Monatsarchiv: November 2016

Athen – zu Besuch in der Hauptstadt

Lange steht sie nun schon auf meiner To Do Liste – die Hauptstadt des Landes, in dem ich lebe und arbeite und die eine so weitreichende Vergangenheit hat, dass man sie einfach mal gesehen haben muss. ATHEN!

Alles fing damit an, dass ich im Sommer eine Familie aus Athen kennen lernte, die mich gerne in ihrer Stadt willkommen heißen und mich herumführen wollte. Zum Ende der Saison wurde daraus schließlich ein konkretes Vorhaben und so wurden Flüge gebucht und auf ging’s.

Der Flug von Kreta nach Athen ist jetzt nicht besonders spektakulär. Die Flugzeit beträgt nicht einmal eine Stunde und bei Dunkelheit ist draußen auch nicht viel zu sehen. Also perfekt für ein kleines Nickerchen, vor Allem, wenn man schon eine ganze Reihe für sich hat 🙂 In Athen angekommen holte mich meine „Gastfamilie“ ab und eine knappe halbe Stunde später erreichten wir ihr zu Hause wo ich von einem kleinen Wischmopp auf vier Pfoten begrüßt wurde 😀 Von da an konnte die kleine Alice nicht mehr von mir lassen und folgte mir auf Schritt und Tritt durch die Wohnung. Den ersten Abend ließen wir gemütlich ausklingen und plauderten bis weit nach Mitternacht.

dsc04682aAm nächsten Morgen startete das „Touristen-Programm“, natürlich mit der Akropolis. Darauf hatte ich mich schon ewig gefreut. Auch wenn es nur ein Haufen Steine mit Baugerüsten zu sein scheint, steckt doch so viel Geschichte und Mythologie in den Gemäuern und die Vorstellung, dass hier tausende Jahre zuvor Menschen gelebt haben sollen ist für mich einfach immer wieder beeindruckend. Vor Allem zu welchen architektonischen und handwerklichen Leistungen die Menschen damals fähig waren, ohne moderne Hilfsmittel wie wir sie heute haben, ist beeindruckend.
Ein kurzer Überblick: Der Name „Akropolis von Athen“ bedeutet übersetzt „die Oberstadt von Athen“. Die Anlage befindet sich auf einem 156m hohen Felsen und wurde zwischen 467 und 407 v.Chr. erbaut, der bekannteste Teil ist dabei wohl der Parthenon Tempel. Im Laufe der Zeit wurde die Anlage von verschiedenen Mächten eingenommen und baulich verändert, Teile davon auch einfach zerstört. Sogar eine Moschee war der Parthenon eine Zeit lang gewesen.
dsc04710aSeit 1986 ist die Akropolis nun Teil des UNESCO Weltkulturerbes und vom griechischen Staat mit dem Europäischen Kulturerbe Siegel ausgezeichnet.
So spazierten wir also zwischen Säulen, Mauern und Steinhaufen herum und genossen die beeindruckende Aussicht auf die Stadt Athen und die bergige Landschaft drum herum. Ich hatte ja keine Ahnung wie groß die Stadt tatsächlich ist. Inklusive aller Vororte leben immerhin fast 4 Mio. Menschen im Großraum Athen.

Nach der Akropolis folgte ein Spaziergang durch das Altstadtviertel „Plaka“ direkt am Fuße des Akropolis Felsens. Gar nicht so einfach, sich zwischen den kleinen, verwinkelten Gassen zurecht zu finden aber ich hatte ja einen Local an meiner Seite sodass ich wirklich dsc04727ajedes Café und jede Ausgrabung, die auf dem Weg lagen, zu sehen bekam. Außerdem  bekam ich eine kleine Führung durch die Athener Innenstadt und sah mir natürlich auch die Wachablösung der Präsidialguarde vor dem Parlament an! Nach einer Relaxpause trafen wir uns am Abend mit ein paar Freunden der Familie und gingen in einem kleinen, noblen Restaurant mit nächtlichem Panoramablick auf die Akropolis essen. Man gönnt sich ja sonst nichts… 😀 Das Essen war aber tatsächlich sehr gut und die Unterhaltungen sehr interessant. In irgendeiner „total angesagten“ Bar in einer Seitenstraße ließen wir den Abend dann bei ein paar Cocktails ausklingen.

Am nächsten Morgen ging es mit der gesamten Familie ins Akropolis Museum was für die Kinder im Teenager Alter nicht unbedingt erfreulich war. Ich jedoch war wieder in meinem Element und begutachtete Steine, Statuen und mehrere tausend Jahre alte Fundstücke und ließ mir unzählige Geschichten aus der griechischen Mythologie erzählen. Eigentlich ein sehr interessantes und modernes Museum. Zum späten Nachmittag hin, nach der üblichen Mittagspause, stand der Stadtteil Piräus mit dem historischen Hafen Athens auf dem Plan. Der drittgrößte Mittelmeerhafen zählt zu den größten Passagierhäfen Europas. Er wurde im Zuge der Schuldenkrise allerdings zur Hälfte an ein Chinesisches Unternehmen verpachtet. Nach einem ausgiebigen Besichtigungs-Spaziergang am Hafen entlang gab es natürlich leckeren Fisch zum Abendessen.

dsc04753aDer letzte volle Tag in der Hauptstadt war ein Ausflugstag. Athen selbst hat man ja spätestens nach 2 Tagen ausreichend kennengelernt… Wir fuhren zunächst zum Kanal von Korinth, den ich mir ehrlich gesagt spektakulärer vorgestellt hatte. Es ist eben doch nur ein Kanal, der in ein Bergmassiv gegraben wurde und von West nach Ost führt 🙂 Vielleicht wirkt es spannender, wenn man auf einem Schiff hindurchfährt. Weiter ging es auf die Peloponnes Halbinsel nach Nafplio, einem kleinen Städtchen im Nordosten welches von den Athenern geliebt wird. Wir starteten mit der Besichtigung der Palamidi Burg, welche ursprünglich als Gefängnis diente und sahen uns dann die Altstadt an. Schon am Vortag hörte ich mir Schwärmereien über kleine Gassen, hübsche Häuser und die Ruhe dort an. Wenn man in Athen lebt, ist Nafplio sicher eine Oase der Ruhe und Entspannung und Recht haben sie ja mit den kleinen Gassen und hübschen Häusern, aber so wirklich besonders fand ich es dann auch nicht.
dsc04838aUnser letzter Halt war die historische Stätte von Epidaurus, die bedeutendste antike Kultstätte für den Heilgott Asklepios in Griechenland und seit 1988 UNESCO Weltkulturerbe. Besonders beeindruckend war das immer noch gut erhaltene Theater von Epidaurus, in dem im Sommer sogar noch Aufführungen stattfinden. Außerdem konnte man durch die große Anlage laufen und die Überreste von Stadion, Gymnasion und verschiedenen Tempeln begutachten. Im Sommer muss es hier rappelvoll sein aber Ende November hatten wir die gesamte Anlage für uns allein. Wir hielten noch auf einen Kaffee in Alt Epidaurus direkt am Hafen und traten anschließend die Heimreise an und verbrachten einen letzten schönen Abend mit der gesamten Familie inklusive „Hund“ vor dem Kamin.

Am letzten Tag stand noch einmal die Athener City auf dem Plan. Ich konnte mir die Wachablöse noch einmal bei Tag ansehen und ausgiebig fotografieren, kämpfte mich ein letztes Mal durch das Verkehrschaos der Stadt (was noch besser wird, wenn ab Mittag die Metros streiken…) und futterte leckeres Lamm direkt am Fuße der Akropolis. Und dann gab es da noch mein Highlight des Tages und neben der Akropolis auch das Highlight des dsc04866agesamten Ausflugs. Der Besuch des Panathinaiko Stadions, dem Olympiastadion der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit im Jahre 1896 und dem weltweit einzigen Olympiastadion, welches komplett aus Marmor gefertigt ist. Hier finden immer noch Wettkämpfe, Konzerte und andere Veranstaltungen statt. Das Stadion wurde während der Sommerspiele 2004 in Athen für einige Sportarten genutzt, empfing im selben Jahr die Fußballeuropameister und ist seit 1982 Ziel des jährlich stattfindenden Athen-Marathons von Marathon nach Athen.
Mit einem sehr interessanten Audioguide ließen wir uns durch das Stadion führen und ich lernte unheimlich viel Neues dazu. Wusstet ihr z.B. dass „Stadion“ ursprünglich ein griechisches Längenmaß war wobei 1 stadion etwa 192m entsprach? Die Länge der Laufstrecken in vielen bedeutenden Arenen wie Athen, Epidaurus, Delphi und Olympia betrug genau diese 191 bis 192 Meter weshalb die gesamte Anlage einfach in Stadion umbenannt wurde. Seitdem heißen alle Sportarenen „Stadion“.
Oder wusstet ihr, dass es vom Stadion aus durch einen Tunnel zu einem Museum geht, in dem nahezu alle olympischen Fackeln ausgestellt sind, inklusive der Feuerschale, in dem 2004 das olympische Feuer in Athen entfacht wurde?

imag2290aDer Besuch des Stadions mit all den dargestellten Erinnerungen an die lange Geschichte der Olympischen Spiele war irgendwie etwas ganz Besonderes. Vor Allem mitten im Stadion zu stehen und den Anblick zu genießen, der sonst nur den Spitzensportlern vorbehalten war. Klar, wäre ich mit Leichtathletik und Turnen niemals erfolgreich genug gewesen, um an solch wichtigen Ereignissen teilzunehmen. Aber in beiden Sportarten habe ich als Kind an Wettkämpfen teilgenommen, im Stadion gestanden und die eine oder andere Medaille abgefasst. Und wer weiß was gewesen wäre, wenn …

Und damit endet dann auch schon mein Besuch in der Hauptstadt. Athen ist tatsächlich keine umwerfend schöne oder beeindruckende Stadt, aber ihre Jahrtausend alte Geschichte mit ihren vielen Überresten macht sie trotzdem zu etwas Besonderem und ich denke, es wird nicht mein letzter Besuch gewesen sein.

Nun viel Spaß bei den letzten Bildern für dieses Jahr aus Griechenland!
Eure Viola

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Kategorien: 2016, Beiträge Mär-Nov | Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.