse. Die Figur des Barong ist ein Vertreter des Guten und wird von zwei Männern mit einer Löwenmaske dargestellt. Er kämpft gegen die böse Hexe Rangda. Der Kampf geht stets unentschieden aus, da Gut und Böse untrennbar zusammen gehören. Begleitet werden die Tänzer von einem Gamelan Orchester bei dem fast ausschließlich auf dem balinesischen Xylofon gespielt wird. Man weiß manchmal nicht, ob man sich in Trance versetzt oder vom monotonen Geklimper genervt fühlen soll 😀 Ich fand es auf jeden Fall spannend, muss es aber nicht jeden Tag ansehen..

Der weitere Tagesverlauf war deutlich entspannter. Nach einem kleinen Fotoshooting vor dem Batubulan Tempel fuhren wir nur wenige Minuten weiter zu einem Silberschmied. Eine super freundliche Balinesin erklärte uns in erstaunlich gutem Deutsch die Schritte bei der Herstellung von Silberschmuck und wir konnten den Arbeitern bei der Fusselarbeit über die Schultern gucken. Das Angebot im Verkaufsraum war riesig und auch wenn die Preise hier am aktuellen Silberpreis auf dem Weltmarkt ausgerichtet wurden, waren sie immer noch sehr gut und ich deckte mich gleich mit ein paar Schmuckstücken ein. Die nächsten Familiengeburtstage standen schließlich bald an. Und man muss sich selbst ja auch mal etwas gönnen!

Nun kamen wir zu einem der Highlights der gesamten Reise – der Jungle Swing! Überall auf Bali verteilt gibt es diese riesigen Schaukeln, auf denen man meterweit über und durch den Dschungel fliegt und schon oft habe ich mich gefragt, wie sich das wohl anfühlt. Höhenangst sollte man auf jeden Fall nicht haben und ein bisschen verrückt muss man auch sein 😀 aber dann macht es einfach nur Spaß. Zunächst einmal bekommt man einen Sitzgurt verpasst, wie beim Klettern, und sucht sich ein Flattertuch in der Farbe nach Wahl aus. Quasi eine Weste mit meterlanger Schleppe um den Gurt zu kaschieren und den Wow Effekt zu bekommen. Und nach einiger Wartezeit ist man dann endlich dran und wird auf der Schaukel sitzend von allen Seiten eingehakt und gesichert, damit keiner von der Schaukel springt. Bei der Schwungweite würde man sicher ordentlich weit fliegen… 😀 Und dann wird einfach nur geschaukelt – damit es schneller geht, hängen sich ein paar Balinesen beim Rückschwung unten an die Schaukel um jedes Mal einen ordentlich Schwung mitzugeben. Das Gefühl war ein bisschen wie Fliegen und einfach nur super aufregend. Alleine schon wegen des spektakulären Ausblicks den man über den Dschungel hat!

Da nur wir beiden „Mädels“ schaukeln wollten, waren wir bald durch und mussten nur noch auf unsere Bilder warten. In der Zwischenzeit gab es ein kostenfreies Tee Tasting, bei dem wir wieder fast 20 verschiedene Teesorte zum Testen bekamen. Meine Favoriten blieben nach wie vor der Kurkuma und Rosella Tee, aber damit hatte ich mich ja schon eingedeckt. Es konnte also weitergehen.

Nun wurde es endlich richtig sportlich, denn wir besuchten den Tengenungan Wasserfall nördlich der Hauptstadt und um den zu erreichen, musste man viiiiele Treppenstufen hinablaufen (und später natürlich auch wieder hinauf). Es gab schon echt super viele Menschen da und unten angekommen musste man sich erst seinen Weg suchen, vorbei an Selfie Sticks und posenden Menschen. Der Wasserfall selbst war jetzt nicht riesig aber trotzdem schön anzusehen und schon alleine wegen der Lage am Petanu-Fluss sehenswert.

Nachdem wir uns die vielen Stufen wieder nach oben gekämpft hatten, konnte es weitergehen. Mitten im Reisfeld tauchte mal wieder ein Restaurant auf, passend dazu mit einer riesigen Statue der Reisgöttin Dewi Sri im Vorgarten. Während sich hinter uns die Gewitterwolken zusammen brauten, genossen wir bei schwül warmen Temperaturen unser Mittagessen. Das schöne hier, egal, was man bestellte, es wurde auf einem Bananenblatt serviert (auf einem Teller natürlich).

Nun hieß es Abschied nehmen vom Leben im Minibus und unserer Rundreise. Die letzte Fahrt des Tages führte uns in den Süden auf die Halbinsel Tanjung Benoa. Ein Dorf, welches für endlos lange Sandstrände, romantische Sonnenaufgänge und Wassersportmöglichkeiten bekannt ist – aber auch als vielbesuchter Touristenort. Auf dem Weg zum Hotel überquerten wir die neue Brücke, die komplett über dem Meer verläuft und damit den langen Weg über Land erspart. Auch wenn man auf der Strecke Maut bezahlen muss, sind die Balinesen doch sehr glücklich über diese neue Option. Wir checkten im Hotel Tijili Benoa ein, einem bunten, modernen Designhotel mit großem Innenhof, komplett offener Lobby und vielen Gängen, bei denen ich mich bis zum letzten Tag ständig verlaufen habe. Da war es also, unser Strandhotel, in dem wir uns von der Rundreise erholen sollten. ich brauchte einige Zeit, um mit dem Hotel warm zu werden. Das ruhige Hotel mitten im Dschungel und traditionellem Flair in Ubud war einfach zu schön gewesen! Hier gab es nun kleine, schlichte Zimmer ohne Schrank und mit Mini Balkon zum Innenhof, einen Boulevard vor der Tür und unglaublich viele asiatische Touristen und unglaublich viele Kinder. Positiv war, dass viele davon Indonesier waren, allerdings war das gesamte Angebot samt Speisen auf die asiatische Küche ausgerichtet, und leider nicht unbedingt die traditionelle.

Aber gut, wollen wir dem ganzen eine Chance geben. Ich unternahm zunächst einen kleinen Hotelrundgang und entdeckte dabei den Rooftop Pool, in dem ich zum Sonnenuntergang ein paar Runden drehte. Am Strand war leider gerade Ebbe und die Fischerboote lagen auf dem Trockenen. Das Restaurant war direkt am Strand gelegen und wieder einmal komplett offen. Wie eine riesige geöffnete Muschel aus Bambus gebaut, war es wirklich ein schöner Ort und auch am Abend konnte man hier gemütlich sitzen. Nach meinem Sonnenuntergangsbad auf dem Dach stürzte ich mich auf den Boulevard und wollte eigentlich nur schnell in Ruhe etwas essen und dann ins Bett fallen. Allerdings liefen mit zufällig meine Mitreisenden über den Weg und wir landeten durch Zufall im selben Restaurant… Es war ja an sich eine interessante und vor allem schön kleine Reisegruppe, aber irgendwann braucht man auch mal ein paar Stunden für sich alleine.

Die nächsten Tage waren dafür umso entspannter und endlich breitete sich in mir so etwas wie Entspannung aus. Am ersten Tag trafen wir unseren Reiseleiter im Hotel, um alles Weitere für die kommenden Tage zu besprechen und letzte Infos zur Abreise zu bekommen. Ich verbrachte die Tage am Strand, an dem Dank Nebensaison kaum etwas los war und drehte meine abendlichen Runden im Rooftop Pool. Jeden Morgen unternahm ich einen langen Strandspaziergang in verschiedene Richtungen und so gut wie jeden Tag gab es einen Nieselschauer am Vormittag. Da war sie also, die Regenzeit.. Aber die Sonnenschirme am Strand waren groß genug, um einfach liegen zu bleiben während es regnete. 😀
Ein tolles Extra waren unsere Voucher, die uns einen Willkommensdrink sowie eine Teatime mit vielen Snacks und Gebäck einbrachten. Aus irgendeinem Grund hatte ich zwei Voucher und bekam daher immer die doppelte Portion. Da sagt man nicht nein 😀 Zur vollen Entspannung gehörte auch eine Massage, die ich im Hotel buchte und weil es mir so gut getan hatte, gleich noch eine Zweite am Tag vor der Abreise!
Abends erkundete ich die Promenade auf der Suche nach Souvenirs und Mitbringseln. Aber irgendwie schien es hier nur Hotels, Restaurants und Massagesalons zu geben. Ein paar Souvenirs fand ich zum Glück trotzdem. Immerhin kam ich hier relativ früh ins Bett und konnte endlich wieder lange Schlafen.

Ganz war es das aber noch nicht, denn auch wenn wir unsere Rundreise beendet hatten, gab es doch noch zwei Ausflüge, die man extra dazubuchen konnte, was wir natürlich gemacht haben. Dazu aber mehr in den weiteren Berichten.

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