Kreta 2019

Shipwreck Beach und Blaue Grotten – der Norden von Zakynthos

Der September war wirklich ein sehr aufregender Monat! Gleich am Anfang mein Jubiläumsgeburtstag mit Familienbesuch und dem Abenteuer Samaria Schlucht. Gefolgt von neuen Landrover Touren, Windsurf Sessions und Dorferkundungen und zum Abschluss stand dann auch noch ein längerer Ausflug an. Nach langen Recherchen und vielen Meinungen entschied ich mich dazu, meine letzten Bankfeiertage auf Zakynthos abzubauen um auch die Ionischen Inseln etwas besser kennen zu lernen. Diesmal überließ ich auch nichts dem Zufall und recherchierte schon Wochen vorher nach Ausflugszielen, spannenden Ecken und Bootsfahrten.

Zugegebenermaßen kam mir bei Zakynthos immer nur das berühmte Schiffswrack in den Sinn und viele Touris, die nur deswegen dorthin fuhren. Doch Zakynthos hat so viel mehr zu bieten!! Auch am Ende des Sommers fand ich eine unglaublich grüne Insel mit traumhaften Wasserfarben und vielen, traditionellen Dörfern vor, die mich von Anfang an in ihren Bann gezogen haben.

IMG_4509aZakynthos ist nach Korfu und Kefalonia die drittgrößte der Ionischen Inseln und ganze 406km² groß. Anders als das Festland oder die anderen griechischen Inseln, stand Zakynthos mehrere Jahrhunderte unter venezianischer Herrschaft. Aus dieser Zeit stammen auch der umgangssprachliche Name „Zante“ oder die vielen typisch venezianischen Häuser mit bunten Fassaden und Verzierungen. Landschaftlich gesehen findet sich hier alles von langen Sandstränden, üppigen Wäldern und steilen, steinigen Küsten mit spektakulären Höhlen bis hin zu vorgelagerten und grün bewachsenen Inseln. Nach Monaten der Trockenheit auf Kreta ein sehr erfrischender Anblick!

Die Anreise war, typisch Viola, etwas anstrengend geplant. Mit dem letzten Flieger des Tages ging es nach Athen und nach einer Nacht auf Flughafenbänken mit dem ersten Flug nach Zakynthos. Diesmal sogar ohne Verspätungen oder andere Herausforderungen. 😛 Auf der Insel angekommen, nahm ich mein Mietauto entgegen und fuhr im Morgengrauen zu meiner Unterkunft im Örtchen Alikanás, ein sehr britisch dominierter Ort, wie ich später feststellte. In der Unterkunft wusste erst mal niemand von meiner Reservierung 😀 aber glücklicherweise bekam ich trotzdem morgens um 7 Uhr mein Zimmer und holte erstmal ein paar Stunden Schlaf nach.

Frisch geduscht und ausgeschlafen konnte es 2 Stunden später endlich losgehen. IMG_3897aIch hatte vorher ziemlich genau jeden der 4 Tage durchgeplant, nur um dann gleich am ersten Tag alles über den Haufen zu werfen. 😀 Aber am Ende war es genau richtig so. Am ersten Tag erkundete ich also gleich mal den bergigen Norden der Insel. Die Straßen waren hier entspannt klein und von viel Grün umgeben und generell sehr schwach befahren. So konnte ich immer wieder anhalten und Fotos schießen. 🙂 Auf dem Weg nach Norden fuhr ich am kleinen Dörfchen Mikro Nisi vorbei, welches idyllisch auf einer Landzunge liegt und von einer Küste mit vielen Höhlen umgeben ist. Schmale Serpentinen führten mich dann nach Agios Nikolaos, wo ich eine Bootstour zu den blauen Grotten und dem Schiffswrackstrand unternehmen wollte. Mit Rechnen hatten es die Leute hier allerdings nicht so. 😀 Für mein Bootsticket bekam ich 10€ zu viel Wechselgeld zurück und mein Frühstückchen wurde auch geringer abkassiert als angesagt. Ist mir leider nur zu spät aufgefallen und so hat der Bootskäptn eben mehr Trinkgeld bekommen.

Punkt 12 Uhr startete unser kleines Glasbodenboot Richtung Norden, immer an der felsigen Küste entlang, bis die ersten großen Höhlen auftauchten. In die größeren davon sind wir sogar hineingefahren und hier sah man auch, warum sie die „Blauen Höhlen“ genannt werden. Das Wasser war einfach unglaublich klar und leuchtend blau und spiegelte sich zum Teil auch an den hellen Felswänden! An der nördlichsten Spitze umrundeten wir das Kap Skinari mit seinem Leuchtturm und fuhren nun an der Westseite entlang, die nicht weniger spektakuläre Schluchten und Höhlen zu bieten hatte. Bis an den Felsrand heran war die Insel üppig bewachsen. Dann, wie aus dem Nichts tauchte eine lange Bucht mit riesigen, hellen Wänden vor uns auf. Es war die allseits bekannte Schmugglerbucht um den Navagio Beach oder auch Shipwreck Beach. IMG_3944aDas Wasser wurde immer leuchtender und zusammen mit den hellen Felswänden und dem hellbeigen Strand, sah das Ganze sehr unwirklich aus. Bei unserer Ankunft war der Strand ziemlich stark mit Besuchern gefüllt, die das Piratenschiff und ein weiteres, riesiges Ausflugsschiff mitgebracht hatten. Doch ich war nicht einmal eine Runde um das Wrack herum gelaufen, da legten die beiden Schiffe schon wieder ab und der Strand leerte sich schlagartig. Bei dem Wrack handelt es sich um das Motorschiff „MV Panagiotis„, welches im Oktober 1980 bei stürmischer See von der Küstenwache verfolgt wurde (illegale Fracht an Zigaretten) und schließlich einen Maschinenschaden erlitt und in der Bucht strandete. Spätestens seit dem der Strand zur Kulisse einer südkoreanischen Serie wurde, kommen vermehrt asiatische aber auch europäische Touristen hier her um sich leider auch auf dem Wrack zu verewigen. AIMG_4248aber es ist schon spannend sich so einen Kahn mal aus der Nähe ansehen zu können. Die obligatorischen Selfies durften natürlich nicht fehlen! 🙂 Der Strand bestand weitestgehend aus kleinen, hellen Kieselsteinchen und war an den Seiten abgegrenzt, um vor eventuell herabfallenden Steinen geschützt zu sein. Wenn jedoch wie im letzten Jahr gleich ein ganzer Teil der Felswand herabrutscht, hätte auch die Abgrenzung nicht viel geholfen.. Naja.. auf ein Bad im Meer habe ich trotz der schönen Farbe verzichtet, bei den ganzen Booten schwimmt bestimmt nicht wenig Diesel im Meer… Als das Meer dann unruhiger und die Wellen stärker wurden, stand passenderweise unsere Abfahrt an. Der Kapitän musste ganz schön aufpassen um das Boot rückwärts gegen die Brandung vom Ufer wegzusteuern.

Noch ein paar letzte Fotos und die Bucht verschwand schon wieder aus unserem Sichtfeld. Mein kurzes Resümee dazu: Sollte man bei einem Zakynthos Urlaub definitiv gesehen haben, aber einmal reicht dann auch. Und unbedingt am Morgen und mit einem der kleinen Boote fahren! Wir fuhren wieder die Küste hinauf und hielten kurze Zeit später vor einer speziellen Höhle für einen Badestopp. Hier ging ich dann auch mal ins Wasser, denn in die St. Andreas Cave konnte man sogar hineinschwimmen. Der Eingang dazu war zwischen Wasseroberfläche und Höhlenkante sehr flach, doch einmal drinnen öffnete sich die Höhle und der Meeresboden stieg wie auf einem schrägen Laufband steil an. So konnte man ganz bequem aus dem Wasser laufen und von hinten durch die Höhle hinaus sehen – spektakulär! Als ich wieder hinausschwimmen wollte, hatten die Wellen schon so sehr zugenommen, dass man fast tauchen musste, um unter der Felswand durchzukommen. Ich filmte noch ein paar kleine Fischlis und dann fuhren wir schon wieder weiter. Unterwegs hielten wir in einer weiteren, steinigen Bucht um bei gutem Wellengang allen Ernstes einen Fischer einzusammeln, der von den Steinen herüber geklettert kam. 😀 Der Kapitän steuerte durch Felsbögen hindurch und in größere Höhlen hinein und nach fast 3,5 Stunden, also deutlich später als angekündigt, trafen wir wieder in Agios Nikolaos ein. Wenn das mal kein Schnäppchen war mit günstigem Ticket und extralanger Ausfahrt. Aber wie gesagt, der Kapitän hatte ein gutes Trinkgeld bekommen, auch weil wir uns in der Mittagspause ganz gut unterhalten haben und er mir gleich noch ein paar Tipps für meine weiteren Tage gegeben hat.

SIMAG4821ao, genug vom Wasser geredet. Zurück auf festem Boden fuhr ich nun auf dem Landweg um die Nordspitze herum zum Dorf Volimes und dann weiter zum Viewpoint oberhalb des berühmtes Strandes. Wer sich traute, ging bis an die Spitze des Felsvorsprungs und ermöglichte sich damit einen unbezahlbaren Ausblick auf die Schmugglerbucht und die umliegenden Küstenformationen. Und wieder war ich von den steilen und durchweg begrünten Felsen mega beeindruckt. Der Zeitpunkt war mal wieder perfekt gewählt, denn der Strand samt Bucht war noch gut von der Sonne ausgeleuchtet, und durch den einsetzenden Wellengang komplett frei von Ausflugsschiffen und Touristen. Gute 200m hoch stand ich hier direkt am Abhang ohne Begrenzung oder Markierungen! In Deutschland wäre so etwas gar nicht möglich gewesen… 🙂

Um nun auch etwas für den kulturellen Anspruch zu tun, fuhr ich auf der Weiterfahrt das Kloster Anafonitria an. Das Kloster aus dem 15. Jahrhundert wurde während der Zeit der Venezianer entdeckt und besteht aus mehreren Teilen wie der Kirche, einigen Gebäuden und einem rechteckigen, steinernen Turm. Es war nicht sonderlich groß oder auffallend schön, aber trotzdem sehr interessant durch seine außergewöhnliche Architektur.

Letzter Halt des Tages war nun das Dorf Exo Chorio, welches eigentlich vorrangig für seinen 2000 Jahre alten Olivenbaum bekannt ist. IMG_4665aVöllig ausgewuchert steht er am Rande des Ortszentrums und gibt einen interessanten Einblick in das Innere eines Baumes frei. In dem Geschäft nebenan bekam ich noch eine kleine Rakiverköstigung, fand aber nichts Überzeugendes und machte mich auf den Rückweg zum „Hotel“. Die Fahrt führte erneut durch die tollsten Landschaften hindurch, mit Olivenhainen, Weinreben und alten Häusern und Kirchen. Allerdings muss man auch die großen verbrannten Flächen erwähnen, durch die ich in den Bergen hindurch gefahren bin. Noch vor knapp 10 Tagen gab es mehrere schwere Brände auf der Insel, die starke Spuren hinterlassen haben. Stellenweise sah man genau die Kante zwischen verbrannten schwarzen Holzresten, orange gefärbten Bäumen und grünen Wäldern.

Am Abend spazierte ich noch ein wenig durch den Ort und landete schließlich in einem Restaurant Tipp aus dem Internet. Ich bin ja sonst nicht so der Freund von Onlinebewertungen wenn es ums Essen geht, aber diesmal hat es sich gelohnt. Die Taverne Woodhouse war zwar etwas teurer, aber die Portionen ordentlich groß und die Gerichte sehr kreativ und super lecker! Den Wein gab es dann auch gleich aufs Haus geschenkt. 🙂 Noch eingelullt vom leckeren Wein machte ich mir ein paar Notizen zur bisherigen Reise und plante den nächsten Tag. Doch dann überwältigte mich schließlich die Müdigkeit und ich fiel bereits halb 11 am Abend hundemüde in einen tiefen Schlaf in meinem mehr als unbequemen Bett. 😀 Man konnte schon beim Rüberstreicheln jede Feder der Matratze spüren, aber das war mir dann einfach egal.

Route 61km

meine Route von rund 61km

Soviel zu meinem ersten Tag auf Zakynthos! Seid gespannt auf die nächsten Berichte und Erlebnissen! Bis dahin viel Spaß mit den Bildern.

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